Newsletter abonnieren
Feiern unter 18 – Wo die Kids Party machen
Bild: shutterstock/Rocket400 Studio

U18-Partys in Berlin

Die Suche nach Partyorten für unter 18-Jährige ist gar nicht so einfach, aber es gibt sie, die Alternativen: Wo die Kids in Berlin Partys feiern können, ohne dass ihre Eltern besorgt sein müssen – und was es mit dem geheimnisvollen “Mutti-Zettel” auf sich hat.

D

ie magische Zahl 18 rettet das Wochenende – dann sind Party-machen und Spaß-haben in einem der zahlreichen Berliner Clubs kein Problem mehr. Doch wer will damit schon warten, bis er volljährig ist?

Tanzende Kids
Die jugendliche Feiergemeinde lässt es krachen – wie hier im “Box at the Beach”. Bild: Lasse Hochfeld

Manche sitzen auf Sofas und tuscheln und turteln, andere stehen am Tresen und bestellen Getränke, doch das Gros der Gäste belagert den Dancefloor. Klingt nach der Szenerie einer gewöhnlichen Partynacht in einem Berliner Club, ist jedoch etwas ganz Besonderes: Hier treffen sich ausschließlich junge Menschen im Alter von 16 bis 21 Jahren – denn es steigt “Die größte Schulparty der Berliner Schulen”. Sie findet zwei- bis dreimal im Jahr statt, “meist wenn Feiertage oder Schulferien anstehen”, sagt Veranstalter Kerim Kisa.

Jugendschutz an erster Stelle

Er hat die Partyreihe gegründet, als er vor einigen Jahren selbst noch Schüler der Gabriele-von-Bülow-Schule war und kurz vor dem Abitur stand. “Damals haben wir uns mit zwei weiteren Gymnasien zusammengeschlossen und eine gemeinsame Schulparty auf die Beine gestellt”, erinnert sich Kisa. Die wurde derart gut besucht, dass es weitere Partys gab, die von Mal zu Mal größer wurden – auch weil immer mehr Schulen Kerim und seine Mitstreiter unterstützt haben. Also wurde die “Schulparty der Berliner Schulen” gegründet.

Party-Guide

Hier gibt’s Infos zu allen U-18-Partys:

www.berlinerschulparty.de
www.16plusparty.de

Plattform für Informationen rund um den Jugendschutz:
www.aufsichtszettel.com

Hier wird gefeiert

Auf die Farbe des Armbandes kommt es an

“Bald hatten wir ein Platzproblem und mussten eine größere Location finden”, sagt Kisa. Der Radiosender Fritz fand sich als Kooperationspartner, und fortan versammelte sich die jugendliche Feiergemeinde im Postbahnhof am Ostbahnhof, nur in seltenen Fällen in anderen Locations – im vergangenen Jahr etwa einmal in Brandenburg und im “Box at the Beach”. Ganz gleich, wo die Sause steigt: Jugendschutz steht an erster Stelle. “Im Club darf nicht geraucht werden, und Spirituosen werden nur an Volljährige ausgeschenkt. Wer unter 18 Jahre alt ist, erhält Softdrinks, Bier, Wein und Sekt”, versichert Kisa.

Verlängerte Feier dank "Mutti-Zettel"

Um die Voll- von den Minderjährigen unterscheiden zu können, werden am Einlass zwei verschiedenfarbige Armbänder verteilt – von Party zu Party in wechselnden Farbkombinationen. So lässt sich erkennen, wer Spirituosen trinken darf. Auch der Zapfenstreich ist im Zuge des Jugendschutzes ein wichtiges Thema: Nach Mitternacht schleichen sich Mitarbeiter der Veranstalters diskret durch die Reihen und beäugen die am Eingang verteilten Armbänder der Partygänger. Wer minderjährig ist, wird diskret gebeten, nach Hause zu gehen – es sei denn, er kann den sogenannten “Mutti-Zettel” vorzeigen.

Ein "Pate" für den sicheren Heimweg

Dieses “Dokument” kann im Internet herunter geladen werden und muss, von einem Erziehungsberechtigten unterschrieben, am Einlass vorgezeigt werden. Zusätzliche Bedingung ist ein volljähriger Begleiter, der darauf achtet, dass nicht übermäßig viel Alkohol konsumiert wird und ein sicherer Heimweg gewährleistet ist. Wer also den Mutti-Zettel und “einen Paten” dabei hat, darf auch nach Mitternacht noch feiern.

Alkoholtests am Eingang

Bereits seit 1999 – organisiert der Party-Club-Berlin Freizeitkulturgestaltung e.V. Partys für Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren. Der größte Jugendverein Berlins hat über 35.000 Mitglieder sowie Dutzende ehrenamtliche Helfer und wurde im September 2009 vom Senat zum anerkannten Träger der Jugendhilfe ernannt. Hier bekommen Jugendliche Hilfe bei Alltagsproblemen und bei der Lehrstellensuche, der Verein sorgt für gesundheitliche Aufklärung – und er bietet regelmäßig einen Grund zum Feiern.

Derzeit gibt es zwei Partyreihen: die “Berliner Schulparty” in wechselnden Locations wie dem Soda-Club und dem Annebaelle’s sowie die in unregelmäßigen Abständen stattfindenden Veranstaltungen der “16plus Party” . Auch hier kommt natürlich der Mutti-Zettel zum Einsatz – und es gelten noch weitere Maßnahmen zum Jugendschutz: Die Partygänger werden mit Alkoholtestgeräten am Eingang getestet, und “wer betrunken ist, kommt nicht rein”, erklärt René Göpfert, der erste Vorsitzende des Vereins: “Unsere Partys sind rauch- und alkoholfrei.”

Konzerte für Jugendliche

Wer noch nicht volljährig ist, aber auch nicht nur auf Schulpartys feiern möchte, hat zwei weitere Möglichkeiten. Im Q-Dorf gibt es Partys, die man ab 16 besuchen kann. Hier muss der Personalausweis abgegeben werden, dann erwarten die Jugendlichen vier Dancefloors mit verschiedener Musik aus den 80ern, 90ern und von heute.

Für Freunde der Rock und Indie-Musik gibt es im Club Die Weiße Rose jeden zweiten Samstag Bandwettbewerbe. Wer älter als zwölf ist, darf sich hier verschiedene Newcomer-Bands anhören und sogar seine Stimme abgeben.

Diese Themen könnten Sie auch interessieren