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Titel Sand In Sicht
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Urlaub vom Alltag

6 Orte in Berlin, die sich wie Urlaub anfühlen

Urlaub machen vor der Haustür: Im Strandkorb auf die Spree blicken, den Ball auf dem Beachvolleyball-Platz pritschen oder in den diversen Strandbars Cocktails schlürfen – im Berliner Sommer kommt an vielen Orten das Gefühl von Meeresnähe auf.

1. Beach61 in Berlin-Kreuzberg

Carmen räkelt sich auf einem blauen Liegestuhl und lässt den Sand durch ihre Finger rinnen. Am Horizont sinkt die Sonne in die Silhouette Berlins. Ein leichter Geruch von gegrillten Bratwürsten und Burgern steigt in ihre Nase.

Doch davon lässt sie sich nicht ablenken. Sie beobachtet ganz genau das Spiel ihrer zukünftigen Gegner, die barfuß und leicht bekleidet den Beachvolleyball gekonnt über das Netz pritschen, baggern und schlagen. Vor vier Jahren hat die Kreuzbergerin diesen Sport als Ausgleich zu ihrem anstrengenden Job in einer Werbeagentur entdeckt.

Fast jeden Samstagvormittag kommt sie mit ihrem Spielpartner Simon zu den offenen Fun-Turnieren im Beach 61 und bleibt, bis die Fackeln entzündet werden und das Lagerfeuer in den Feuerschalen knistert. „Das ist wie Urlaub mitten in der Stadt“, sagt Carmen.

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Zahlreiche Beachvolleyball-Plätze sorgen in Berlin für Urlaubsfeeling. Bild:

Mit mehreren hundert Lkw-Ladungen brandenburgischem Sand haben die Betreiber auf dem Niemandsland neben dem Gleisdreieck eine Oase mit 40 Beachvolleyball-Feldern entstehen lassen. „Die richtige Beschaffenheit des Sandes ist eine kleine Wissenschaft“, sagen die Geschäftsführer Frank Philipp und Christian Köhler.
„Er muss speziell gesiebt werden und aus runden Körnern bestehen, so dass er nicht klebt. Sandburgen lassen sich damit nicht bauen.“ Nicht alle kommen wegen des Sandes, manche wollen einfach nur ihr Feierabendbier in den selbstgebauten, aber gemütlichen Bierkastensesseln bei entspannter Musik genießen.

Unser Tipp: Für die Tage mit weniger gutem Wetter, weichen Sie einfach auf das East61 in Berlin-Schöneberg aus. Hier können Sie Indoor-Beach-Volleyball spielen.

Adresse: Bülowstr. 68, 10783 Berlin
www.beach61.de

2. BeachMitte in Berlin-Mitte

Auch die ca. 10.000 Tonnen Sand, auf dem die 50 Felder von BeachMitte entlang der ehemaligen Mauer hinter dem Nordbahnhof angelegt sind, stammen aus der Mark Brandenburg. Was 1997 mit Sand aus Schubkarren auf einer freien Fläche und Getränken aus Einkaufswagen begann, hat sich zu einer 20.000 Quadratmeter großen Anlage mit gefliesten Duschen, Sonnendeck und Bistro gemausert.
Trotzdem sind die Preise mit 16 bis 20 Euro pro Stunde und Feld einigermaßen moderat geblieben. „In unseren Kursen treffen Teenies auf 60-Jährige, Verkäufer auf Akademikerinnen und Regierungsbeamte auf Selbstständige. Beim Beachvolleyball spielen Alter oder Position keine Rolle, stattdessen Ballgefühl und Teamgeist“, erzählt Peer-Ole Mielenz. Er trainiert seit 2001 Anfänger, Fortgeschrittene und Profis. Bei den regelmäßig stattfindenden Turnieren können die Besten Punkte für die deutsche Rangliste erspielen und Preisgelder gewinnen.

