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DraussenSpielen_JensBonnke
Bild: Jens Bonnke

Ab nach draußen

Steigen die Temperaturen über 20 Grad, wollen die Kids vor die Tür. Da werden Gärten und Bürgersteige, Parks und Stadtwälder zu Abenteuerspielplätzen. Unsere Tipps für Familienspaß im Freien – nicht nur in den Sommerferien.

Im Garten:

Durch den Garten hüpfen und mit Wasser plantschen

Das Beste an der warmen Jahreszeit ist es, barfuß herumzuhüpfen. Mitten durchs „ Sonnenland “ – einen Kreis, markiert mit einem Stöckchen im Sand. Die Kinder springen darin umher, während die Eltern eine kleine Sonnengeschichte erfinden. Immer wenn darin das Wort “Wolke” vorkommt, müssen die Kleinen raus aus dem Sonnenland. Und beim Wort “Sonne” wieder rein. Wachsen im Garten Bäume und Sträucher oder gibt es vielleicht sogar einen kleinen Schuppen, kann sich der Nachwuchs dort auch eins zwei fix verstecken. Das haben schon Generationen von Kindern gern gespielt. „…acht, neun, zehn – ich komme.“

Was bei Kids ebenfalls immer gut ankommt: Wasser. Unser Tipp: Ein Wettrennen mit einem mit Wasser gefüllten Plastikbecher in der Hand. Es gewinnt, wer auf der vorher abgesteckten Laufstrecke am wenigsten Wasser verplempert. Mögliche Variation: den Plastikbecher mit den Zähnen festhalten, dann sind beide Hände frei und die Arme können beim Laufen so richtig durchschwingen.

Ebenfalls der Renner: das Angelspiel , bei dem die Kids Tischtennisbälle mit einem Löffel aus einer mit Wasser gefüllten Wanne fischen. Logisch, dass sich der Schwierigkeitsgrad auch hier steigern lässt: indem die Kinder die Hände auf dem Rücken verschränken müssen und nun mit dem Löffelstiel im Mund versuchen, die Bällchen ins Trockene zu bringen.

Auf dem Bürgersteig:

Himmel Und Hoelle
„Himmel und Hölle“: So wird der Bürgersteig zum Spielplatz. Bild: Shutterstock

„Himmel und Hölle“ oder „Gummitwist“ mit dem Seil

Apropos Tischtennis: Öffentliche und für jedermann frei nutzbare Platten gibt es in allen Berliner Bezirken – meist mehrere nebeneinander, so dass es selten zu Wartezeiten kommt. Falls doch, wird einfach das Springseil aus dem Rucksack geholt. Darüber lässt sich allein oder zu zweit hüpfen. Sind mehr als zwei Knirpse im Spiel, wird an ein Seilende ein dicker Knoten geknüpft und ein Kind dreht sich mit dem dicht am Boden schwingenden Seil um sich selbst, während die anderen darüber hüpfen.

Oder sich die Zeit beim Gummitwist vertreiben. Das, was seinerzeit schon die Eltern auf dem Schulhof spielten, macht den Kiddies auch heute noch Spaß. Also rasch zwei Kindern ein Gummiband um die Knöchel gespannt und schon kann das dritte zeigen, wie gut es springen kann. Entweder landen beide Füße in der Mitte zwischen den Bändern oder ein Fuß auf dem Gummi und der andere darunter. Oder wie wär`s mal mit einer Grätsche – bei der beide Füße außerhalb des Gummis aufsetzen. Wenn das alles ohne Fehler klappt, wird das Gummiband immer ein Stückchen höher gespannt. Um die Wade, ums Knie, um den Po oder gar die Hüfte. Das erfordert dann allerdings schon einiges an Sprungkraft.

Bei „ Himmel und Hölle “ lässt sich dagegen eher der Gleichgewichtssinn trainieren. Nur ein Stück Straßenmalkreide und einen kleinen Stein braucht es dazu – und einen ebenen Bürgersteig. Mit der Kreide einfach mehrere aneinander grenzende Kästchen auf den Asphalt oder die Betonplatten malen. Ein Halbkreis an einem Ende markiert die Hölle, ein zweiter am anderen Ende den Himmel. Das erste Kind wirft den Stein ins erste Kästchen und hüpft auf einem Bein von Kästchen zu Kästchen, nur das Feld mit dem Stein muss übersprungen werden. In der zweiten Runde wird der Stein ins zweite Kästchen geworfen, so geht’s immer weiter. Ausruhen darf man sich nur im Himmel und auf dem Rückweg den Stein mitnehmen. Eine besondere Herausforderung: Mal nicht auf dem Lieblingsbein hüpfen. Da wird’s dann schon etwas schwieriger, den Stein aufzuheben und dennoch das Gleichgewicht zu halten.

