Newsletter abonnieren
Titel Pollerforschung
Bild: Promo
Ich bin ein Berliner

Mit dem Berliner Poller auf Du und Du

Verkehrsberuhigung, Straßenmöbel, Bollwerk gegen den Terror: Ein neues Buch erzählt von der Kulturgeschichte des Berliner Pollers.

Unsere Stadt ist die Summe ihrer Teile: Dazu gehören 3,5 Millionen Menschen, weltbekannte Sehenswürdigkeiten, unzählige Häuser, rund 100 Sparkassenfilialen, 433.000 Straßenbäume oder auch 6 Prozent Wasserfläche. Und nicht zu vergessen: Stadtmöbel, also Parkbänke, Bushaltestellen-Wartehäuschen, Citylight-Posterkästen, Mülleimer, Gullideckel – und Poller.
Von diesen Straßenbegrenzungspfählen nehmen wir im Alltag normalerweise kaum Notiz. Den Berliner Autor Helmuth Höge faszinieren sie hingegen bereits seit Jahrzehnten: In den 1980er-Jahren stoppte ein Poller vor seinem Fenster Falschparker, seitdem dokumentiert er diesen manchmal nützlichen, oft völlig sinnfreien Teil der Stadt.

Aus Höges sehr speziellem Fachwissen ist nun ein Buch entstanden. „Pollerforschung“ ist eine kluge, üppig bebilderte Kulturgeschichte des Berliner Pollers. So lernen wir mit dem »Wellmann-Poller« aus Aluminiumguss endlich den Klassiker der Straßenbegrenzung kennen und erfahren mehr von einem sehr deutschen Phänomen, das Höge „Hausmeisterkunst“ nennt. Er meint die kreativen bis skurrilen Versuche, das Chaos der Stadt zu ordnen. Doch das, so zeigen unzählige Beweisfotos, will nie so ganz gelingen.

Helmut Höge: »Pollerforschung«, Hrsg. Philipp Goll, adocs Verlag, 225 Seiten, 26 Euro

Auch ein Berliner:
Die Weltzeituhr

Diese Themen könnten Sie auch interessieren