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Titel Valerie Niehaus
Bild: Christiane Pausch / ZDF
Mein Berliner Akzent

Valerie Niehaus: „Berlin verzeiht einem alles“

An Berlin schätzt Valerie Niehaus vor allem die Weite – und die Toleranz der Metropole. Ihr „Berliner Akzent“ ist kein spezieller Ort, sondern das sind die ausgiebigen Spaziergänge. Nicht selten ist die Schauspielerin stundenlang zu Fuß in der Stadt unterwegs, geht zum Beispiel von ihrer zentral gelegenen Wohnung aus bis in den Prenzlauer Berg. In den nächsten Wochen ist die vielseitige Mimin gleich mehrfach auf dem Bildschirm zu erleben – in dem neuen ZDF-Mehrteiler „Nächste Ausfahrt Glück“, im „Tatort“ und in der „heute-show“.

Valerie Niehaus: „Dreimal habe ich in Berlin mein Leben komplett umgekrempelt. Jede dieser privaten Lebensphasen ist mit einem Kiez verbunden. Erst Prenzlauer Berg, dann Charlottenburg, jetzt Schöneberg. Das ist es, was ich an der Stadt so mag: Berlin erlaubt es einem, neu zu beginnen. Berlin verzeiht einem alles. Und dann ist da diese unendliche Weite. Hier kann man stundenlang einfach geradeaus gehen oder auch hin und her mäandern. Ich liebe diese langen Spaziergänge durch Berlin.

Spazierengehen und die Stadt genießen

Von meiner jetzigen Wohnung aus gehe ich gern zu Fuß bis nach Prenzlauer Berg. Immer führt mich der Weg dann durch den Tiergarten. Die Bäume dort wissen alles von mir. In den 90er-Jahren bin ich da durchgelaufen auf dem Weg von einer Clubnacht nach Hause. Später, nach der Geburt meines Sohnes, war ich da mit dem Kinderwagen unterwegs, und noch heute ist der Park für mich ein wunderbarer Ort zum Nachdenken. Von dort laufe ich durchs Brandenburger Tor. Das kann man gar nicht oft genug tun, sich die historische Bedeutung bewusst machen. Von da ist es nicht mehr weit bis zum Alex und nach Prenzlauer Berg. Gern gehe ich aber auch in Richtung Süden, bis in den Grunewald.

Valerie Niehaus
Bild: Christiane Pausch / ZDF

Schon während meiner Zeit in New York war ich gern zu Fuß unterwegs. Damals bin ich oft von der Südspitze – da standen dort noch die beiden Türme des World Trade Centers – bis zum Central Park gegangen. New York ist noch eine Spur geschäftiger als Berlin, das fand ich damals sehr inspirierend. In Berlin kann die Geschäftigkeit manchmal erdrückend sein. Aber wenn ich das so empfinde, bleibe ich einfach zu Hause. Dann bin ich zwar ein Teil der Stadt, bin mittendrin, aber eben ganz bei mir. Ich bin gern allein – in dem Wissen, dass ich inmitten ganz vieler Menschen bin.
Kurz ging mir vor meinem Umzug nach Schöneberg durch den Kopf, an den Stadtrand zu ziehen. Aber dann habe ich entschieden: Dafür ist es zu früh. Außerdem schätze ich es, dass unter anderem der Tauentzien mit dem KaDeWe von hier aus fußläufig zu erreichen ist.“

Über Valerie Niehaus:

