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Stadtleben

Expedition Berlin: 16 Tipps für einen einzigartigen Stadt-Sommer

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s ist wirklich ein außergewöhnliches Jahr, dieses 2020. Seit im Frühjahr überraschenderweise für unseren Planeten eine Pause-Taste entdeckt wurde, ist vieles nicht mehr so, wie es war. Und es wird noch eine Weile dauern, bis die Erde wieder rundläuft. Deshalb bleiben viele Berlinerinnen und Berliner in diesem Sommer zu Hause – und entdecken Berlin ebenso wie sich selbst von ganz neuen Seiten. So ein Sommer kommt nie wieder! Nutzen Sie die Chancen, die sich vielleicht nur jetzt bieten. Wir helfen Ihnen dabei – mit unseren Tipps für den Sommerurlaub in Berlin!

Berlin neu entdecken – wenn auf einmal die Touristen fehlen

1. Keine Warteschlangen vor den meistbesuchten Attraktionen der Stadt

Berliner-sommer Museumsinsel
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Jetzt haben Sie die Chance, die Touri-Hotspots ohne anstehen und drängeln zu erleben – und dabei verborgene Details zu entdecken. Besuchen Sie den Raum der Stille im nördlichen Torhaus des Brandenburger Tors, geschaffen nach dem Vorbild des Meditationsraums, den UNO-Generalsekretär Dag Hammarskjöld 1957 im Gebäude der Vereinten Nationen in New York einrichten ließ. Finden Sie hinter der East Side Gallery, dem längsten erhaltenen und von 118 Künstlern aus 21 Ländern gestalteten Teilstück der Mauer, historische Spuren wie eine erhaltene Laterne der Mauer-Vorfeldsicherung. Oder gönnen Sie sich einen Abend im Restaurant auf dem Fernsehturm, dem mit 368 Metern höchsten Bauwerk Deutschlands.

2. Kulinarische Geheimtipps der internationalen Reiseführer testen

Berliner-sommer Currywurst
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Wie wäre es mit einem Besuch bei den Gastronomen, die sonst wegen des Ansturms für Einheimische unerreichbar scheinen. Ja, „Mustafa’s Gemüsekebap“ am U-Bahnhof Mehringdamm schmeckt wirklich so lecker, wie es da geschrieben steht. Dass der Imbiss im Herbst vorigen Jahres abgebrannt und nun ein paar Meter entfernt vom ursprünglichen Standort zu finden ist, werden nur Alteingesessene bemerken. Und auch nur die werden wissen, dass die Minze und der Tropfen Zitronensaft den Unterschied ausmachen. Nur einen Steinwurf entfernt: der Imbiss-Stand „Curry 36“. Wie heißt es auf der Homepage: „Lonely Planet sagt, wir sind die Adresse überhaupt für Currywurst. Tom Hanks ist ebenfalls auf den Geschmack gekommen. Und Taiki T. aus Tokio kam auch extra vorbei. Weißte bescheid.“ Jetzt kommen wir und wissen Bescheid – dass die „Curry ohne Darm“ die beste ist, auch morgens früh um kurz vor fünf. Dann ist auf dem Hinterhof in der Mittenwalder Straße schon seit Stunden Ruhe eingekehrt. Dort liegt die Remise, in der seit mehr als 30 Jahren – nun in zweiter Generation – den Gästen ein original italienisches Abendessen serviert wird. In der „Hostaria del Monte Croce“ gibt es nur ein Sechs-Gänge-Menü und dazu Wein, so viel man mag. Spätestens nach dem zweiten Glas ist man sich sicher, dass sich das kleine Backsteinhaus nicht in Kreuzberg, sondern mitten in Italien befindet.

3. Übernachten Sie in Hotels der eigenen Stadt

Von hier ist es mit dem Taxi nicht weit bis zum „Hotel Park Inn“ am Alexanderplatz. Spielen Sie doch mal Tourist in der eigenen Stadt. Wann, wenn nicht jetzt, haben Sie Gelegenheit, ein Zimmer zu ergattern, von dem aus Ihnen Berlin zu Füßen liegt. Ab dem 14. Stock steht beim Panoramazimmer mit Aussicht kein Gebäude mehr im Weg. Je nach Nachfrage ist das sogar ziemlich günstig zu haben – spontan sein und die Tagesrate nutzen.

