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Titel Mathias Junge
Bild: Petit machine
Mein Berliner Akzent

Mathias Junge: „Steglitz ist wunderbar unaufgeregt.“

Vor fünf Jahren zog Schauspieler Mathias Junge mit seiner Familie von Hamburg nach Berlin. Die Wohnungssuche führte ihn nach Steglitz – ein Ortsteil, den er vorher so gut wie gar nicht kannte. Obwohl er als einer der Hauptdarsteller der ZDF-Serie „SOKO Wismar“ seit mittlerweile neun Jahren regelmäßig in Berlin vor der Kamera steht. Schnell fühlte er sich in Steglitz heimisch, das ist sein „Berliner Akzent“.

Mathias Junge: „Die treibende Kraft für den Umzug war eigentlich meine Frau. ,Lass uns dahin ziehen, wo die Arbeit ist‘, meinte sie. Und das ist nun mal Berlin. Die ,SOKO Wismar‘ wird zum großen Teil in den Filmstudios in Adlershof gedreht, auch für Außendrehs wählen die Producer gern Locations in und um Berlin.
Weil wir gewisse Vorstellungen hatten von der Größe unserer Wohnung, sind wir schließlich in Steglitz fündig geworden – und das war die absolut richtige Entscheidung. Der Stadtteil ist wunderbar unaufgeregt, ganz anders als die Hotspots Prenzlauer Berg oder Kreuzberg. Wenn man durch Mitte geht, denkt man sofort: Das ist Berlin. Steglitz dagegen könnte überall sein – und genau das gefällt mir und hat es mir leicht gemacht, in Berlin anzukommen. Denn das war schon eine Umstellung. Hamburg ist überschaubarer, Berlin dagegen viel großflächiger. Deswegen bleiben die Berliner ja auch eher in ihrem Kiez.
Na ja, die Schloßstraße ist nicht unbedingt eine Schönheit, aber als Einkaufsstraße total praktisch. Einmal rauf, einmal runter und man hat alles, was man braucht. Nur kulinarisch könnte der Kiez noch etwas zulegen, da vermisse ich ein paar nette kleine Lokale. Das ,GM 26‘ mit seinem Biergarten gefällt mir oder das ,Fendricks‘ zum Frühstücken. Gern trinke ich auch mal einen Kaffee bei den ,Kaffeenauten‘. In der Art könnte es gerne mehr geben.
Toll finde ich, dass es hier im Berliner Südwesten so herrlich grün ist. Mal schnell zum Baden an den Schlachtensee oder zur Krummen Lanke, das gefällt mir. Gern bin ich auch im Botanischen Garten. Oder spaziere durch den Grunewald – da bin ich mitten im Wald und doch mitten in Berlin. Das tut gut, da kann ich durchatmen.“

Über Mathias Junge:

  • geboren 1974 in Marne im Kreis Dithmarschen und als dritter von vier Brüdern auch an der Nordseeküste in Schleswig-Holstein aufgewachsen.
  • Arbeitete nach der Schulzeit zunächst als Schiffsagent am Nord-Ostsee-Kanal.
  • Von 1999 bis 2002 besuchte er die Schauspielschule in Hamburg, die er mit dem Diplom „Bühnenreife“ abschloss. Seither als Theater- und Filmschauspieler tätig.
  • Auf der Bühne stand er unter anderem am Ernst Deutsch Theater in Hamburg, Deutschlands größtem privaten Sprechtheater, auf dem Theaterschiff in Bremen und am Ohnsorg-Theater in Hamburg.
  • Als Filmschauspieler ist Junge vor allem durch seine Rolle als Polizeihauptmeister Kai Timmermann in der ZDF-Serie „SOKO Wismar“ bekannt, die er seit 2011 spielt.
  • Außerdem ist er dem Fernsehpublikum bekannt durch Rollen in Serien wie „Der Kriminalist“, „Morden im Norden“, „Der Tatortreiniger“ oder „Die Kanzlei“.
Soko Wismar
Bild: Marc Meyerbroeker

Frisch erholt aus dem Urlaub an der Ostsee zurückgekehrt, ist Mathias Junge Ende Juli wieder in die Dreharbeiten für die nächsten Folgen von „SOKO Wismar“ eingestiegen. Nach dem Start der Aufnahmen für die kommende Staffel im Februar kam Anfang April Corona-bedingt der Cut. „Jetzt stehen zunächst die Außendrehs ,on location‘ in Wismar auf dem Drehplan“, erzählt Junge. Auch wenn viele Außenaufnahmen in Berlin gedreht werden: „Die Szenen mit lokalem Wiedererkennungswert werden natürlich an den Original-Schauplätzen aufgenommen – beispielsweise im Wismarer Hafen.“ Zwar könne derzeit nur unter Auflagen gedreht werden, müssten Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden, aber das sei machbar.

Meist würden vier bis fünf SOKO-Folgen parallel abgedreht, erklärt Junge. So ist es auch diesmal geplant. Erst alle Außenaufnahmen, dann geht’s ins Studio, um die Verhörszenen auf dem Polizeirevier aufzuzeichnen. „Wir sind ein super eingespieltes Team“, sagt der Wahl-Berliner, dem die Arbeit bei der „SOKO Wismar“ richtig Spaß macht. Was ihm besonders gefällt: „Ich darf die Figur des Kommissars Kai Timmermann selbst weiterentwickeln, sie ausschmücken. Autor und Regisseur vertrauen mir – weil sie wissen, dass ich die Figur kenne.“

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