Titel Ungewöhnliche Restaurants
Bild: Promo

Berlins ungewöhnlichste Restaurants

Ob Restaurants in Hinterzimmern, Galerien oder in der Ski-Gondel: Unsere Gastro-Expertin Maggie Riepl hat die ungewöhnlichsten Restaurants in Berlin zusammengestellt, in denen Sie nicht nur leckere Gerichte, sondern den Mund vor Staunen kaum zubekommen.

Inhaltsspalte

Im Hinterzimmer mit Hollywood

W

er in die „Cantina by Daemon“ will, muss im Halbdunkel unter dem S-Bahn-Bogen Friedrichstraße an einer schweren Eisentür klingeln und seine Reservierung nennen. Dann geht es durch die Bar ins Hinterzimmer. Die schwarz gestaltete „Cantina“ ist ein Gesamtkunstwerk. Da es kein Fenster gibt, hat Küchenchef und Gastronom Duc Ngo „Flying Cell“, ein zehn Meter breites Kunstwerk, installiert. Das besteht aus Licht-Zeilen-Bildern, die wie ein künstliches Fenster wirken. Spezialitäten des Hauses ist „Miso Cod“, ein in Miso-Paste marinierter gegrillter Kabeljau.

Cantina
Bild: Stjepan Sedlar

Auf der Karte stehen vorzügliche Gerichte wie zum Beispiel Eisbein vom Landuro-Schwein mit Gewürzstaub, Senfkaviar, Aubergine und Kimchi-Gurke. Ein ungewöhnlicher Mix aus peruanischer und Berliner Küche mit asiatischen Anklängen, der sogar Hollywood-Stars wie Leonardo DiCaprio schmeckt, wenn sie in Berlin weilen.

Fazit: Wer Mut zum Klingeln hat, verbringt einen unvergesslichen Abend.

Cantina by Daemon
Schiffbauer Damm 11, Mitte, Tel. 27 58 20 70
Vorspeisen ab 9, Hauptgerichte ab 26 Euro
www.tausendberlin.com

Karneval-Stimmung à la Rio

F

arbenprächtige Kostüme, viel nackte Haut und schwingende Hüften: Samba olé heißt es am Ku’damm im „Brasil Brasileiro“ am Ku’damm. Das „Brasil Brasileiro“ ist eine klassische südamerikanische Churrascaria mit einem speziellen Drehspieß-Grill, nach dem das Fleisch-Gelage benannt wurde: Rodizio – das Rotierende.

Brasil_
Bild: Promo

Wer möchte, kann mit den Tänzerinnen mittanzen, um wieder Kalorien fürs üppige Essen zu verbrennen. Nach dem reichhaltigen Vorspeisen-Buffet geht es erst richtig los mit verschiedensten Sorten von Huhn bis Rind, die die Kellner direkt vom Spieß auf den Teller schneiden, bis man „Halt“ ruft.

Fazit: Ein Gute-Laune-Bad fürs Gemüt und ein Festmahl für den Magen.

Brasil Brasileiro
Kurfürstendamm 151, Wilmersdorf, Tel. 89 40 98 89
mittwochs Livemusik, Donnerstag bis Sonntag: Brasilianische Shows mit Samba und Caipoeira
www.brasil-brasileiro.de

Speisen zwischen Sportwagen

H

ier kommt jeder begeisterte Autofahrer auf Touren: Das „Trofeo“ bietet nicht nur Frühstück, Lunch und Dinner – sondern ebenfalls 450 beeindruckende Oldtimer.

Trofeo1
Bild: Promo

Die hell gestaltete Brasserie in der „Classic Remise“, dem ehemals größten Straßenbahndepot Europas, erlaubt durch die große Glasfront einen wunderbaren Blick auf die klassischen Automobile. Außerdem gibt es die teuerste Sportwagen-Sammlung Europas mit rund 20 Ferraris, Porsches, Bugattis und vielem mehr, was PS-stark und quasi unerschwinglich ist. Immerhin das Essen kann man sich leisten: Zu den Spezialitäten des Hauses gehören Klassiker wie Wiener Schnitzel, Tafelspitz (je 22,00 Euro) oder Cesars Salad (12 Euro). Besonders beliebt ist der Jazz- Brunch am Sonntag für 19,60 Euro.

Fazit: So lecker kann ein Boxenstopp sein.

Trofeo in der Classic Remise
Wiebestraße 36, Charlottenburg, Tel. 20 61 30 30
www.remise.de

Essen wie bei Freunden

A

m Wochenende geht’s in den Supperclub: Leute, die Spaß am Kochen haben, laden andere, ihnen unbekannte Menschen zu sich ein. So wie die aus England stammende Eventmanagerin Caroline Grinsted und ihr Freund, der Weltreisende und Künstler Tobias Zweller. 2013 haben die beiden enthusiastischen Amateurköche den „Thyme Supperclub“ ins Leben gerufen. Längst wurde ihre Wohnung zu klein.

Muse Supperclub
Bild: Promo

Das „Muse“ unter der Woche ein normales Restaurant, wandelt sich am Wochenende zum Supperclub; dort bekommen Gäste an langen Tischen ein fünf bis achtgängiges Menü, lernen neue Leute kennen und führen angeregte Gespräche. Das junge Paar lässt sich von Gerichten aus aller Welt inspirieren, die Zutaten sind frisch und hochwertig, die Menüs sind innovativ oder traditionell -– aber immer aufregend (35 bis 45 Euro pro Person).