4. Mit einem historischen Reiseführer Berlin entdecken

Oder haben Sie Lust, Ihre Stadt mit dem eigenen Reiseführer neu zu entdecken? Autoren wie Franz Hessel, Walter Benjamin oder Alfred Kerr haben es vorgemacht, sind vor Jahrzehnten durch Berlin flaniert und haben ihre Spaziergänge beschrieben. Besorgen Sie sich einen historischen Reiseführer und laufen Sie die Strecke mit dem Buch in der Hand nach. Machen Sie von jeder Straßenecke, die da beschrieben wird, ein aktuelles Foto und notieren Sie, was dort heute zu sehen ist. Vieles ist sicher längst verschwunden oder überbaut, die Route dürfte optisch vom Original erheblich abweichen. Drucken Sie anschließend Ihre Fotos aus, versehen Sie sie mit persönlichen Notizen und schon ist der eigene Reiseführer fertig – mit dem man auch Freunden eine Freude macht.

Sehr zu empfehlen ist ein Spaziergang durch Neu-Venedig: Hier finden Sie die besten Tipps >>

Warum in die Ferne schweifen? Die Welt liegt doch so nah

1. Surfen in Berlin

Berliner-sommer Surfen
Bild: Miguel Sacramento / Wellenwerk

Surfen im Meer? Weit gefehlt. In Berlin lässt es sich genauso gut surfen wie vor Hawaii oder an der Atlantikküste – im Wellenwerk an der Landsberger Allee 270. Bei Wassertemperaturen von 26 Grad ist die perfekte Welle bis zu 1,60 Meter hoch und bis zu 30 Stundenkilometer schnell. Die höchste künstliche Welle der Welt soll es sogar sein, die in Berlins erster Indoor-Surfhalle erzeugt wird. Wie die Profis auf dem Brett wenden, tolle Sprünge ausprobieren oder als Anfänger lernen, auf der Welle zu tanzen – alles möglich. Kinder können hier ebenso wie Senioren das Wellenreiten lernen.

2. Den Sonnenuntergang an der Spree genießen

Berliner-sommer Sonnenuntergang
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Nach dem Wassersport den Tag mit einem der schönsten Sonnenuntergänge der Stadt beschließen: Wenn die Sonne die Spree glutrot färbt, ist das genauso schön, als wenn sie bei Capri im Meer versinkt. Toll beobachten lässt sich das von der Modersohnbrücke in Friedrichshain. Natürlich kann man auch am „Dreiländereck“ zwischen Treptow, Neukölln und Kreuzberg vom Boot oder vom Ufer aus den Blick über den Landwehrkanal schweifen lassen oder die rote Sonne pur am Tempelhofer Feld genießen. Super-Fernsicht bietet sich vom Teufelsberg aus. Soll’s etwas urbaner sein? Dann ist der Flakturm im Humboldthain die beste Adresse, wo sich die Sonne hinterm Häusermeer von Gesundbrunnen schlafen legt.

Unsere besondere Empfehlung: Lost Places in Berlin – hier finden Sie die passenden Ausflugsziele >>

3. Gegen das Fernweh: Besuch in den Gärten der Welt

Berliner-sommer Gaerten Der Welt
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Ausgeruht geht’s für uns gleich wieder raus in die weite Welt: Wo anders als in Berlin lässt es sich schließlich in ein paar Stunden von Japan bis in den Orient wandern – in den Gärten der Welt in Marzahn. Tief durchatmen im japanischen Zen-Garten, die üppige Vegetation im englischen Landschaftsgarten bestaunen, durch den „Saal der Empfänge“ in den orientalischen Garten eintreten und dem Plätschern des Brunnens lauschen oder mit Kind und Kegel im Irrgarten nach dem Ausgang suchen. Zum Abschluss noch mal im Wandelgang des christlichen Gartens die Gedanken sammeln.

