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Bild: Ikonospace
Ausstellung

Virtuelle Zeitreise in Max Liebermanns Welt

Mit der Dokumentation „Liebermanns Welt“ erinnert die Stiftung Brandenburger Tor, die Kulturstiftung der Berliner Sparkasse, an das bewegte Leben von Max Liebermann (1847–1935) und seiner Familie. Ergänzend rekonstruiert das Virtual-Reality-Erlebnis „Bei Liebermanns“ das im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstörte Wohnhaus und Atelier des Künstlers am Pariser Platz.

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enn’se nach Berlin reinkommen, gleich links“ – so beschrieb Max Liebermann Gästen den Weg zu seinem Wohnhaus. In den 1990ern wurde das Max Liebermann Haus wieder aufgebaut und ist heute Sitz der Stiftung Brandenburger Tor, der Kulturstiftung der Berliner Sparkasse. Per Virtual-Reality-Brille können Besucher nun durch Musikzimmer, Speisezimmer, Arbeitszimmer sowie Max Liebermanns berühmtes Glasatelier auf dem Dach des Hauses schreiten und eintauchen in die faszinierende Welt des bedeutenden Künstlers.

Verlorene Werke virtuell erleben

Der virtuelle Rundgang macht darüber hinaus Werke von Max Liebermann, aber auch seine eindrucksvolle Kunstsammlung digital erlebbar, die im Zweiten Weltkrieg teilweise verloren ging oder über die ganze Welt verstreut wurde – von Édouard Manet bis hin zu Renoir, Monet, Degas, Cézanne und anderen. Mehr als 100 Objekte und Möbel der damaligen Zeit wurden mithilfe modernster Technologien wie 3D-Scanning, 3D-Skulpturen und Fotogrammmetrie in detaillierter Kleinstarbeit innerhalb eines Jahres nachgebaut.

Virtuell eintauchen in Liebermanns Leben und Schaffen

Ergänzend zur analogen Ausstellung nimmt das knapp zehnminütige Virtual-Reality-Erlebnis „Bei Liebermanns“ den Besucher mit auf eine einzigartige Zeitreise in das Leben und Schaffen des Künstlers.

Selbstbildnis von Max Liebermann
Selbstbildnis von Max Liebermann. Bild: Reproduktion von Frank Sperling

Zu Beginn seiner Künstlerlaufbahn verfemt als „Maler des Hässlichen“ und „Armeleutemaler“, entwickelte sich Max Liebermann um 1900 zum erfolgreichsten Vertreter und Unterstützer moderner Kunst in Deutschland. Gründungsmitglied der Berliner Secession, Präsident der Berliner Akademie der Künste, Porträtist der bürgerlichen Elite des Deutschen Kaiserreichs und der Weimarer Republik – die Präsentation Liebermanns Welt blickt auf die Höhepunkte im Leben Max Liebermanns zurück und erinnert an das tragische Schicksal der Familie Liebermann nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten.

Einzigartiges Kunsterlebnis

Ausgestattet mit einer VR-Brille und mobilen Kopfhörern erwartet den Besucher ein besonderes Kunsterlebnis in 3D. Der virtuelle Rundgang wird begleitet von authentischen Geräuschen und einer erklärenden Stimme aus dem Off. Start ist im Musikzimmer mit kunstvoll gewebtem Teppich auf dem Parkett und impressionistischen Werken an den weinrot tapezierten Wänden. Im mit kostbaren Antiquitäten möblierten Speisezimmer ertönt leises Besteckgeklapper und man taucht ein in das Leben der Familie Liebermann um die Jahrhundertwende. Weiter geht es ins Arbeitszimmer, wo leere Bilderrahmen auf die im Krieg teilweise verschollene Kunstsammlung hinweisen. Eine schmale Treppe führt in das sonnendurchflutete Atelier, das Highlight der virtuellen Reise, wo Max Liebermann seinen eigenen Malstil entwickelte und zum bedeutendsten Maler des deutschen Impressionismus avancierte. Auf einem Tisch liegen Pinsel und Farben bereit, als würde der Künstler selbst jeden Moment erscheinen.

Dokumentation: Präsentation und Virtual-Reality-Erlebnis „Bei Liebermanns“
Wann: 7. November bis 15. März 2020
Wo: Max Liebermann Haus am Brandenburger Tor, Berlin-Mitte
Öffnungszeiten: Mo., Mi–Fr: 10 – 18 Uhr, Sa., So: 11–18 Uhr
Kosten: 3 Euro, 2 Euro ermäßigt, Eintritt frei bis 18 Jahre

www.stiftungbrandenburgertor.de/liebermanns-welt

Mehr über den Künstler Max Liebermann erfahren Sie in unserem Artikel Max Liebermann: Der Malerfürst am Brandenburger Tor >>

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