  • geboren 1974 in Emsdetten (Nordrhein-Westfalen). 1987 zog sie mit ihrer Familie nach München, wo sie fürs Fernsehen entdeckt wurde.
  • Ihre erste Rolle spielte sie 1988 in einer Folge des TV-Mehrteilers „Rote Erde“.
  • An dem Tag, als sie ihr Abiturzeugnis erhielt, bekam sie einen Vertrag für „Verbotene Liebe“. Ihre Rolle als Julia von Anstetten, die sie in 540 Folgen der Serie verkörperte, machte sie bekannt.
  • In dem 1997 ausgestrahlten Rosamunde-Pilcher-Liebesfilm „Stunden der Entscheidung“ spielte sie ihre erste Spielfilm-Hauptrolle.
  • Von 1997 bis 1999 studierte Valerie Niehaus am Lee Strasberg Theatre and Film Institute in New York.
  • Anschließend ließ sie sich in Berlin nieder. Seither ist sie regelmäßig im deutschen Fernsehen zu erleben, so unter anderem in Sönke Wortmanns „Sankt Pauli Nacht“, dem Horrorthriller „Flashback – Mörderische Ferien“, den Zweiteilern „Rose unter Dornen“, der Udo-Jürgens-Filmbiografie „Der Mann mit dem Fagott“, „Überleben an der Wickel-Front“ und der Fortsetzung sowie in dem Melodram „Die schöne Spionin“, den Krimireihen „Kommissar LaBréa“, „Donna Leon“ und „Die Toten von Salzburg“, in „Die schöne Spionin“ und zahlreichen Komödien wie „Mich gibt’s nur zweimal“, „Zwei Familien auf der Palme“ und „Drunter und Brüder“.
  • Von 2016 bis 2019 spielte sie in 40 Folgen die Hauptrolle der Rechtsmedizinerin Dr. Katrin Stoll in der ZDF-Krimireihe „Die Spezialisten – im Namen der Opfer“.
  • Zudem wirkt Valerie Niehaus regelmäßig in Comedysendungen mit – von der Serie „Sketch History“ bis zu „Kroymann“ und zur Satiresendung „heute-show“.

So gern Valerie Niehaus in der Großstadt lebt, so gut hält sie es auch in ruhigeren Gefilden aus. Zum Beispiel in Eisenach. In der 40.000-Einwohner-Stadt am Fuße der Wartburg hat sie im Sommer 2020 sechs Wochen lang gedreht – für zwei Folgen der neuen ZDF-Herzkino-Reihe „Nächste Ausfahrt Glück“. Darin spielt sie die gebürtige Eisenacherin Katharina, die 1989 vor dem entscheidenden Schritt zurückschreckt, während ihr damaliger Freund Juri (Dirk Borchardt) über den Zaun der Prager Botschaft springt und aus der DDR flieht. Sie kümmert sich stattdessen um Juris Vater (Ernst Stötzner) und heiratet Georg, den Burghauptmann der Wartburg (Max Hopp). Dann kehrt nach 30 Jahren Juri aus Kanada zurück … Soweit kurz gefasst der Inhalt der Folge „Juris Rückkehr“, den das ZDF am Sonntag, 28. Februar, um 20:15 Uhr ausstrahlt. Die nächste Folge „Beste Freundinnen“ ist am 7. März um 20:15 Uhr im Zweiten zu sehen.
Sehr abwechslungsreich sei die Arbeit in Eisenach gewesen, allerdings in Zeiten von Corona auch „sehr anders“. Das peinlich genaue Einhalten der Abstands- und Hygieneregeln, die regelmäßigen Corona-Tests – das sei schon belastend gewesen. „Aber wir konnten uns im Team sehr gut aufeinander verlassen.“ Trotz der konzentrierten Arbeit habe es immer mal wieder Zeit für einen Plausch zwischendurch gegeben. „Im Grunde habe ich die Zeit empfunden wie eine Sommerfrische im Thüringer Wald.“ Niehaus hofft, dass die Corona-Einschränkungen es zulassen, dass in diesem Sommer zwei weitere Folgen Folgen von „Nächste Ausfahrt Glück“ in Eisenach gedreht werden können.
Über die Herzkino-Folgen hinaus ist Valerie Niehaus am 14. Februar im „Tatort“ zu sehen, in der Folge „Hetzjagd“ mit Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) aus Ludwigshafen. Und am 19. Februar läuft die nächste „heute-show“ mit ihr.

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