4. Eine Postkarte aus der Heimat schreiben

Zu einem richtigen Ausflug gehört ein Gruß an die Freunde. Also eine Postkarten-App wie Urlaubsgruss, MyPostcard oder TouchOne herunterladen, aus den schönsten Handy-Fotos eine Collage zusammenstellen und absenden. Oder ganz traditionell und analog: Basteln Sie eine Postkarte. Dünne Pappe im A6-Format zurechtschneiden, mit Fotos oder bunten Papierfetzen bekleben, lustige Sprüche drauf schreiben oder eine kleine Geschichte vom Urlaub in der Stadt erzählen, Briefmarke drauf, fertig. Wahlweise lassen sich Pappkärtchen auch umhäkeln, mit beim Ausflug gesammelten Blumen verzieren oder besticken – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Raus ins Freie! Wenn uns im Sommer nichts mehr drinnen hält

1. Einen Kleingarten (mit)nutzen

Nicht einfach durchs Grüne schlendern, sondern den eigenen grünen Daumen unter Beweis stellen: Beste Gelegenheit dazu bieten Kleingärten, doch die sind begehrt, die Wartelisten lang. Die Berliner Sharing-Initiative Datschlandia hilft allen, die graben, pflanzen, ernten, jäten und die Stadt vor lauter Grün nicht mehr sehen wollen. Die ehrenamtlich betriebene Plattform bringt Pächter, die ihren Garten nicht täglich nutzen oder denen die Gartenarbeit körperlich vielleicht schon zu anstrengend geworden ist, und tatendurstige Hobby-Gärtner zusammen. Ob Rasen mähen oder Kirschen pflücken: Am Ende sind beide Gruppen glücklich. Die Gartensaison läuft bis Ende September, Suchformulare gibt es online auf datschlandia.de.

2. Berlin sportlich entdecken und Outdoor-Angebote nutzen

Wer es ganz sportlich mag, kann nach dem „Workout“ im Garten zum „Street Work-out“ übergehen und Baumstämme stemmen, Klimmzüge machen oder über Hürden springen – auf einem der Aktiv- und Fitnessplätze oder den guten alten Trimm-Dich-Pfaden. Am Seggeluchbecken die Sprossenwand erklettern, sich an der Rummelsburger Bucht (Straße am Fischzug) auf dem Parallelbarren entlanghangeln, die Fitness im Moabiter Sportpark trainieren: Möglichkeiten gibt es reichlich, eine Übersicht bietet die Website www.trimm-dich-pfad.com. „Trimmy“ – das Maskottchen der Trimm-dich-Bewegung, das die Deutschen in den 70ern vom Sofa holte – würde zufrieden den Daumen nach oben recken.

Lieber nur mit dem Rad fortbewegen? Hier finden Sie passende Radtouren durch Berlin >>

3. Wie ein Tourist: Mit dem E-Scooter durch Berlin

Berliner-sommer E-scooter
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Muskelkater, weil so viel Bewegung ungewohnt ist? Dann können Sie es am nächsten Tag ja ruhiger angehen lassen und mit dem E-Scooter durch die Stadt brausen. Die waren in der Krise fast aus dem Stadtbild verschwunden, doch nun kehren sie auf die Bürgersteige zurück. Ob E-Moped oder E-Tretroller – auf geht’s zur Sightseeing-Tour. Anbieter wie „TIER“ oder „Lime“ sind am Start.

