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Restaurantschiffe
Bild: Andreas Riedel
Gastro-Tipps

Absacker mit Wasserblick: Die schönsten Restaurant-Schiffe Berlins

An Bord fast aller Restaurantschiffe herrscht reges Treiben – ob schwimmende Blockhütte, Edel-Lounge oder Szenekahn – die Berliner feiern, schlemmen und trinken dort. Mit einer traumhaften Aussicht auf Natur und Sonnenuntergänge. Doch zuweilen ist Seetauglichkeit gefragt.

1. Patio: Mitten in der Stadt, aber zugleich Oase der Ruhe

Das leichte Schunkeln verrät, dass sich die elegante Lounge nicht auf festem Terrain befindet. Oder liegt es vielleicht doch an den köstlichen Weinen, dass man beschwingt in seinem Clubsessel sitzt? Egal. Das Patio, einen Katzensprung vom Schloss Bellevue entfernt, ist eine feine Adresse. Angedockt hat hier Mathias Böhme. Fünf Jahre hat es gedauert, bis der Gastronom, der bis dato als Barkeeper und Barista gearbeitet hatte, sich seinen Traum vom Restaurantschiff erfüllen konnte.

„Für so ein Projekt braucht man einen langen Atem, aber die Mühen haben sich gelohnt“, sagt der gelernte Gastronom, der das Schiff mit Hilfe des KompetenzCenters Gründungen und Unternehmensnachfolge der Berliner Sparkasse finanzierte und das Design aus edlem Holz, viel Glas, grünem Gestühl und braunen Clubsesseln selbst kreiert hat. „Dieser Platz war meine erste Wahl, denn die Gegend bietet beste Voraussetzungen: Sie ist mitten in der Stadt, aber zugleich eine Oase der Ruhe. Mir gefällt, dass tagsüber durch das Bundesinnenministerium und die Büros viel Leben herrscht, abends dagegen Entspannung angesagt ist.“

Ein Sushimeister fertigt die Reisröllchen
Das umgebaute Wohnschiff ist eine Augenweide: Hier ist alles rund oder geschwungen. Die Aussicht aufs Wasser und die hochherrschaftlichen Gebäude auf der gegenüberliegenden Seite: traumhaft. Im oberen Teil des Schiffs befindet sich das Tagesrestaurant, überdacht von einem gewölbten Glasdach. Zwei Sonnendecks laden zum Relaxen bei gutem Wetter ein. Salate und Suppen werden hier genauso angeboten wie edel-angerichtete Mittagsspeisen und vegane Köstlichkeiten. Und für die süßeren Gelüste kann man sich zum Dessert auf zarte Schokoladen-Nougat-Tarte oder auch knackige Crème Brûlée freuen.

Wer die Stufen in den unteren Teil des Kahns heruntersteigt, entert das in warmes Licht getauchte Restaurant mit eigener Bar. Betont „loungig“ ist hier die Atmosphäre. Eine Front aus Panoramafenstern mit Schiebetüren lockt zum entspannten Verweilen mit direktem Wasserblick ein. Egal ob Wein, Brandy, Sherry oder wohl-abgestimmter Longdrink – für ihren Absacker nach Büroschluss können Gäste aus einer umfangreichen Getränke-Karte wählen.

www.patio-berlin.de

2. Van Loon: Szenekahn mit Schwestern

Wer von Schiffen immer noch nicht genug hat, kann, nur einen Katzensprung entfernt, ein weiteres Restaurantschiff entern. An der Baerwaldbrücke, am Carl-Herz-Ufer, liegt die Van Loon. Der ausgediente Kahn wurde mit einer hölzernen Plattform verbunden und bereits vor Jahren zum Szene-Treff erklärt. Schon morgens kommen Fans zum Frühstücken. Mittags gibt es mediterrane Gerichte und abends wird Rum serviert oder Bier getrunken. Wer es bewegter braucht, steigt einfach auf die Schwesterschiffe Philippa oder Josephine um. Die Josephine ist von April bis Oktober im Einsatz und die Philippa sogar das ganze Jahr über. Dabei bieten beide regelmäßig kulinarische Rundfahrten zum Brunchen oder Lunchen an.

