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Schauspielerin Tessa Mittelstaedt
Bild: Mirjam Knickriem / photoselection.de
Mein Berliner Akzent

Tessa Mittelstaedt: „Der Gorinsee – das Komplettpaket zum Wohlfühlen“

Ein Lieblingsort? Schauspielerin Tessa Mittelstaedt hat unzählige Lieblingsorte in Berlin. Gern schaut sie im „Nola’s am Weinberg“ vorbei, das ist ihr „Berliner Akzent“. Doch den größten Teil des Sommers hat sie „kurz hinter der Stadtgrenze“ verbracht – am Gorinsee. Auf die Mattscheibe kehrt sie am 13. September zurück: im „Tatort“ aus Hessen.

Tessa Mittelstaedt: „Eigentlich wollte ich gar nicht nach Berlin. Aber es lag auf halber Strecke zwischen meiner Heimatstadt Hamburg, und Dresden, wo ich fünf Jahre lang am Staatsschauspiel engagiert war. 2006 bin ich in die Hauptstadt gezogen – und habe seither unendlich viele tolle Orte hier kennen und lieben gelernt. Deswegen wechselt mein ,Berliner Akzent‘ auch ständig. Weil Berlin so vibrierend ist und so vielfältig. Mein erster Anlaufpunkt war das Seecafé am Neuen See. Auf dem Weg dorthin bin ich auf diese tolle, von Rhododendronsträuchern umgebene Brücke im Tiergarten gestoßen. Als ideale Laufstrecke hat sich dann eine Runde um den Schlachtensee herausgestellt. Dem See war ich sofort in Liebe verfallen. Überhaupt war es immer das Wasser, das mich in seinen Bann gezogen hat. Als ich das Paul-Lincke-Ufer entdeckt habe, war ich so begeistert, dass ich sofort gesagt habe: Da will ich leben. Eine Zeitlang gewohnt habe ich dann später am Paul-und-Paula-Ufer.

Ort des Sommers: außerhalb von Berlin am Gorinsee

In diesem Sommer war allerdings ein Fleckchen Erde ein Stückchen außerhalb von Berlin mein Favorit – der Gorinsee bei Schönwalde im Landkreis Barnim. Breiter Sandstrand, flaches Wasser, ein fantastisches Wildrestaurant in der Nähe. Das ist das Komplettpaket zum Wohlfühlen, Lebensqualität pur – und von unserer Wohnung in Prenzlauer Berg mit dem Auto in 20 Minuten zu erreichen. Bei einer Motorradtour sind mein Mann und ich ganz zufällig auf diesen heimeligen Ort gestoßen. Zwei- bis dreimal die Woche bin ich diesen Sommer mit meinen Kindern hingefahren, einfach raus in die Natur. Wir haben Schnitzeljagden gemacht, sind Bäume hochgeklettert, umgeben von wilden Pferden und schottischen Hochlandrindern.

Lieblingsort in Berlin: Nola‘s Weinberg

Mein Lieblingsort mitten in Berlin ist das ,Nola’s am Weinberg‘, dieses wunderbare Restaurant mit seiner modernen schweizerisch-alpenländischen Küche im Ambiente eines denkmalgeschützten Pavillons aus den 1950er-Jahren. Das Nola’s ist beliebter Treff meiner Branche. Aber das ist gar nicht der Grund, warum ich da so gerne bin. Ich liebe den Blick ins Freie von der Terrasse aus. Das hat etwas so Erholsames.“

Über Tessa Mittelstaedt:

  • geboren am 1. April 1974 in Ulm.
  • Ihre schauspielerische Ausbildung erhielt sie an der Westfälischen Schauspielschule in Bochum, anschließend studierte sie Method Acting bei John Costopoulos und absolvierte die MK Lewis Masterclass.
  • Diverse Theaterengagements, unter anderem am Schauspielhaus Bochum, im Schauspieltheater NRW in Wuppertal und am Staatsschauspiel Dresden.
  • Als Filmschauspielerin bekannt wurde sie vor allem durch ihre Rolle als Assistentin Franziska Lüttgenjohann im Kölner „Tatort“, die sie von 2000 bis 2014* durchgängig spielte.
  • Film- und Fernsehrollen wie „Cecilia Ahern – In deinem Leben“ (2019), „Lena Lorenz“ (2019) und „Frühling“ (2019). Zudem hatte sie diverse Gastauftritte in Serien, darunter „SOKO Leipzig“ „Polizeiruf 110“, „Letzte Spur Berlin“ und „Der Bergdoktor“. Außerdem war sie in Kinofilmen wie „Tage die blieben“, „Der blinde Fleck“ und „Weak Heart Drop“ zu sehen.
  • Von 2012 bis 2015 spielte sie in der ARD-Vorabendkrimiserie „Heiter bis tödlich: Morden im Norden“ eine der Hauptrollen: die Staatsanwältin Elke Rasmussen.

Nachdem Tessa Mittelstaedt wie alle ihre Berufskollegen in der ersten Jahreshälfte durch die Corona-Krise bedingt eine Zwangspause einlegen musste, hat sie nun gerade den Stubbe-Krimi „Abendlicht“ abgedreht – „die Jubiläumsfolge zu Wolfgang Stumphs 75. Geburtstag“.
„Jetzt warten acht Hörbücher darauf, eingelesen zu werden“, erzählt sie. „Das ist eine Aufgabe, die mich auf ganz andere Weise fordert als die Schauspielerei.“ Unterhaltungsliteratur ist ebenso dabei wie Biografien – Bücher über die Nightingale-Schwestern oder Romy Schneiders Lebensabschnitt mit Alain Delon. Sogar ein medizinisch-wissenschaftlicher Band ist dabei, ein Buch der amerikanischen Wissenschaftlerin Sarah Hill über die Pille. „Eine spannende Abhandlung, die Pflichtlektüre für jede Frau sein sollte“, sagt Tessa Mittelstaedt.

Als Schauspielerin würde sie gern mal eine Frauengestalt aus der Geschichte darstellen. „Historische Stoffe finde ich absolut spannend.“ Frauenvorbilder wie Clara Schumann oder George Sand, die sich behauptet haben und ihrer Zeit voraus waren, die sich selbst gefunden haben, beeindrucken sie. „Dieses Revolutionäre, diese Transformation – das inspiriert mich auch in meinem Leben.“

Eine außergewöhnliche Frau verkörpert Tessa Mittelstaedt in der „Tatort“-Folge „Funkstille“, die am 13. September um 20:15 Uhr in der ARD gezeigt wird – eine Produktion des Hessischen Rundfunks mit dem Frankfurter Ermittlerteam Janneke und Brix alias Margarita Broich und Wolfram Koch. Tessa Mittelstaedt spielt darin eine der Hauptrollen. „Eine solche Frauenfigur habe ich im deutschen Fernsehen selten gesehen“, sagt sie – und möchte noch gar nicht mehr verraten. Sie sei super gespannt auf die Ausstrahlung.

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