Fazit: Ein sympathisches Konzept, das auch den sozialen Charakter eines Dinners zum Ausdruck bringt.

Thyme Supperclub im Muse
Immanuelkirchstraße 31, Prenzlauer Berg, Tel. 40 05 62 89
www.museberlin.com

Mit einem Mahl ins Mittelalter

R

ustikale Tafeln biegen sich unter Spießbraten und gewürzter Rosmarinkeule. Met gibt es aus dem „Bullenhorn“ und Schnaps wird in der Eisenkelle serviert. Nach dem Motto „Wo Speysen zum Erlebnis wird“, werden die Gäste der Zitadellenschänke Spandau in längst vergangene Zeiten versetzt.

Zitadellenschaenke1
Bild: Horst Stiller

Sie erleben in dem gewaltigen Gewölbe einen opulenten Abend mit Bänkelsängern und Gauklern. Mittelalterlich gekleidete Mägde und Knechte tragen das siebengängige Menü (49,50 Euro) auf. Gegessen wird mit den Händen. Alle zwei Monate gibt es ein neues historisches Menü. Sonntags von 10 bis 14 Uhr Brunch (22,50 Euro).

Fazit: Rustikales Festgelage, so lecker kann Mittelalter sein.

Zitadellenschänke Spandau
Am Julisturm 64, Spandau, Tel. 334 21 06
www.zitadellenschaenke.de

Kochen trifft Kunst

D

as „Zagreus Projekt“ ist weder Restaurant noch Galerie. Offiziell nennt es sich „künstlerische gastronomische Einrichtung“. Organisator Ulrich Kraus – Koch und Galerist in einer Person – lädt alle zwei Monate einen Künstler ein, der den rund 50 qm großen Raum nach seinen Vorstellungen mit Bildern, Installationen oder Lichteffekten gestaltet.

Zagreus
Bild: StjepanSedlar

Zusätzlich zur Kunst gibt es dann zwei- bis dreimal pro Woche öffentliche Menüabende, bei denen sich Essen und Kunst ergänzen sollen. „Vor Überraschungen ist man hier nie sicher“, verspricht Krauss. Alle Gäste essen gemeinsam um 20 Uhr an einer langen Tafel, die in Kooperation mit dem Künstler gestaltet wird. Das Menü kostet 35 bis 40 Euro (Weinbegleitung 25 Euro) und kann vier oder auch sieben Gänge beinhalten.

Fazit: Kunst hängt nicht nur an den Wänden, sondern liegt auch auf dem Teller.

Zagreus Projekt
Brunnenstraße 9, Mitte, Tel. 280 956 40
www.zagreus.net

Schlemmen in der Likörfabrik

E

in hoher Raum auf zwei Ebenen mit vielen Fliesen. Halogenstrahler leuchten aus Werkstattlampen auf die Vintage-Tische, die mit feinen Stoffservietten gedeckt sind. Industrieschick als Mischung aus rau und edel – so präsentiert sich das „Eins44 Kantine Neukölln“ in einer ehemaligen Likörfabrik.

Eins44
Bild: Promo

Betreiber Richard Reichel hat sich junge Profis gesucht, die wissen, was der lukullische Zeitgeist ansagt. Die Küche, die im zweiten Hinterhof eines nicht sehr repräsentativen Häuserblocks angeboten wird, präsentiert sich gehoben mit deutsch-französischem Einschlag. Die Preise sind einheitlich: Vorspeisen 13 Euro, Hauptgerichte 26 Euro, Dessert 11 Euro. Wer an den langen Holztafeln Platz nimmt, genießt neben Knurrhahn, Holsteiner Rind und Ibericoschwein auch den Charme der stilvoll renovierten Lagerhalle.

Fazit: Außen pfui, innen hui.

Eins44
Elbestraße 28/29, Neukölln, Tel. 62 98 12 12
www.eins44.com

Berlins kleinstes Restaurant

H

och hinaus geht es in Berlins kleinstem Restaurant: Nur vier Personen haben in der Original Schweizer Gondel Platz, die seit 2012 ab Herbst wieder auf der Dachterrasse des „Restaurant 44“ im Swissotel steht. Man kann sich an dem Blick auf die erleuchtete City erfreuen und dabei alpine Gastlichkeit erleben.

Restaurant 44
Bild: Promo

Küchenchef André Egger serviert Schweizer Speisen wie Geschnetzeltes und mehrere Sorten Käsefondue (ab 25 Euro). Ein kleiner Ofen und Decken sorgen bei Kälte für Kuscheligkeit. Hetzen muss sich keiner, denn die Gondel wird pro Abend nur zwei mal belegt. Allerdings wird rechtzeitiges Reservieren empfohlen.

Fazit: Essen mit Aussicht und hier wird einen der Kellner garantiert nie übersehen.

Restaurant 44 im Swissotel
Augsburger Straße 44, Charlottenburg, Tel. 220 10 22 88
www.swissotel.de

Diese Themen könnten Sie auch interessieren