Unser Tipp: Im BeachMitte können Sie nicht nur Beachvolleyball spielen. Dort finden Sie auch einen Kletterpark. Diesen und weitere Hochseilgärten in Berlin, stellen wir Ihnen hier vor >>

Adresse: Caroline-Michaelis-Straße 8, 10115 Berlin
www.beachberlin.de

3. Yaam in Berlin-Friedrichshain

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Eis, Sand, Sonne – was will das Kinderherz mehr? Bild:

Auch im Yaam an der Schillingbrücke finden Turniere im Sand statt, hier geht es allerdings meist nur um den Spaß an der Sache, zum Beispiel beim Beachsoccer. Zu im Internet angekündigten Terminen kann sich jeder anmelden. Die Mannschaften werden dann vor Beginn zusammengestellt. Wer gerade nicht spielt, kann sich karibische, kreolische oder afrikanische Salate und Suppen oder Gegrilltes schmecken lassen, an der Escobar an einem leckeren Fruchtsaft nippen und im Takt der Reggae-Vibes mitwippen oder von einem Liegestuhl aus den Schiffen auf der Spree hinterherwinken.

Im Yaam treffen sich sonntags bis zu 1.500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene aller Hautfarben, denn dann ist großer Markt angesagt. In der “Kids Corner” können die Kleinsten sich schminken (lassen), trommeln oder mit den Betreuern im Sand tollen. Die ältere Fraktion kommt dafür vor allem am Abend auf ihre Kosten: Mehrmals die Woche präsentiert das Yaam den Sommer über musikalische Events mit internationalen Künstlern und DJs der Dancehall-, Reggae- und Black-Music-Szene.

Adresse: An der Schillingbrücke 3, 10243 Berlin
www.yaam.de

4. Flussbad Gartenstraße in Berlin Köpenick

Natürlich hat Berlin auch echte Strände zu bieten, an denen sich die Stadt schon fast wie Urlaub anfühlt, also solche, an denen man baden kann. Neben den großen Strandbädern am Wannsee, am Müggelsee und am Tegeler See gibt es auch kleine, weniger bekannte Sand-Perlen. Dazu zählt das Flussbad Gartenstraße an der Dahme. Eine Gruppe junger Leute aus Köpenick konnte das älteste noch existierende Flussbad Berlins aus dem Jahre 1897 vor dem Abriss retten, so dass hier nun wieder geschwommen und im feinen Sand gebuddelt werden kann. Auf der runden Holzterrasse des dazugehörigen Restaurants Krokodil lässt der fantastische Ausblick von fernen Ufern und frischen Wassermelodien träumen.

Adresse: Gartenstraße 46-48, 12557 Berlin
www.der-coepenicker.de

5. Strandbad Orankesee in Alt-Hohenschönhausen

Auch das Strandbad Orankesee in Alt-Hohenschönhausen hat eine wechselvolle Geschichte. Zur Eröffnung 1929 wurde der Sand für den 300 Meter langen Strand vom Ostseebad Ahlbeck herangefahren. Noch heute lässt sich die Pächterin Alexandra Barnewski den Sand von der Ostsee liefern. Und wären da nicht die Bäume und Gräser der Parklandschaft am Ober- und Orankesee dicht am Ufer, könnte es auch Ostseewasser sein, das die Kinder in die Sandburggräben laufen lassen. Ihre Eltern malen vom Strandkorb aus mit den Zehen Spuren in den Sand, die schon mit der nächsten Bewegung verwischt sind.

Adresse: Gertrudstraße 7, 13053 Berlin
www.strandbad-orankesee.de

6. Kiesgrube in Berlin-Grunewald

Wer es bei den Zehen nicht belassen und todesmutig selbst einen Sandhang herunterpurzeln möchte, der mache sich auf den Weg in den Grunewald zur Kiesgrube. Diese 18 Hektar große und 25 Meter tiefe Grube ist durch die Gewinnung von Bausand entstanden. Das Grundwasser hat einen kleinen See mit angrenzendem Sumpfgebiet entstehen lassen. Ungefähr 16 Brutvogelarten, Erdkröten, Moorfrösche, sowie knapp 200 Schmetterlingsarten haben sich dort angesiedelt und das Riesenloch in ein kleines Paradies verwandelt – nicht nur für Sandhangpurzler.

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