www.vanloon.de

3. Klipper: Direkt am Gastroschiff anlegen

Doch auch weiter im Osten haben Schiffe angelegt. Etwa der Klipper, ein umgebauter Wattenmeer-Frachtsegler von 1890, der an der Insel der Jugend, zwischen Plänterwald und Treptower Park, vor Anker gegangen ist. Deutsche, gutbürgerliche Küche wie Krabbencocktail, hausgemachte Serviettenknödel auf vegetarischer Pilzpfanne und Filet vom Kräutermatjes erwarten die hungrigen Gäste. Ein Schmankerl: Der Fisch ist selbst geräuchert und der Kuchen selbstgebacken. Und wer mit seinem Sportboot anreist, braucht nicht über die Brücke zu laufen, er kann sogar direkt am Schiff anlegen.

www.klipper-berlin.de

4. Spree-Arche: Schwimmendes Blockhaus in Köpenick

In der Spree-Arche in Köpenick geht es dagegen richtig rustikal zu. Frank Cotte hat das schwimmende Blockhaus eigenhändig gezimmert und mit ihm auf der Müggelheimer Seite der Spree angelegt. Spaziergänger, Wanderer und Bootsfahrer kehren hier im Unterdeck, an Deck und auf der Sonnenterrasse ein, um Gegrilltes aus Berliner und Brandenburger Gewässern, Scampi-Spieße, Schweinemedaillons oder hausgebeizte Lachsforelle zu speisen. Nachmittags gibt es „ganz solide“ Kaffee und Kuchen.

Klingeln – und rauf geht’s aufs Schiff
Auf der Spree-Arche ist allerdings – anders als bei ihren anderen Artgenossinnen – Seetauglichkeit vonnöten: Wer nämlich das schwimmende Blockhaus entern will, muss am Ufer ein Klingelknöpfchen bedienen. Dann braust Müggelspree-Pirat Cotte mit seinem hauseigenen Floß an und schippert seine Gäste schließlich zu den gut gefüllten Tellern.

www.spreearche.de

5. Capt’n Schillow: Ohne Großstadt in der City

Wer auf solchen nicht nur fangfrischen Fisch, sondern auch klassische deutsche Küche genießen möchte, der wird etwas westlicher fündig. Auf dem Landwehrkanal, direkt am Charlottenburger Tor, treibt das seit 1997 fest vor Anker liegende Restaurantschiff Capt’n Schillow auf den seichten Wellen.

Neben mediterranen Highlights wie dem leckeren „Capt. Schillow“-Fischeintopf oder dem begehrten „Capt. Schillow“-Teller mit hausgebeiztem Lachs und Matjestatar, können sich hungernde Hobby-Matrosen auch traditionelle Folienkartoffel aus dem Ofen oder saftiges Kalbsteak mit Pfeffersauce und Rosmarinkartoffeln zwischen die Kiemen schieben, während leises Plätschern für wohlige Dinner-Atmosphäre sorgt. Vom Oberdeck aus, mit seinen über 50 sonnigen und schattigen Sitzplätzen, können die vorbeischippernden Boote auf dem Landwehrkanal bestaunt werden – und das überraschend gut abgeschirmt vom Lärm der Großstadt. Da kommt dann schon mal Urlaubsfeeling auf.

www.capt-schillow.de

Restaurant-Tipps für jeden Geschmack

Knapp vier Millionen Einwohner und fast ebenso viele Geschmäcker, verschiedene Kulturen und Küchen: Die Vielfalt unserer Stadt spiegelt sich auch im kulinarischen Angebot wieder, 4.500 Restaurants öffnen hier täglich. Wir haben schöne Lokale und leckere Speisen für unsere Leser herausgesucht – von regional bis international und von Hausmannskost bis exotisch. Außerdem: Die schönsten Frühstückslokale und besten Orte für Tee-Zeremonien.

Alle Gastro-Tipps von Berliner Akzente finden Sie hier.

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