Titel Spree
Bild: Wolfgang Stahr
Unsere Stadt

Spree entdecken

Die Stadt am Fluss: Kaum eine Metropole öffnet sich so zum Wasser wie Berlin. Die 44 Kilometer entlang des Hauptstadtstroms könnten dabei kaum vielfältiger sein. Über Genüsse am Wasser, Entdeckungen am Ufer und die skurrilsten Fakten rund um die Spree.

D

as kühle Nass der Spree durchschneidet Berlin vom Müggelsee im Südosten bis zur Havelmündung im Westen. An ihren Ufern entstand die mittelalterliche Stadt, zur Industralisierung wurde sie Lebensader der rasant wachsenden Metropole. In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts, als Berlin zur damals drittgrößten Stadt der Welt angewachsen war, stauten sich Kohlefrachter, Versorgungsschiffe und Vergnügungsdampfer zwischen Spandau und Köpenick.

Die Spree entspringt im Oberlausitzer Bergland, nahe der tschechischen Grenze und speist sich dort aus drei Quellen in den Orten Kottmar, Ebersbach und Neugersdorf. Von hier sind es rund 400 Kilometer bis sie sich in unmittelbarer Nähe der Spandauer Zitadelle mit der Havel vereinigt und schließlich über die Elbe in der Nordsee entschwindet.

Bevor die Spree auf den letzten 44 Kilometern zum Hauptstadtstrom wird, durchfließt sie reizvolle Landschaften (Spreewald, Baruther Urstromtal) und bekannte Städte in Sachsen und Brandenburg (Bautzen, Spremberg, Cottbus). In der Lausitz wurde der Fluss wegen des Braunkohletagebaus teilweise verlegt und wird durch Eisenhydroxid gelegentlich zum braunen Strom.

An der Berliner Stadtgrenze fließt sie als Müggelspree zunächst durch den Dämeritz- und den Müggelsee. Der ohnehin schon träge Fluss (im Durchschnitt 50 Zentimeter pro Sekunde) bremst im Berliner Stadtgebiet auf neun Zentimeter pro Sekunde. In trockenen Sommern floss sie in Köpenick auch schon mal rückwärts. Die Kilometerzählung erfolgt bei der Spree entgegen der üblichen Zählweise von der Mündung her. Die letzten 44 Kilometer zählen also gegen null (siehe Bilderstrecke).

Der Verlauf der Spree

Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie und begleiten Sie uns zu interessanten Orten an der Spree zwischen Köpenick und Spandau.

  • Spree-01-triglawbruecke

    43,0 km: Hessenwinkel. Die Villenkolonie ist nicht etwa von Hessen besiedelt, vielmehr bezieht sie sich auf den alten Flurnamen Haselwinkel. Hinter der Triglawbrücke aus Eisenfachwerk beginnen Rad- und Wanderwege in die Müggelberge. Wikipedia.org – Lionork [[https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.5/|CC BY-SA 2.5]]

  • Spree-02-neu-venedig

    41,1 km: Neu Venedig Die sumpfigen Spreewiesen von Gut Rahnsdorf wurden ab 1926 entwässert, die 374 Wassergrundstücke im Kanalsystem sind durch zehn Auto- und drei Fußgängerbrücken erschlossen. Andreas Steinhoff

  • Spree-03-schloss Koepenick

    35,4 km: Schloss Köpenick. An der Mündung von der Dahme in die Spree liegt eines der ältesten Siedlungsgebiete im heutigen Stadtgebiet. Die spätmittelalterliche Kastellburg wurde erst Renaissance- und dann Barockschloss, ab 2004 zweiter Standort des Kunstgewerbemuseums. wikipedia.org – A.Savin [[https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/|CC BY-SA 3.0]]

  • Spree-04-mellowpark

    29,9 km: Mellowpark. Direkt am Ufer und gegenüber vom Fußballstadion an der Alten Försterei betreibt seit 2010 der Mellowpark e. V. Berlins größtes Gelände für Skater und BMX-Fahrer. Promo

  • Spree-05-oberschoeneweide Htw

    26,4 km: Oberschöneweide. Im einst größten Industriegebiet Europas findet sich heute der Campus der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) und viel Platz für Dienstleistung und Kultur. Weltstar Bryan Adams baute eine der Rathenau-Hallen zum Atelier um. Promo

  • Spree-05-plaenterwald Spreepark

    24,1 km: Plänterwald. Das rostende Riesenrad des vor 16 Jahren geschlossenen Vergnügungsparks im Naturschutzgebiet Plänterwald thront bis heute über dem Fluss. Bezirk und die Grün Berlin GmbH bereiten derzeit eine Wiedereröffnung vor. Shutterstock

  • Spree-06-badeschiff

    22,1 km: Arena. Auf dem Multifunktionsgelände rund um das ehemalige Busdepot an der Mündung des Landwehrkanals finden sich Restaurants, Clubs, Flohmarkthallen und das populäre Badeschiff mit Strandbar. Promo

