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Titel Wintersport In Berlin
Bild: Wolfgang Lienbacher
Sport im Winter

Die 5 schönsten Sport-Möglichkeiten für den Berliner Winter

Im Winter kann man schwer Sport machen. Falsch. Berliner können im Winter sogar golfen, Beachvolleyball spielen, klettern – und demnächst auch surfen. Wir stellen die schönsten Orte für Wintersport drinnen und draußen vor.

1) Indoor-Golfen auf 2.000 Quadratmetern

Sogar ein paar Schneeflocken verirren sich an diesem Tag nach Berlin. Der kalte Wind hat die Gesichter der Passanten in der Franklinstraße gerötet. „Das“, sagt Jürgen Hohmann und lächelt, „ist das Wetter, das uns nützt. Je ungemütlicher, desto besser.“ Die Kälte treibt viele Menschen ins Warme – in die Indoor-Golfhalle: Roter Backsteinbau, Snack-Bar mit Spree-Terrasse, 2.000 Quadratmeter Platz.

Golfsimulation
So gemütlich lässt es sich im Winter golfen: Hohmann Golf Sport. Bild: Promo

Hinter dem großen Shop liegt das Trainingsareal. 700 Quadratmeter, acht Abschlagplätze, eine Lounge mit zwei Golf-Simulatoren, die 30 Golf-Plätze zeigen können. „Auch Pebble Beach“, sagt Hohmann. Wegen seiner Lage direkt an der Steilküste gilt der Pebble Beach in Kalifornien (USA) vielen als schönster Golfplatz der Welt. Hohmann sitzt aber nicht in Kalifornien, sondern in Charlottenburg. Nach einigen Jahren im Autoreifen- und -zubehör-Geschäft sattelte der Reinickendorfer Anfang der 90er Jahre um auf Golf: „Das war nach der Wende für Berlin und Brandenburg praktisch eine neue Sportart.“

„Golf kannst du als Familie spielen – es gibt keine andere Sportart, bei der ein guter Spieler, ein mittelmäßiger und ein Einsteiger zusammen Spaß haben können. Im Tennis geht das nicht.“ Jürgen Hohmann, Hohmann Golf Sport

Golf sei eine Sucht, sagt Hohmann. Er hat früher Tennis gespielt. Dann wurde der Ball kleiner. „Der Nachteil in der Halle ist, dass das Naturerlebnis fehlt und du den Ball nicht fliegen siehst. Der Vorteil ist, dass du ganzjährig trainieren kannst.“ Dazu kommt: „Golf kannst du als Familie spielen – es gibt keine andere Sportart, bei der ein guter Spieler, ein mittelmäßiger und ein Einsteiger zusammen Spaß haben können. Im Tennis geht das nicht.“ Manche buchen von Oktober bis März durchgehend. „So teuer, wie viele denken“, sagt Hohmann, „ist Golf gar nicht.“ Am Simulator kostet die Stunde 25 Euro, in der Trainingshalle 10 Euro. Per Flight-Scope – einer Radar-Analyse – oder Video-Scope kann jeder Schlag seziert werden: Höhe, Weite, Streuung, Schwung. Der 70-jährige Chef von 20 Angestellten hat im Oktober zwei neue Kniegelenke bekommen. Ende März will er wieder spielen. Man spürt, dass er sich darauf freut.

Hohmann Golf Sport, Franklinstraße 12A-13, 10587 Berlin, Tel.: 030/39887220, www.hohmann-golf.de

Formate: video/youtube

2) In die Berge Berlins

Es ändert sich gerade ein bisschen was, aber der Kern bleibt. Der Kern ist die Lust auf die Höhe. „Wir wollen künftig mehr Events und Wettkämpfe ausrichten und noch mehr Routen anbieten“, sagt Steffi. Sie ist Teil des jungen Teams der Kletterhalle Magic Mountain unweit des Bahnhofs Gesundbrunnen im Wedding. 2.200 Quadratmeter Kletterfläche, 300 Routen, unterschiedliche Schwierigkeitsgrade – vom Anfänger-Parcours bis zum 24-Meter-Aufstieg unters Hallendach ist alles dabei. Schuhe, Gurt, Seil, Chalkbag: Die Kletterausrüstung kann man sich gegen Gebühr leihen.

Bouldern
Auch für Anfänger geeignet: Magic Mountain in Wedding. Bild: iStock

Für Anfänger ist ein Schnupperklettern ratsam. Wer versierter ist, kann die Toprope-Technik erlernen, bei der ein Partner am Boden den Kletternden mit einem Seil sichert. Und der offene Kletter-Treff „Meet up“ läuft jetzt viermal in der Woche. Neue Routen, neue Bekanntschaften – der Mix zieht. Das Nachtklettern gab es im Januar zum zweiten Mal. Motto: „Licht aus, Stirnlampen an.“ Funktioniert. Die Berge, rötlich und gelb, sind künstlich. Die Begeisterung derer, die sie erklimmen, ist echt – auch nachts.

Magic Mountain, Böttgerstraße 20, 13357 Berlin, Tel.: 030/88715790, www.magicmountain.de

Formate: video/youtube

3) Auf Berlins grünste Eisbahn

Pause im Horst-Dohm-Eisstadion. Das Eis wird aufbereitet. Die mehr als 6.000 Quadratmeter große Eislauffläche und die 400 Meter lange Eisschnelllaufbahn mit den olympischen Maßen öffnen stets im Wechsel. Das Eisstadion in Wilmersdorf, 1974 eröffnet, ist hübsch gelegen, ringsherum stehen viele Bäume. Viel mehr Sport in der Natur geht in Berlin nicht.