4. Einen Tagesausflug nach Brandenburg unternehmen

Mehr Abenteuer? Die Wildnis liegt vor der Haustür – also gleich in Brandenburg. Mit Pfeil und Bogen schießen, einen eigenen Löffel schnitzen, Tierspuren erkennen, eine einfache Unterkunft im Wald aus Naturmaterialien bauen, über dem Lagerfeuer das Essen zubereiten, wenn man erst mal weiß, wo man Zunder findet und mit einem Feuerstein die Flamme entfacht – all das lässt sich erlernen bei einem Survival-Workshop. Es gibt verschiedene Anbieter in Brandenburg wie die „Wildnisschule Lupus“ in Eberswalde oder die Berliner Survival-Schule »Walk on the Wildside«. Zurück zur Natur bei einem zweitägigen Familiencamp oder einwöchigen Bushcraft-Kursen für Fortgeschrittene. In einem dreistündigen Kurs beim Anbieter „Waldsamkeit“ kann man lernen, welche Wildpflanzen essbar sind und im Notfall Energie spenden.

Noch mehr Ausflugstipps für Brandenburg finden Sie hier >>

Zuhause ist's am schönsten: Die eigenen vier Wände neu erleben

1. Virtuelle Spieletreffs mit Freunden

Der letzte Skat- oder Doppelkopf-Abend mit Freunden liegt Monate zurück. Sicher, Sie können sich wieder treffen, aber gehören vielleicht zu einer Risikogruppe. Die Spieletreffs lassen sich ins Internet verlegen, viele Gesellschaftsspiele gibt es als (kostenlose) Online-Version. Die meisten lassen sich leicht installieren, Spieler können sich miteinander vernetzen. Klassiker wie „Kniffel“, „Mensch ärgere Dich nicht“ oder die „Montagsmaler“ gibt es ebenso im Netz wie Schach (www.chess.com/de/play/computer). Oder „Stadt, Land, Fluss“ – mit Kategorien wie „Fußballspieler“ oder „Pizzazutaten“.

2. Einfach mal nichts tun

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Oder lassen Sie sich mal überraschen, wie viel Sie erleben, wenn Sie eigentlich nichts tun. Schauen Sie aus dem Fenster – und sie werden auf dem Balkon das verliebte Taubenpärchen entdecken oder die Amsel an der Wassertränke. Schaffen Sie es nicht allein, die Zwänge des Alltags auszublenden, kann die „Anleitung zum Müßiggang“ von Tom Hodgkinson helfen. Oder „Faul zu sein ist harte Arbeit: Eine Ode an den Müßiggang“ von Martin Liebmann. In seiner humorvollen Einladung zum Innehalten führt er aus, „warum wir manchmal sogar nichts tun müssen, um produktiv sein zu können“.

Statt nichts tun lieber ein Buch lesen? Hier finden Sie unsere Leseempfehlungen >>

3. Meditieren, entspannen und Ruhe finden

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Dazu können auch Meditations- und Entspannungs-Übungen beitragen. Meditation vitalisiert Körper und Geist und wirkt fokussierend und entspannend zugleich. Ziel aller Formen von Meditation ist es, die Gedanken für einen Moment zur Ruhe zu bringen. Als mentalen Einstieg empfehlen Experten „Energie tanken“: Lockern Sie Ihren Körper und setzen Sie sich in eine entspannte Position, an einem ruhigen Ort, an dem Sie sich wohlfühlen. Schließen Sie die Augen, konzentrieren Sie sich auf Ihren gleichmäßigen Atem und versuchen Sie, an nichts Bestimmtes zu denken und den Geist schweifen zu lassen. Egal welche Gedanken auftauchen – lassen Sie sie ziehen. Sie können sich auch vorstellen, dass mit der Luft zugleich Energie in Ihren Körper eindringt. Atmen Sie möglichst bewusst ein – und aus – irgendwann fühlen Sie sich federleicht.

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4. Gemeinsam singen und musizieren

Auch gemeinsames Singen oder Musizieren kann Meditation sein. Funktioniert sogar virtuell. Auf Plattformen wie „Sofasession“ und „Jammr“ kann man es in Echtzeit mit anderen Musikern krachen lassen. Mit Freunden und Fremden weltweit zu singen, Karaoke solo oder im Duett, dafür braucht es nur eine App. Die wohl bekannteste ist „Smule“. Viele Songs gibt es gratis.

Noch mehr Tipps und Ideen für Ihren perfekten Berliner Sommer finden Sie auf unserer Übersichtsseite „Sommer in Berlin“ >>

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