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Kofferpacken
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Urlaubsvorbereitung

Richtig Koffer packen

Der Urlaub ist zum Greifen nah; wären da nicht noch das lästige Zusammenstellen der Reisegarderobe und das Kofferpacken. Jeder dritte Deutsche lässt sich davon stressen. Dabei gibt es einige Tricks, mit denen der Stress einpacken kann.

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lughafen Berlin-Tegel. Leichtgängig ziehen die Piloten und Stewardessen ihr Roll-Köfferchen hinter sich her, unterhalten sich vergnügt und wirken trotz des bevorstehenden Langstreckenflugs tiefenentspannt. Und man selbst? Der eigene Koffer scheint fast zu platzen, es grenzt mal wieder an ein Wunder, dass man ihn überhaupt zubekommen hat. Erneut konnte man sich nämlich nicht entscheiden, wie viele Outfits und Schuhe mitreisen sollen – und wie man sie geschickt verstaut. Dabei liegt die Antwort so nahe: Sie stolziert in Uniform und mit Rollkoffer zum Abflug-Gate.

Multiplayer-Garderobe ideal für Reisen

Ob Jet-Setter, Mode-Stylisten oder professionelle Kofferpacker: Sie alle empfehlen „Zweimal-im-Jahr-Urlaubern“ sich die Methode der Vielreisenden abzuschauen – sich eine „Reiseuniform“ zuzulegen. Was für die Stewardess oder den Piloten die Uniform ist, ist für den Gelegenheits-Reisenden die „Multiplayer“-Garderobe, sprich: Alle Teile sind aufeinander abgestimmt, sodass sie sich im Idealfall beliebig kombinieren lassen. Diese Auswahl legt man sich einmal auf dem Bett zurecht – und profitiert davon jahrelang auf sämtlichen Urlaubs- und Geschäftsreisen.

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Auf YouTube finden sich informative Videos, wie man(n) und frau diese zusammenstellt. Die Stylistin Reachel Bagley empfiehlt zum Beispiel Frauen, sich auf drei Paar Schuhe zu beschränken: eines für Kleider, ein Paar Ballerinas und ein Paar leichte Turnschuhe. Für den Strandurlaub kommen noch Flipflops dazu. „Sie brauchen niemals mehr als drei Paar Schuhe und die meiste Zeit können Sie auch mit zwei Paar überstehen.“

Für die Multiplayer-Garderobe grenzen Sie am besten die Farbpalette ein, zum Beispiel auf Pastell-Töne oder Schwarz-Weiß. Frauen können mit bunten Accessoires, wie Tücher oder Schmuck, ihre Kleidung spielend einfach „updressen“ – auch Männer können sich den Trick der eingeschränkten Farbpalette abschauen und mit nur 16 Teilen (!) eine ganze Reise-Garderobe zusammenstellen.

So spart man Gewicht im Koffer

Doch wie spart man Platz im Koffer? Die schwersten Teile, wie Mantel oder Sakko, trägt man am besten auf der Flugreise, empfiehlt das Magazin GQ . Auch den Strohhut für den Strand. Frauen ziehen idealerweise ihre schwersten Schuhe gleich an, so frösteln sie bei aufgedrehter Klimaanlage an Bord des Flugzeugs gleich weniger. Soll das Sakko oder das empfindliche Sommerkleid fürs abendliche Urlaubsdinner doch in den Koffer, dann das Kleidungsstück am besten auf links ziehen – das schützt zum Beispiel die Schulterpartie – und in einem Plastik-Sack aus der Reinigung einwickeln. Das verhindert Falten.

Immer mehr Hotels stellen nicht nur Handtücher – auch für den Strand – und den Haarfön zur Verfügung, sondern ebenfalls die wichtigsten Hygiene-Artikel. Wer schon mal Backpacking in Asien oder Australien gemacht hat, weiß zudem, dass sich das dick-flauschige Frottee-Handtuch hervorragend durch ein leicht trocknendes Camping-Handtuch mit Microfasern ersetzen lässt. Und statt Strandmatte oder Badetuch tut es auch ein leichter Sarong.