  • Spree-07-mercedes-benz-arena

    19,5 km: Mercedes-Benz Arena. Berlins größte Veranstaltungshalle mit bis zu 17.000 Sitz- und Stehplätzen erhielt 2014 den Namen des neuen Hauptsponsors. Promo

  • Spree-08-historischer Hafen

    17,3 km: Historischer Hafen Seit 27 Jahren können gegenüber der Mühlendammschleuse historische Binnenschiffe besichtigt werden. Der Ausstellungsdampfer „Renate-Angelika” ist am Wochenende geöffnet. wikipedia.org – Dezi Dexter [[https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/|CC BY-SA 3.0]]

  • Spree-09-hexenkessel

    15,9 km: Hexenkessel-Amphitheater. Im hölzernen Open-Air-Theater direkt am Spreeufer im Monbijoupark begeistern Theater unter freiem Himmel den ganzen Sommer lang. Photoshot

  • Spree-10-haus Der Kulturen

    13,9 km: Haus der Kulturen der Welt. Die von den Amerikanern 1957 geschenkte Kongresshalle lädt zu Veranstaltungen direkt am Wasser ein. Shutterstock

  • Spree-11-urbanhafen 1900

    9,1 km: Spreekreuz. Beginn des Landwehrkanals, 1850 eröffnet, verlief ursprünglich südlich des Berliner Stadtgebietes. Wegen Sanierungsbedarfs bis auf weiteres Einbahnstraße Richtung Westen. Landesarchiv Berlin

  • Spree-12-schlosspark Charlottenburg

    7,9 km: Schlosspark Charlottenburg. Ältester erhaltener Berliner Park von 1697 mit Mausoleum für Königin Luise. Ebenfalls königlich: die 3,9 Kilometer lange Joggingstrecke. Shutterstock

  • Spree-13-kraftwerk Reuter

    2,1 km: Kraftwerk Reuter. Die Flussufer sind in Spandau von Industrie und Schrebergärten gesäumt. Das Kraftwerk Reuter von 1931 lieferte im Kalten Krieg Strom für Westberlin, das Heizkraftwerk Reuter West erweiterte das Gelände 1987 um den prägnanten Kühlturm. Axel Mauruszat

  • Spree-14-spreemuendung-havel

    0,0 km: Mündung in die Havel Die Spree gilt zwar als Nebenfluss der Havel, ist jedoch rund 225 Kilometer länger als die Oberhavel bis zur Spreemündung und führt bei der Vereinigung mit 36 Kubikmeter pro Sekunde mehr als doppelt so viel Wasser wie ihr Hauptfluss. Axel Mauruszat

Bild

Unsere Entdeckungen an und auf der Spree:

Spreetunnel

Spreetunnel
Der Fußgänger-Tunnel in Friedrichshagen ist der einzige seiner Art. Bild: Ernst Hecht [[https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/|CC BY-SA 3.0]]

15 Tunnel ganz unterschiedlicher Funktion unterqueren die Spree in Berlin, darunter acht Bahn- und ein Autotunnel, ein Abwasser-, der sogenannte Bewag-Tunnel sowie der Versorgungstunnel im Regierungsviertel. Seit 1927 verbindet ein 80 Meter langer Fußgängertunnel im Köpenicker Ortsteil Friedrichshagen die Ufer – der erste deutsche Tunnel aus Eisenbeton

Spreefische

Trotz vielerorts gemauerter Uferböschungen, reger Schifffahrt und bei Starkregen überlaufender Kanalisation: In der Spree tummeln sich insgesamt 27 Fischarten. Die häufigsten sind Aal, Barsch, Blei, Güster, Plötze und Zander. Aber auch so exotische Arten wie die aus Asien stammenden Giebel und Goldfische haben hier mittlerweile ein Zuhause gefunden. Das Fischereiamt setzt regelmäßig hunderttausende Aale aus, die sonst in unserer Region vom Aussterben bedroht wären. Im alten Fischerdorf Rahnsdorf werden Fische aus Spree und Müggelsee frisch geräuchert.

Spreebrücken

Oberbaumbruecke
Prägnantes Wahrzeichen: Die Oberbaumbrücke war ab 1945 Ruine, später Symbol der Teilung und ist seit 1995 wieder befahrbar. Bild: Shutterstock

Genau 50 Brücken überspannen die Spree im Stadtgebiet, vier Brücken wurden nach dem Zweiten Weltkrieg nicht wieder aufgebaut. Alterspräsidentin ist die ehemalige Klappbrücke Jungfernbrücke über den Spreearm Kupfergraben von 1701. Die jüngste Überquerung ist die Fußgängerbrücke Kaisersteg in Schöneweide am HTW-Campus, deren Neubau 2007 eingeweiht wurde. Seit 1895 verbinden die sieben Bogen der Oberbaumbrücke als prägnantes Wahrzeichen Kreuzberg und Friedrichshain. Das neogotische Bauwerk entstand zur Eröffnung der heutigen U1 und war ab 1945 als Ruine ein Symbol der deutschen Teilung. Seit 1995 kann die Brücke wieder für den Auto- und Bahnverkehr genutzt werden.

