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Titel Pierre Kiwitt
Bild: Robert Becker
Mein Berliner Akzent

Pierre Kiwitt: „Das Lützowviertel ist für mich eine echte Entdeckung“

Der „Berliner Akzent“ des Schauspielers Pierre Kiwitt ist das Lützowviertel. Vor gut einem halben Jahr ist er von Mitte dorthin umgezogen. In der Weimarer Republik das Zentrum des Berliner Kunsthandels, hatte der Kiez wegen des Rotlichtmilieus an der Kurfürstenstraße lange einen zweifelhaften Ruf. Für Pierre Kiwitt ist die Gegend eine „echte Entdeckung“. Hier findet er Ruhe, wenn er nach anstrengenden Drehs nach Hause kommt. 2019 war der Wahl-Berliner, der seit acht Jahren in der Hauptstadt lebt, beruflich ziemlich viel unterwegs. Allein drei Zürich-Krimis hat er abgedreht.

Pierre Kiwitt: „Das Lützowviertel ist für mich die absolute Entdeckung – schließlich bin ich nicht ohne Grund mit meiner Familie von Mitte hierhergezogen. Hier im Lützowkiez schlägt das Herz von Berlin. Ob es der Zoologische Garten ist, der Ku‘damm oder der Tiergarten – alles ist total schnell erreichbar. Und dann natürlich der Winterfeldtplatz mit seinem wunderbaren Wochenmarkt. Den kannte ich vorher gar nicht – kaum zu glauben. Aber wie das in Berlin so üblich ist, sind wir in Mitte eben auch meist in unserem Kiez geblieben. Im belebten Mitte zu wohnen, war schon ganz lustig. Aber die Angebote dort habe ich gar nicht viel genutzt. Weil ich beruflich viel unterwegs bin, sehne ich mich privat eher nach einem Ruhepol – und den habe ich im Lützowviertel. Es ist fantastisch, wie schnell man hier im Grünen ist. Meine Frau hat ganz in der Nähe des tollen Gleisdreieckparks ihr Pilates- und Yogastudio eröffnet. Und unsere beiden Kinder haben es nicht weit zur französischen Schule. Kurze Wege – das bedeutet einfach mehr Lebenszeit. Und ich kann mehr Zeit mit den Kindern verbringen.“

Lützowplatz
Lützowplatz. Bild: wikimedia.org / Bautsch, CC0 1.0 Public Domain

Über Pierre Kiwitt:

  • geboren am 3. Februar 1977 in München als Sohn einer französischen Mutter und eines deutschen Vaters. Er wuchs zweisprachig auf.
  • Nach dem Abitur absolvierte er auf Wunsch des Vaters eine Banklehre, arbeitete aber nur kurze Zeit als Bankkaufmann und Börsenhändler.
  • Von 2000 bis 2005 nahm er Schauspiel- und Stimmbildungsunterricht bei Gerd Udo Feller in München.
  • Parallel ließ er sich an der New York Film Academy in Los Angeles, an der Improvisationstheaterschule Fast Food Theater und an der Theater Akademie Köln ausbilden. Zusätzlich absolvierte er eine Stuntman-Ausbildung sowie Workshops und Kurse in verschiedenen Schauspiel-Studios.
  • Von 2004 bis 2006 spielte Kiwitt in München bei freien Theatergruppen, machte Straßen- und Improvisationstheater.
  • Seit 2003 arbeitet er für Film und Fernsehen in deutschen, französischen und internationalen Produktionen.
  • 2007 stand Kiwitt für die Telenovela „Eterna Magia“ in Brasilien vor der Kamera, spielte in 147 Folgen mit, die im Durchschnitt täglich zwischen 50 und 70 Millionen Zuschauer erreichten.
  • In Deutschland wurde er bekannt durch seine Rolle im Fernsehfilm „Stauffenberg – Die wahre Geschichte“ (2010), Kiwitt spielte darin Berthold Schenk Graf von Stauffenberg, den älteren Bruder des Hitler-Attentäters. Im gleichen Jahr spielte er in dem Katastrophenfilm „Faktor 8“ die Rolle des Seuchenschutz-Beauftragten Dr. Reiter und war im Kinofilm „Neben meinem Bruder“ auf der Leinwand zu sehen.
  • Es folgten Episodenrollen in erfolgreichen TV-Serien wie in „Tatort“, „Soko“, „In aller Freundschaft“, „Alarm für Cobra 11“, „Dr. Klein“, „Letzte Spur Berlin“, „Das Boot“ und auch international in „Homeland“, „Xcompany“ und „Ministerio del Tiempo“.
  • Im Kino war er u. a. in „Willkommen bei den Hartmanns“, „Mr. Pierre geht online“ und „96 Stunden“ zu sehen.
  • In der zweiten Staffel der Fernsehserie „Charité“ verkörperte er den Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg.
  • In der Reihe „Der Zürich-Krimi“, dem Donnerstagskrimi in der ARD, hat Pierre Kiwitt unterdessen die Rolle des Hauptkommissars übernommen.

Pierre Kiwitt im Fernsehen:

Den nächsten Zürich-Krimi „Borchert und die tödliche Falle“ strahlt das Erste am 16. Januar 2020 um 20.15 Uhr aus.

Seit seinem Einstieg in den Zürich-Krimi hat Pierre Kiwitt bereits vier Folgen der Serie abgedreht – davon allein drei im Jahr 2019. „Das ist eine wunderschöne Arbeit“, schwärmt der Schauspieler, die Zusammenarbeit mit Christian Kohlund und Ina Paule Klink mache ihm immer viel Freude.
Auch für internationale Produktionen stand Kiwitt 2019 wieder vor der Kamera. Neben den Dreharbeiten für die französische Mini-Serie „Fremde Tochter“ wirkte er in der Roman-Verfilmung des spanischen Bestsellers „Dime quién soy“ von Julia Navarro mit. Kiwitt spielt darin an der Seite von Irene Escolar, die eine Kämpferin gegen das Franco-Regime und die Nationalsozialisten verkörpert. Doch dann verliebt sich die Rebellin Hals über Kopf in einen deutschen Soldaten – dargestellt von Pierre Kiwitt. „Die Geschichte erstreckt sich von der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis zur Wende“, erzählt der Schauspieler. In Spanisch zu drehen, macht dem Sprachentalent übrigens keine Probleme.
Auf die Frage, in welcher seiner beiden Muttersprachen – Deutsch und Französisch – er eigentlich lieber drehe, muss er einen Moment nachdenken. „Das ist situationsbedingt“, antwortet er schließlich, „jede Sprache hat ihren Reiz“. Pierre Kiwitt liebt es, sich mit den Menschen in ihrer Sprache zu unterhalten – ob das nun beruflich ist oder im Urlaub. „Ich habe mich den Menschen immer näher gefühlt, wenn ich ihre Sprache spreche“, sagt der 42-Jährige. „Weil ich darüber auch näher an die jeweilige Kultur herankomme.“ Seine Internationalität ist sicher ein Ergebnis dessen, dass er schon sehr früh mit Menschen verschiedener Nationalitäten in Kontakt kam – seine Eltern waren Reiseveranstalter.

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