„Für viele Jugendliche ist die Eislaufbahn fast ein Stammtreff.“ Nora Groehn, Eissport-Service

Auf dem Eis tummeln sich alle Altersklassen. „Das Eislaufen“, sagt Nora Groehn vom Eissport-Service, „gehört zu Berlin.“ Der Tag lief gut. „Um die 2.000 Gäste waren es bestimmt“, sagt sie. „Für viele Jugendliche ist das hier fast ein Stammtreff.“ Am 24. Februar endet im Horst-Dohm-Eisstadion die Saison, im ebenfalls altehrwürdigen Erika-Heß-Eisstadion im Wedding dauert sie einen Monat länger. Dann kommen die Schlittschuhe in den Keller – bis Oktober.

Horst-Dohm-Eisstadion, Fritz-Wildung-Straße 9, 14199 Berlin, Tel. 030/29031136 (Kasse), 030/89732734 (Eissport-Service), www.horst-dohm-eisstadion.de

4) Beach-Volleyball auf Fußboden-Heizung

Kalte Füße bekommt niemand. Eine über elf Kilometer lange Fußbodenheizung erwärmt 1.300 Tonnen Sand, die sich auf 2.400 Quadratmeter verteilen. Die hohen Fenster lassen viel Tageslicht in die Halle. Und für die Bälle gibt es nach oben fast kein Limit. „Zwölf Meter Deckenhöhe“, sagt Udo Batz, einer der Geschäftsführer vom South Beach Berlin, und lacht. „Da stößt kein Ball an.“ Bis zu neun Beachvolleyball-Felder finden in der ehemaligen Industriehalle Platz. „Die Sportart boomt“, sagt Batz, der einst nebenan mit einer Kletterhalle begann (South Rock).

„Dass Deutschland Olympisches Gold bei den Männern und den Frauen gewonnen hat, war für Beachvolleyball ein Katalysator.“ Udo Batz, South Beach Berlin

„Dass Deutschland Olympisches Gold bei den Männern und den Frauen gewonnen hat, war ein Katalysator.“ Der Sport ist einfach zu verstehen, der weiche Sand schont die Gelenke und sorgt für Urlaubsflair. Manche indes wollen gar nicht spielen, sondern Kindergeburtstage, Firmenevents oder einfach nur den Sand genießen.

Beachvolleyball-halle
Beach-Feeling mitten im Winter: South Beach. Bild: Promo

Manchmal wird die Halle auch umgebaut und mit Schwarzstrahlern bestückt. Dann wird zu nächtlicher Stunde Schwarzlicht-Badminton, auch Blackminton genannt, gespielt. Bälle, Schläger und Courts fluoreszieren dann unter Schwarzlicht. Klingt spektakulär, wird aber kaum nachgefragt. „Das letzte Mal, dass wir die Halle dafür umgerüstet haben, ist drei oder vier Jahre her“, sagt Batz. „Der Aufwand ist einfach zu groß.“

South Beach, Trachenbergring 85, 12249 Berlin, Tel. 030/68089864, www.area-85.de, Beachvolleyball ab 24 Euro pro Stunde, Beachminton ab 16 Euro

Formate: video/youtube

5) In den Windkanal oder aufs Surfbrett

„Es kommen praktisch alle“, sagt Malte Gölz. „Der Sportflieger, der Familienvater, die 80-jährige Großmutter, der achtjährige Enkel.“ Der Traum vom Fliegen führt manche von Lübeck oder Hildesheim bis nach Berlin. In Lichtenberg hat das österreichische Unternehmen Windobona im Herbst 2017 einen Indoor-Skydiving-Tunnel eröffnet. Im verglasten Windkanal mit 4,3 Metern Durchmesser und 32 Metern Höhe – die Flughöhe beträgt etwa die Hälfte – können Mutige einen Fallschirmsprung mit bis zu 280 km/h Windgeschwindigkeit simulieren.

Eine persönliche Einweisung gibt’s von einem Fluginstruktor. Trainiert werden die Grundpositionen und das Verhalten im Windkanal, in dem mit Hilfe von Düsen und Ventilatoren ein starker Luftstrom erzeugt wird. Das Gefühl des freien Falls, ohne ein Flugzeug verlassen zu müssen, kostet Erwachsene für zweimal eine Minute im Luftstrom 40 Euro, Kinder bis 14 Jahre 36 Euro.

Wem das beim Wunsch nach Indoor-Spektakel nicht reicht, der könnte demnächst gleich nebenan auf seine Kosten kommen. Im Frühjahr soll auf dem Gelände der Berliner Wasserbetriebe die erste Indoor-Surfhalle Berlins eröffnen. Der Wavepool, eine Idee von sieben Freunden, verheißt eine neun Meter breite Surfwelle. Der Ticketverkauf läuft bereits.

Wellenwerk
Surfen bald auch in Berlin: das Wellenwerk. Bild: Wellenwerk

Einen konkreten Eröffnungstermin nennen die Betreiber auch auf Nachfrage leider nicht, sprechen aber vom Frühjahr 2019. Immerhin verraten sie die Maße des geplanten Wave-Pools: 18 Meter lang, 10 Meter breit. Pro Stunde sollen hier 10 bis 15 Surfer nacheinander surfen können. Die geplante City-Wave in Berlin soll die größte Deutschlands werden – ähnlich stehende Wellen gibt es bereits in München und Osnabrück.

Indoor Skydiving, Landsberger Allee 268, 10367 Berlin, Tel. 030/809334140, www.windobona.berlin

Wellenwerk Berlin GmbH, Landsberger Allee 270, 10367 Berlin, Tel. 030/20456226, www.wellenwerk-berlin.de

Autor: Steffen Rohr

Formate: video/youtube

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