Spreegrenze

East Side Gallery
Die East Side Gallery erinnert noch immer eindrucksvoll an die innerdeutsche Mauer. Bild: Shutterstock

Durch den Fluss verlief an vielen Stellen über rund vier Jahrzehnte die Grenze des Eisernen Vorhangs. An der Marschallbrücke im Spreebogen lag beispielsweise ein Kontrollpunkt für den grenzüberschreitenden Schiffsverkehr, im Tränenpalast , direkt am Ufer vor dem Bahnhof Friedrichstraße, wurde der Personentransit abgewickelt. Zwischen Kreuzberg und Friedrichshain erinnert der ramponierte Touristenmagnet East Side Gallery eindrucksvoll an die innerdeutsche Mauer.

Spreestrand

Auch wenn die große Zeit der Nachwende-Strandbars wegen schwindender Brachflächen langsam verblasst: Die erfrischenden Spreeufer bieten auch weiterhin spektakulären Freizeitwert. Die Strandbar Mitte direkt an der Monbijoubrücke ist und bleibt dabei die Mutter aller Stadtstrände und versetzt Berlin während der legendären Tangoabende regelmäßig nach Südeuropa. Im Capital Beach vis-à-vis dem Hauptbahnhof schlürfen Touristen leckere Cocktails. Ideal für Mittagspause oder Feierabendbier ist die Uferbar Gestrandet an der Jannowitzbrücke. Mediaspree lässt sich bestens im Holzmarkt Pampa kurz vor dem Ostbahnhof vergessen. Ein Stück weiter eröffnet das Yaam auch am neuen Strand an der Schillingbrücke eine neue Welt: Reggae trifft Skateboard, Karibik trifft Percussion. Schönen Urlaub!

Spreeregierung

Regierungsviertel
Neues Viertel im einstigen Nirgendwo: An der Spree regieren nun Parlament und Kanzlerin. Bild: Wolfgang Stahr

Schon die Weimarer Republik wollte den Spreebogen rund um den Reichstag zum Regierungsviertel ausbauen, unter den Nazis plante Hitlers ebenfalls größenwahnsinniger Architekt Speer hier die „Große Halle des Volkes”. Erst mit der Entscheidung, den Regierungssitz der vereinigten Republik von Bonn nach Berlin zu verlegen, erwachte die Brache an der innerdeutschen Grenze aus dem Dornröschenschlaf. Aus städtebaulichen Wettbewerben entstand am Fluss ein völlig neues Quartier für Regierung und Bundestagsverwaltung.

Spreegenuss

Spreearche
Klingeln am Steg, dann setzt einen der Fährmann rüber zum Ausflugslokal Spreearche. Bild: Promo

Berliner wie Touristen lieben köstliche Stunden mit Wasserblick. Fünf leckere Tipps für erfrischende Gaumenfreuden.

Restaurantschiff Patio, Tiergarten
Das moderne Restaurantschiff am Helgoländer Ufer in Moabit verwöhnt seine Gäste mit gehobener mediterraner Küche und fantastischen Aussichten.
www.patio-berlin.de

Grill Royal, Mitte
Entspannte Sommerabende direkt am Fluss genossen auch schon Leonardo DiCaprio, Scarlett Johansson und Karl Lagerfeld. Obwohl die edlen Steak- und Fischgerichte recht teuer sind, ist‘s hier gut besucht. Denn in ist, wer drin ist.
www.grill-royal.de

Im Salonschiff unterwegs

Auf Erkundungstour entlang der Spree begab sich mit „Berliner Akzente” der Berliner Schauspieler und Freizeitkapitän Armin Sengenberger – schließlich bieten sich vom Wasser aus die spannendsten Perspektiven.

Unterwegs waren wir mit dem eleganten Salonschiff Dora Maar, auf dem kleine Gesellschaften bis 15 Personen exklusive Ausflüge unternehmen können. Der Berliner Bootsverleih „Stadtboote” hat fünf charmante Bootsklassiker und historische Schiffe unterschiedlicher Größe im Angebot; die besonderen Touren starten im Heimathafen – der City-Marina an der „Hafenküche” – oder an einem Ort der Wahl.
www.stadtboote.de

Radialsystem, Friedrichshain
Rundum spektakuläre Aussichten: Vom Liegestuhl auf der Terrasse direkt an der Spree schweift der Blick bei einem Glas Rotwein oder kleinen Speisen vom Alexanderplatz bis zur Oberbaumbrücke.
www.radialsystem.de

Restaurantschiff Klipper, Treptow
Am Rand des Treptower Parks liegt das stattliche Segelschiff Klipper von 1890 an der Ufermauer. Die gutbürgerliche wie frische Küche verwöhnt von morgens bis abends.
www.klipper-berlin.de

Spreearche, Köpenick
Die Klingel am Steg ruft den Fährmann, der die Gäste sicher zum auf der Spree schwimmenden Blockhaus fährt. Hier beginnt ein Kurzurlaub mitten auf der Spree, den Sonnenuntergang über dem glitzernden Wasser gibt es inklusive.
www.spreearche.de

Diese Themen könnten Sie auch interessieren