Titel Orte Von Morgen
Bild: Sandy Kramer
Zukunft schon heute

Orte von morgen

Wie wir in Zukunft leben, arbeiten, spielen und Krankheiten besiegen: Hier können Berlinerinnen und Berliner visionäre Ideen erleben.

Beim Tischtennis die Außerirdischen schlagen

Der Asteroid rast direkt aufs Raumschiff zu. Da! Schon taumelt der nächste Himmelskörper durchs All, zu sehen nur aus dem Augenwinkel. Ein kurzer Blick. Gefahr gebannt, der Feuerball erlischt, die Materie verschwindet in den Weiten des Weltraums. Nur ein Spiel. Eines, bei dem die bloße Bewegung der Augen reicht, um die Bahn der Asteroiden zu durchkreuzen. Kein Zauberwerk, sondern moderne Eye-Tracking-Technologie. Zu erleben im Game Science Center in Mitte.

Gamesciencecenter
Bild: Promo

Hier können Besucher neueste interaktive Computerspiele testen. Viele davon erst Prototypen, die im Handel oder App-Store (noch) gar nicht zu haben sind. Eine Besucherin schreibt nun mit dem Finger Linien in die Luft – und dirigiert so Schwärme bunt schillernder Fische über einen Monitor. Nur ein paar Meter weiter kämpft ein junger Mann beim Pingpong am halben Tisch gegen virtuelle Ufos – die aber sofort den Abflug machen, wenn sie ein realer Tischtennisball trifft.

Auf einer Ausstellungsfläche von über 300 Quadratmetern haben sich die zwei Gründer Cay Kellinghusen und Cyrill Etter ihr eigenes Zukunftsmuseum geschaffen. Zusammen mit anderen Spieleentwicklern werden hier innovative Anwendungen kompakt und liebevoll präsentiert.

Game Science Center
Besselstraße 14, Mitte
www.gamesciencecenter.de
Tel.: 52 28 54 88
Mi.–Mo. 11–19 Uhr, 8/11/14 Euro

Utopien für die Stadt

Alternative Wohnformen sucht der Berliner Architekt Van Bo Le-Mentzel. Mit seinem „Tiny 100“, dem Prototyp einer 6,4 Quadratmeter großen Wohnung, will er zeigen, dass man auch auf kleinstem Raum ohne Qualitätsverlust leben kann. Bett, Schreibtisch, Sofa, Toilette und Dusche, sogar noch eine Küchenzeile hat er im Tiny-House untergebracht.

Bauhaus Campus
Bild: Promo

Seit März steht sein minimalistisches Zuhause auf Rädern im Innenhof des Bauhaus-Archivs, neben anderen Kleinsthäusern. Bis zum Frühjahr 2018 soll das temporäre Dorf um weitere neue Wohn-Utopien anwachsen.

Bauhaus Campus
Klingelhöferstraße 14
Schöneberg, Führungen: Mo. 15 Uhr, Anmeldung per E-Mail: ementzel@bauhauscampus.berlin
www.bauhauscampus.berlin

Mit Hightech gegen körperliche Einschränkungen

„Begreifen, was uns bewegt“ – darum geht es im Wissenschaftszentrum des Medizintechnik-Unternehmens Ottobock, nur einen Steinwurf vom Potsdamer Platz entfernt. Das Science Center ist das Technologie-Schaufenster des Marktführers für Prothesentechnik. Dessen umtriebiger Chef Hans Georg Näder, Enkel des Firmengründers, prägt als visionärer Unternehmer und Bauherr die Stadt nicht nur hier.

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Bild: Otto Bock

Über die Außenhaut des fünfstöckigen Gebäudes, dessen weiße geschwungene Fassadenelemente menschlichen Muskeln ähneln sollen, hüpfen nach Einbruch der Dämmerung leuchtende Punkte. Was auf den ersten Blick wie ein bloßer Lichteffekt erscheint, hat System: Die Punkte zeichnen den Gang eines Mannes nach. Erklärungen gibt es in der Ausstellung bei freiem Eintritt. Da lässt sich am digitalen Modell nachvollziehen, wie unterschiedlich der menschliche Gang ist – je nach Geschlecht und Stimmung. Ganz locker schwingen die Punkte, wenn man die Regler in Richtung „fröhlich“ schiebt, eher statisch wirken sie, wenn der „Walker“ traurig ist.

