Titel Paradies
Bild: Antje Schröder
Stadt-Aktion

Berlin als Paradies

Zum 500. Reformationsjubiläum erinnert rund um den Evangelischen Kirchentag eine Mitmach-Aktion an Luthers berühmten Ausspruch „Das Paradies ist überall”. 70 „Tore zum Paradies” stehen zwischen Ostern und Pfingsten unübersehbar an vielen Berliner Plätzen, verweisen jeweils auf subjektive Sehnsuchtsorte in der Umgebung.

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enau 500 Jahre ist es her, dass ein empörter Augustiner-Mönch mit Hammer, Nägeln und einer Rolle Papier in der Hand zur Wittenberger Schlosskirche marschierte. Auch wenn das Ereignis nicht sicher belegt werden kann, gelten die 95 Thesen, die Martin Luther damals ans Kirchentor geschlagen haben soll, als der Beginn der Reformation.

Es war der Angang eines Umbruchs, der die bisherige Gesellschaftsordnung in kürzester Zeit radikal über den Haufen warf. Zum Jubiläum wird nun landauf, landab an die unzähligen Veränderungen erinnert, die durch Luthers mutige Ansichten am 31. Oktober 1517 in Gang kamen.

Berlin feiert das Lutherjahr

Das weltweit gefeierte Lutherjahr ist auch in Berlin Anlass für vielfältige Projekte und Aktivitäten. Unter dem gemeinsamen Motto „Das Paradies ist überall“ beziehen sich die verschiedenen Veranstaltungen auf Luthers hoffnungsvolle Vision von paradiesischen Zuständen im Hier und Jetzt.

Auf die konkrete Suche nach diesem Paradies begibt sich zum Auftakt die außergewöhnliche Open-Air-Ausstellung, die von Ostern bis Pfingsten besondere Plätze im ganzen Stadtgebiet in den Fokus rückt. 70 rote „Tore zum Paradies“ stehen ab Gründonnerstag unübersehbar an Berliner Plätzen zwischen Spandau und Marzahn und informieren zu subjektiven Sehnsuchtsorten in der Umgebung, zur Reformation und zu ihrer Auswirkung bis heute.

70 Tore in Oasen im Großstadt-Dschungel

Aufgestellt werden die rund 2,5 Meter hohen und 1,5 Meter breiten Tore von „Kulturprojekte Berlin“, der Gesellschaft, die im Auftrag des Senats auch die Lichtgrenze zum Mauerfall-Jubiläum im Jahr 2014 organisiert hat. Als Partner ist wieder die Berliner Sparkasse dabei, die das “Paradies” zusammen mit dem Kultursenat ermöglicht.

Die metaphorische Reise durch den „Garten Eden“ an der Spree lenkt den Blick auf die kleinen Oasen im Großstadt-Dschungel. Rund um die durch Tore markierten Orte herum finden sich häufig Einrichtungen, die den Sehnsuchtsort „Paradies“ bereits im Namen führen – wie die berühmten Döner- und Teppich-Paradiese. Oder wie ein Tor im städtischen Park, das den Ort als Paradies für urbane Gärtner in den Fokus rückt. Ganz nach dem Ausspruch Luthers, „Der Welt Gestalt und Ansehen ist wie ein Paradies“, wird auf diese Weise zum Nachdenken angeregt, was die eigene Welt zum Paradies macht – oder über das, was ihr zum Paradies noch fehlt.

Mitmachen: Wo ist Ihr Paradies?

Diesen optimistischen Blick vor die eigene Haustür bevorzugt auch der Kultursenator. „Bis zu einer Welt wie ein ‚Paradies‘ bleibt noch einiges zu tun. Es lohnt sich den Blick zu schärfen und nach den kleinen Paradiesen des Alltags Ausschau zu halten“, gibt Klaus Lederer angesichts des Zustands der Welt zu bedenken. Im Rahmen der Aktion sind deshalb auch die Berlinerinnen und Berliner und ihre Gäste aufgerufen, ihre ganz persönlichen Paradiese zu teilen. Sicher ist darunter auch einer der paradiesischen Gärten auf dem Gelände der Internationalen Gartenbauausstellung (IGA). Diese ist ebenso wie der Evangelische Kirchentag (24.-28.5. in Berlin und Wittenberg) Partner des Projekts.

Unter der Projekt-Website kann man ab Ostern nicht nur Veranstaltungshighlights und den Tor-Plan abrufen, sondern auch persönliche Erlebnisse ‚taggen‘. Auf Facebook, Twitter oder Instagram sind diese unter dem Hashtag #berlinparadies zu finden.

„Das Paradies ist überall“,
Gründonnerstag, 13.4.17 bis Pfingstmontag, 5.6.17
www.paradiese.berlin

Ihr Paradies als Berliner Akzent

Die Aktion ist auch Grund für uns, Sie, liebe Leserinnen und Leser, einzuladen, uns Ihr Paradies mitzuteilen: In unserer Rubrik “Unser Kiez” können Sie Ihren persönlichen Kiez-Tipp einstellen und andere Leserinnen und Leser an diesem Paradies teilhaben lassen. Was lohnt sich in der unmittelbaren Umgebung? Seien es Veranstaltungen, Restaurants, Cafés, nette Läden oder Ausflugsziele. Wir freuen uns über Ihre Beiträge:

Hier geht es zu “Unser Kiez”

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