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Titel Sofasport
Bild: Daniel Devecioglu
Interview

„Wir sind keine Couch-Potatoes“

Nachgehakt bei Torben Bertram: Der Mitbegründer und Vorsitzende des weltweit ersten Sofasport-Vereins über die gesellige sportliche Betätigung auf dem Sofa und einfache Übungen. Gerade in diesen Zeiten wird das Sofa für viele zum häufigsten Aufenthaltsort.

Sofasport, da denkt man an Herumflegeln auf der Couch…
Falsch. Wir sind keine Couch-Potatoes. Die beschäftigen sich mit irgendetwas und sitzen dabei zufällig auf der Couch. Wir sind viel aktiver. Zwar sitzen wir auch auf dem Sofa, aber das ist ein bewusstes Sitzen. Das Sofa ist für uns Sportgerät, darauf machen wir Übungen, aktivieren verschiedene Muskelgruppen.

Welche zum Beispiel?
Das ruhige aufrechte Sitzen unterstützt die Rumpfmuskulatur. Das Sitzbücken – also Vorbeugen, als wenn man eine Knabbernuss vom Boden aufheben will – trainiert Bauch und Rücken. Extremsport ist das Sofaspringen, das Bein- und Fußmuskeln und den Gleichgewichtssinn trainiert.

Und was ist mit der Übung „Chipswettschlingen”?
Auch die vermittelt ein Körpererlebnis.

Wie sind Sie auf die Idee zum Sofasport gekommen?
Kollegen wollten mich ins Fitnessstudio mitschleppen. Allein schon die Vorstellung, sich da ohne jegliche soziale Interaktion schwitzend an den Geräten abzustrampeln, ist mir ein Graus. Ich wollte dem Selbstoptimierungswahn etwas entgegensetzen.

Sofasportübungen für zuhause

Der Berliner Sofasportverein hat auf seiner Webseite die besten Sofasportübungen zusammengestellt und erklärt sie dort in anschaulichen Bildern >>

Torben Bertram
Bild: Daniel Devecioglu

Braucht es für Sofasport einen Verein?
Sonst nimmt einen doch niemand ernst. Außerdem gibt das der Gemeinschaft einen Rahmen. Und darum geht es ja neben der körperlichen Betätigung – um soziales Miteinander. Wir sind auch Mitglied im Landessportbund.

Rein praktisch: Sie tingeln durch Berliner Kneipen und geben den Vorturner?
(lacht) Ja, so könnte man es nennen. Wir haben ja kein Vereinsheim. Also trainieren wir in Kneipen, die ein Sofa haben – immer ganz locker, so nach 20 Minuten ist jeweils eine Pause, um sich zu unterhalten. Es gibt auch Überlegungen, mal eine Rundtour zu machen und sich an einem Abend durch einen ganzen Bezirk zu turnen.

Sofasportverein zu Berlin e. V., www.sofasportverein.de

Sport machen zuhause: Bleiben Sie in den eigenen vier Wänden fit

Wer denkt, er brauche ein Fitnessstudio, um fit zu bleiben oder es zu werden, der irrt. In der Corona-Krise haben alle Fitnessstudios und andere Sporteinrichtungen geschlossen, nur joggen ist erlaubt. Wer sich aber lieber in der Wohnung fit halten möchte, der kann folgende Angebote nutzen:

Zusammen mit dem Landessportbund Berlin und Berliner Sportvereinen bietet der RBB zweimal täglich Workouts per Stream >>

Viele Trainer bieten mittlerweile auch Live-Online-Kurse zum Mitmachen an. So wie etwa Canzler Sport >>

Onlineplattformen wie Gymondo oder Cyberrobics bieten eine Vielzahl von Onlinefitnesskursen und -programmen. Allerdings handelt es sich bei diesen Angeboten um Abomodelle.

Ebenfalls lohnt sich ein Blick auf YouTube. Hier gibt es unzählige freizugängliche Fitnessvideos für jedes Fitnesslevel und Fitnessart.

Viele Fitnessstudios bieten ihren Kunden als Ausgleich den Zugang zu Onlinekursen. Hier lohnt es sich also nachzufragen. Die Kette McFit hat direkt einen eigenen Livestream ins Leben gerufen. Täglich gibt es von 10 bis 20 Uhr Fitnesskurse, die sich vor allem an Kraftsportler, aber auch an alle anderen Fitnessliebhaber wenden.

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