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Bild: Otto Bock

Auf drei Etagen laden interaktive Installationen dazu ein, zu verstehen, wie komplex die Bewegungsabläufe unseres Körpers sind und welche Rolle unsere Wahrnehmung spielt, wenn es darum geht, Balance zu halten beim Gang auf schmalem Grat über virtuelle Schluchten. Und dass die gedankengesteuerte Armprothese schon mehr ist als eine Vision.

Ottobock Science Center
Ebertstraße 15a, Mitte
www.sciencecenterberlin.de
Tel.: 39 82 06-0
Do.– Mo. 10 – 18 Uhr, Eintritt frei
kostenlose Führungen nach Anmeldung

Im Futurium einen Blick in die Zukunft werfen

Wie sich die Medizin weiterentwickelt? Nur eine der Fragen, über die demnächst im Haus der Zukunft debattiert wird: Noch ist das „Futurium“ zwischen Reichstag und Hauptbahnhof selbst ein Stück Zukunftsmusik. Doch der Neubau für das Veranstaltungs- und Experimentierforum steht bereits.

Futurium
Bild: Richter Musikowski Architekten

In Ausstellungen und im Mitmachlabor wolle man „Visionäres und Machbares, Innovatives und Wünschbares“ erfahrbar machen, sagt Sprecherin Monique Luckas. Also kurzum „Lust auf die Gestaltung der Zukunft machen“. Angestoßen wurde dieses futuristische Museum vom Bundesforschungsministerium, inzwischen gehören auch Max-Planck- und Fraunhofer-Gesellschaft sowie Siemens und die Bayer AG zu den Gesellschaftern.

In der Versuchsküche im „Futurium Lab“ können Besucher Gerichte der Zukunft kochen – und testen, ob Insekten ihre Ernährung von morgen sind. Denn: In gut 30 Jahren muss weltweit der Tisch für rund zehn Milliarden Menschen gedeckt werden. Die Forschung biete bereits Lösungen, sagt Luckas: „Fleisch aus dem Labor, Gemüsefarmen in Hochhäusern, Plantagen unter Wasser.“

Neue Energiequellen werden Thema im Futurium sein – wie zum Beispiel Bakterien oder die Strömungen der Meere – und neue Formen des Arbeitens und des Wohnens.

Futurium
Kapelle-Ufer 2, Mitte
Erste Veranstaltungen ab Herbst 2017
Eröffnung Herbst 2018, www.futurium.de

Berliner-akzente-titel
Bild: Berliner Sparkasse

Leute von heute, Orte von morgen, Trends von gestern

„Die Zukunft – schon heute?“ ist der Schwerpunkt-Thema unseres aktuellen Print-Magazins. In der Sommerausgabe (Juli 2017) erzählen wir von Dingen, Menschen und Orten, die unter dem Titel »Die Zukunft – schon heute« Berlin als Zukunftsstadt mitgestalten und vorantreiben:

Leute von heute: Vier Berliner, die nicht auf die Zukunft warten wollen: Wie wir mit digitaler Technik besser leben und mit ökologischen Konzepten nachhaltig wirken können.

Trends von gestern: Die Zukunft ist nicht nur digital: Manche Dinge sind so gut, dass sie einfach bleiben, wie sie sind. Wir zeigen analoge Errungenschaften für die Ewigkeit.

Online-Banking ist keine Zukunftsmusik: Über die Unterstützung der Berliner Sparkasse für digitale Spätstarter.

Berlins nachhaltigstes Stadtquartier: Wie zahlreiche Unternehmen und Einrichtungen den EUREF-Campus in Schöneberg zu einem europaweit einzigartigen Zentrum für innovative Zukunftsprojekte machen.

Die Zukunft in der eigenen Immobilie: Warum sich die Investition in Wohnung oder Haus in Berlin weiterhin lohnt. Und warum die Berliner Sparkasse hier ein hervorragender Partner ist.

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