Reisegrößen für Hygiene-Artikel und Anti-Knitter-Folie

Nick Wooster , Mode-Experte und Vielreisender aus New York, gibt alternativ den Tipp , den Kulturbeutel stets mit allen Hygiene-Artikeln in Reisegröße parat zu haben. So muss man gar nicht lange nachdenken. Für Männer ist übrigens ein Navy-Sakko der ideale Reisebegleiter. „Navyblau lässt jeden gut aussehen. Sie ist die demokratischste Farbe überhaupt.“

Um das Knittern von Stoffhosen zu vermeiden, werden diese am besten gerollt. Gerollte T-Shirts und Tops sind überdies gute Lückenfüller; das gilt ebenfalls für Unterhosen, gibt der Online-Versandhändler Zalando auf YouTube als Tipp . Alte Sonnenbrillen-Etuis können wiederum als Stauraum für Ladegeräte fungieren.

Tipps vom Profi-Kofferpacker aus dem Hotel Adlon

RicardoDuener
Adlon-Butler Ricardo Dürner. Bild: Hotel Adlon Kempinski Berlin

Professionelle Kofferpacker wie Butler Ricardo Dürner aus dem Berliner Fünf-Sterne-Hotel Adlon empfehlen überdies: Die schwersten Stücke immer nach unten (nahe der Kofferrollen) legen. Die Zwischenräume werden dann mit Socken, Strumpfhosen oder zusammengerollten T-Shirts aufgefüllt. Der gebürtige Mexikaner betreut seit 1999 die Gäste der Präsidenten-Suite, darunter Staatsoberhäupter, Hollywood-Stars oder Unternehmer. Zu seinen Gästen zählten schon Michail Gorbatschow, der Dalai Lama und Michael Jackson. Butler Ricardo ist 24 Stunden für seine Gäste da, bügelt auf Wunsch die Zeitung auf – und packt ebenfalls die Koffer.

Staatsgäste haben oft große Übersee-Koffer dabei, wie man sie aus historischen Filmen kennt, in denen Anzüge und Abendkleider auf dem Bügel hineingehängt werden. Das mag sich der Otto-Normal-Reisende angesicht strikter Koffergewichtsregeln von Fluggesellschaften wohl kaum abschauen können – wohl aber die folgenden Tricks:

  • Empfindliche Kleidungsstücke, wie ein Sakko oder ein Blazer, niemals plattdrücken, sondern lieber im Brustbereich mit anderen Kleidungsstücken, zum Beispiel Unterwäsche oder T-Shirts, auffüllen. Erst zum Schluss kommt das untere Ende des Sakkos in den Koffer und umschließt damit die leichteren Kleidungsstücke. Die Ärmel des Sakkos beispielsweise mit Seidenpapier aufpolstern. Gleiches gilt für die Hosenbeine von Stoffhosen.
  • Knitterfalten entstehen, wenn Stoff aneinanderreibt. Das verhindert Seidenpapier oder eine aufbewahrte Schutzfolie aus der Reinigung.
  • Lederschuhe kommen am besten in einen Stoffbeutel, damit keine Schuhcreme auf die Kleidung abfärbt. Stoff ist besser als Plastik, damit die Schuhe nicht „schwitzen“.
  • Planung ist das A und O, sprich: den Wetterbericht studieren, die Kleidung vor dem Packen auf dem Bett auslegen und im Falle von Platzproblemen einfach Teile wieder aussortieren.

„Vergessen Sie außerdem nicht, dass Sie in guten Hotels, ihre Kleidung auch reinigen lassen können.“ Und noch einen weiteren Tipp hat Butler Ricardo bereit: „Und seien Sie ehrlich zu sich selbst: Wenn Sie begeisterter Shopper sind, lassen Sie noch etwas Platz im Koffer für Souvenirs.“ Dann kann der Urlaub kommen.

Kofferpacken in Zahlen

Prozentzahl der Deutschen, die Kofferpacken als Stress empfinden: 32,9 Prozent

Quelle: Apotheken Umschau

Kleidungsstücke, die Frauen durchschnittlich für eine Woche mitnehmen: 36 Teile
Kleidungsstücke, die Männer durchschnittlich für eine Woche mitnehmen: 18 Teile

Quelle: Reiseportal Hypermarket aus Großbritannien

Prozentzahl der Männer, die sich selbst um ihr Reisegepäck kümmern: 44 Prozent
Zahl der Männer, die noch nie selbst einen Koffer gepackt haben: 6 Prozent

Quelle: Flugsuchmaschine Skyscanner

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