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Titel Uwe-ochsenknecht
Bild: Jens Koch
Mein Berliner Akzent

Uwe Ochsenknecht: „Bei Braunkohlegeruch werde ich nostalgisch“

Der „Berliner Akzent“ des Schauspielers und Sängers Uwe Ochsenknecht ist der Prenzlauer Berg. Er mag das Flair des Kiezes mit seinen schön sanierten Mietshäusern. Am 5. Juni ist Ochsenknecht wieder in der Rolle des Müllwerkers Werner Träsch zu sehen, in der nächsten Folge der ARD-Serie „Die Drei von der Müllabfuhr“ – einer Serie, die nicht nur in Berlin spielt, sondern auch aktuelle Berliner Themen wie die Gentrifizierung anpackt.

Uwe Ochsenknecht: „Ich streife total gerne durch Prenzlauer Berg. Die langen Straßenzüge, das Kopfsteinpflaster, die breiten Trottoirs und die wunderbar modernisierten Altbauten – dort entlang zu laufen, das macht mir Spaß. Ich wohne mittlerweile seit sechs Jahren in Berlin, nach zuvor 30 Jahren in München und einem Jahr in Köln. Vor allen Dingen, weil meine Kinder hier leben. In Prenzlauer Berg sind meine Frau und ich eher zufällig gelandet, weil uns die angebotene Wohnung einfach gefiel. Aber der Kiez war definitiv eine gute Wahl.

Sanierter Altbau Prenzlauer Berg
Bild: Shutterstock

Was mich anfangs erstaunt hat, waren diese riesigen Klingelschilder. Da habe ich mich oft gefragt, wo denn diese ganzen Leute wohnen. Klar wusste ich, dass es da Seitenflügel und Hinterhäuser gibt. Aber durch die vielen Klingeln ist mir das erst richtig bewusst geworden. Es ist schön zu sehen, wie toll diese Mietshäuser restauriert worden sind. Ich bin irgendwo auf eine Postkarte von meiner Straße gestoßen, von 1989. Da habe ich mich an dieselbe Stelle gestellt und ein Foto gemacht. Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Ich erinnere mich, wie die Häuser damals aussahen, noch mit Einschusslöchern in den Fassaden. Durch die Fenster zog es, weil der Kitt fehlte. Als Kind war ich viel in der DDR, meine Mutter kommt ja aus dem Osten. Manchmal riecht es heute noch nach Braunkohle, dann werde ich mitunter fast nostalgisch.“

Über Uwe Ochsenknecht:

  • geboren am 7. Januar 1956 in Biblis (Hessen).
  • Schon als Schüler spielte er in Kinderstücken am Mannheimer Nationaltheater, außerdem sang er im Kinderchor.
  • Von 1974 bis 1978 besuchte Ochsenknecht die Schauspielschule Bochum.
  • Ab 1978 spielte er auf Theater-Bühnen in Bochum, Hamburg und Wuppertal.
  • Im erfolgreichen Kino-Film „Das Boot“ (Uraufführung 1981, Regie: Wolfang Petersen) spielte Ochsenknecht den Bootsmann Lamprecht – für ihn war es der Durchbruch als Schauspieler.
  • Weitere Meilensteine seiner Karriere waren die Doris-Dörrie-Komödie „Männer“ (1985) und die Satire „Schtonk“ (1992) von Helmut Dietl, in der Ochsenknecht den Fälscher der Hitler-Tagebücher „Knobel“ mimt.
  • Im Jahr 2000 spielte er die Hauptrolle in „Fußball ist unser Leben“, den Schalke-Fan Hans Pollak. 2012 überzeugte er in der Rolle des Luitpold von Bayern im Historien-Film „Ludwig II.“. In der ARD-Reihe „Der Bulle und das Landei“ verkörperte er in sechs Folgen einen in die Eifel strafversetzten Kriminalkommissar. Er übernahm Rollen in „Ku’damm 56“, „Willkommen bei den Hartmanns“ oder auch in „Familie Bundschuh“ (Auswahl).
  • Regelmäßig spielt er auch in Kinderfilmen mit wie „Die wilden Kerle“, „Benjamin Blümchen“, „Die Biene Maja“ oder „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“.
  • Immer wieder zog und zieht es ihn auch auf die Bühne und vors Mikrofon. Im Kölner Musical Dome war er beispielsweise einer der Hauptdarsteller im Musical „Hairspray“. Auch hat er mittlerweile fünf CDs aufgenommen.
  • Ochsenknecht ist mit fast allen deutschen Auszeichnungen dekoriert, darunter zweimal der Bundesfilmpreis (heute „Lola“).
Die-drei Von Der Muellabfuhr
Bild: ARD Degeto / Britta Krehl
  • In der ARD-Reihe „Die Drei von der Müllabfuhr“ spielt Uwe Ochsenknecht den Müllmann „Käpt’n“ Werner Träsch. Er mag die Figur des Müllmanns Werner, „der sich nicht immer politisch korrekt verhält, sondern sich mehr für das Menschliche entscheidet“. Die Berliner Müllmänner habe „eine direkte, innige Beziehung zu den Mitbürgern“.
  • Die vierte Folge „Kassensturz“ wird am Freitag, 5. Juni, um 20.15 Uhr ausgestrahlt. Ochsenknecht alias Träsch setzt darin alle Hebel in Bewegung, um die Schließung seines heißgeliebten, in die Jahre gekommenen Stammlokals „Zur Traube“ zu verhindern. Mit Herz und Schnauze widmet sich der Film dem Thema Gentrifizierung in der Bundeshauptstadt, die auch vor traditionsreichen Institutionen wie den Berliner Eckkneipen nicht Halt macht. Was Ochsenknecht sehr bedauert. Ihm gefallen „diese typischen Berliner Kneipen, in denen Bier getrunken und Hausmannskost serviert wird. Es muss doch nicht immer alles hipp und crazy sein.“ Die Eckkneipen seien ein gewachsenes, authentisches Stück Berlin. „Mit ihnen geht auch ein Stück Kultur verloren.“
  • Im Herbst wird Ochsenknecht für zwei weitere Folgen von „Die Drei von der Müllabfuhr“ vor der Kamera stehen. Es sei gut, den Beruf des Müllmannes mal in den Fokus zu nehmen. Gerade jetzt in diesen Zeiten. „Die Müllmänner gehören doch zu den Helden des Alltags. Denen gebührt auch mal Applaus von den Balkonen.“ Zumindest seien die Pflegeberufe jetzt endlich mal mehr ins Bewusstsein gerückt. „Ich habe höchsten Respekt davor, was da geleistet wird.“ Es sei dringend an der Zeit, dass die Bezahlung im Pflegebereich besser werde.
  • Ebenfalls noch in diesem Jahr wird es für Ochsenknecht weitergehen mit den Dreharbeiten für die ZDF-Serie „Ku’damm 63“, der Familiensaga rund um die mittlerweile verheirateten Schöllack-Schwestern. „Wir waren gerade mittendrin, als wir aus hygienischen Gründen stoppen mussten.“ Abgedreht war da bereits die dritte Staffel der ARD-Erfolgsserie „Charité“. Spielt zwar in Berlin, aber gedreht wurde in Prag.

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