Titel Leslie Malton
Bild: Joachim Gern
Mein Berliner Akzent

Leslie Malton: Der Stutti – wie eine kleine Stadt

Der „Berliner Akzent“ der Schauspielerin Leslie Malton ist die Gegend rund um den Stuttgarter Platz in Charlottenburg. Die gebürtige US-Amerikanerin mag die „gewachsene Lebenskultur“ dort, der Kiez sei „wie eine kleine Stadt“. Gerade ist die 59-Jährige von den Dreharbeiten zu „Weingut Wader“ aus der Pfalz nach Berlin zurückgekehrt – zu sehen im November in der ARD.

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eslie Malton: „Sehr gerne bin ich am Stuttgarter Platz, gehe in die verschiedenen Cafés oder kaufe in den kleinen individuellen Läden ein, speziell beim Österreicher. Da finde ich immer wieder Köstlichkeiten aus meiner zweiten Heimat, Wien.

Die Gegend um den Platz ist sehr homogen gewachsen – ein Viertel, in dem man alles findet, was man braucht. Viele der Menschen leben schon sehr lange im Kiez. Das merkt man, denn die langjährigen Bewohner schätzen die Lebensqualität hier und wissen, sie zu bewahren. Das ist ein gutes Fundament für eine angenehme Lebenskultur. Ich bin in den 1990er-Jahren mit meinem Mann in die Nähe des Kiezes am Stutti gezogen. Wir fühlen uns wohl hier. Bei uns im Haus wohnen Menschen ganz verschiedener Nationalitäten, das ist ein großartiges Miteinander, das ist Berlin.

Wunderschön finde ich auch den Gendarmenmarkt. Der Platz ist pure Harmonie, das macht seine Schönheit aus. Obwohl es dort manchmal ganz schön trubelig zugeht, ist das für mich ein beruhigender Ort, an dem ich mich sehr zentriert fühle.

Der Platz atmet Geschichte. Hier wirkte unter anderem die große Bankiers- und Künstlerfamilie Mendelssohn, an deren Schaffen eine Dauerausstellung in der Mendelssohn-Remise an der Jägerstraße erinnert. Der Gendarmenmarkt ist zugleich ein sehr moderner Platz, auf dem zum Beispiel die wöchentlichen Demos „Pulse of Europe“ stattfinden. Großartig, mal FÜR etwas zu demonstrieren!“

Über Leslie Malton:

Leslie Malton
Bild: Joachim Gern
  • 1958 in Washington D.C. geboren, wuchs zweisprachig auf (Deutsch und Englisch)
  • Sie begann ihre Karriere am Theater. Von 1985 an gehörte sie viele Jahre lang zum Ensemble des Wiener Burgtheaters. Hier spielte sie zunächst die Rolle der Ophelia in Shakespeares „Hamlet“ an der Seite von Klaus Maria Brandauer. Danach arbeitete sie viele Jahre mit George Tabori zusammen.
  • Ihren Durchbruch als Fernseh-Schauspielerin hatte sie 1992 mit dem ZDF-Vierteiler „Der große Bellheim“, in dem sie die erfolgs- und geldgierige Börsenmaklerin Gudrun Lange darstellte. Für ihre Leistung wurde Leslie Malton mit dem Bayerischen Fernsehpreis und dem Telestar ausgezeichnet.
  • 2015 veröffentlichte sie das Buch „Brief an meine Schwester“, das sie zusammen mit Roswitha Quadflieg verfasste. Darin berichtet sie vom Schicksal ihrer Schwester Marion, die am RETT-Syndrom leidet. Leslie Malton ist zudem Botschafterin für Kinder mit RETT-Syndrom in Deutschland.
  • Am Theater, im Fernsehen und im Kino ist Leslie Malton regelmäßig in ganz unterschiedlichen Rollen zu sehen – beispielsweise in der Kino-Tragikomödie „Da geht noch was!“ oder dem Film „Taxi“ nach dem Roman von Karin Duve, im „Tatort“, im RTL-Dreiteiler „Winnetou“ oder der RTL-Serie „Beste Schwestern“.
  • Seit 1995 ist sie mit dem Schauspieler Felix von Manteuffel verheiratet, das Paar lebt in Charlottenburg.

Im Juli hat Leslie Malton den zweiten Film der Degeto-Produktion „Weingut Wader“ abgedreht. „Es ist die Geschichte einer Familie, in der sich sehr viel verschiebt, nachdem der Mann und Weingutbesitzer Wader plötzlich stirbt“, erzählt die Schauspielerin. Am 2. und 9. November sind die beiden Filme in der ARD zu sehen. „Wir hoffen alle sehr, dass daraus eine Reihe wird, denn es gibt viel über diese Menschen auf dem Weingut zu erzählen.“

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