Im Park:

Kinder Frisbee
Im Park eignen sich Frisbee-Spiele oder Akrobatik auf dem Seil. Bild: Shutterstock

Tanz auf dem Seil und Frisbee

Was das Gummiband für die Kleinen, ist für die Älteren die Slackline – ein breiter Gurt, der im Park zwischen zwei Bäumen straff gespannt wird. Um darauf zu balancieren. Je nachdem, wie versiert man beim Tanz auf dem Seil ist, kann der Abstand zwischen den Bäumen ebenso variiert werden wie die Höhe. Allerdings sollte man Rücksicht auf Baum und Borke nehmen und darauf achten, dass die Slackline nicht die Rinde abscheuert. Und natürlich auch Rücksicht auf andere Parkbesucher. Eine Slackline über einen Weg zu spannen, so dass Radfahrer womöglich im hohen Bogen im Gebüsch landen, verbietet sich von selbst.

Probleme mit dem Gleichgewichtssinn? Dann kommt als Alternative zum Balanceakt auf dem Seil die Frisbeescheibe ins Spiel, der Klassiker unter den Outdoor-Spielen. Wem das ewige Werfen und Fangen zu wenig Herausforderung bietet, der kann sich ja einen kleinen Parcours aufbauen – mit leeren Papierkörben als „Tor“ und der Slackline als „Mittellinie“, unter der es herzuwerfen gilt.

Sich seinen Parcours selbst abstecken – das kann man auch beim Croquet . Das ist ein wenig wie Minigolf. Mit dem Unterschied, dass man selbst den Schwierigkeitsgrad festlegt. Je nachdem, wie weit voneinander entfernt und in welchem Winkel zueinander man die U-förmig gebogenen Drahtbügel ins Gras drückt, durch die die Holzkugeln mit den Schlägern bugsiert werden müssen.

Im Wald:

Kind Baum
Den Wald können Kinder spielerisch wunderbar entdecken. Zum Beispiel beim Zapfen-Werfen oder Wald-Memory. Bild: Shutterstock

Zapfenwerfen oder Waldmemory zwischen den Bäumen

Zum Zapfenwerfen sich einfach im Kreis aufstellen und sich Tannenzapfen zuwerfen. Kann’s schon etwas schwieriger sein? Dann Zapfen wie Tennisbälle mit der Handfläche zu einem Mitspieler schlagen, der dann versuchen muss, den Zapfen zu fangen. Natürlich ist diese Disziplin steigerungsfähig – indem man bei jedem Wurf einen Schritt weiter auseinander geht. Oder wie wär´s zum Beispiel, den Picknickkorb nach dem Essen einfach auf die Seite zu drehen? Der gibt ein prima Tor für den Tannenzapfenweitwurf ab. Da sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Ebenso wenig wie beim Waldmemory . Tannenzapfen, Baumrinde oder Moos vor dem Start der Expedition auf dem Boden auslegen – und dann die Kids genau diese Dinge im Wald suchen lassen. Das macht sogar Erwachsenen Spaß und so ganz nebenbei lernen die Kleinen noch, was im Wald so alles wächst. Bei kleinen „Boxen-Stopps“ gibt’s für die Kinder eine Erfrischung und ein Ratespiel: Mit geschlossenen Augen müssen sie „erriechen“, was Papa oder Mama in der Hand haben – frische Erde zum Beispiel, Kräuter oder zwischen den Fingern zerriebene Grashalme. Und nebenbei lässt sich noch erkunden, was auf dem Waldboden kreucht und fleucht. Für viele Kinder ein echtes Erlebnis: mal eine Hand auf einen Ameisenhügel zu legen.

Im Zoo und Kiez:

Kind Pony
Tierisches Vergnügen: Der Tierpark Berlin bietet zum Beispiel im Sommer Malkurse an, bei denen die Kinder Tiere malen. Bild: Shutterstock

Tiere malen oder streicheln

Sollten Eltern mal die Ideen ausgehen, wie sie ihre Kids selbst bespaßen können, dann müssen das eben andere übernehmen. Wie wäre es mit einem Malkurs im Freien? Der Tierpark Friedrichsfelde beispielsweise bietet so etwas in den Sommerferien an: In den Gehegen gehen Kinder mit Stift und Block auf Pirsch und halten typische Bewegungen der Tiere auf dem Papier fest – das fördert das zeichnerische Geschick und vermittelt zugleich einen Zugang zur Natur.

Auch im Gemeinschaftsgarten der Berlinischen Galerie gehen Kinder auf Motivsuche. Und das Museum Pankow schickt die Knirpse auf Spurensuche in den Kiez, wo Jungen und Mädchen bis zwölf Jahren ihre Lieblingsorte skizzieren. Ebenfalls ein unterhaltsames Ganztagesprogramm: ein Besuch in einem der zahlreichen Berliner Kinderbauernhöfe. Tiere begucken und streicheln, beim Füttern oder beim Reinigen der Ställe helfen – das macht Kindern Spaß und der Tag vergeht wie im Flug.

Buch-Tipp

Wir empfehlen an dieser Stelle das neue Buch „ Mein Naturbuch: Draußen “: Die Berliner Illustratorin Judith Drews vom Atelier Flora hat auf 440 Seiten 1.000 Ideen für draußen zusammengetragen.

Judith Drews
Mein Naturbuch
Jacoby & Stuart Verlag
440 Seiten, 24,95 Euro

Familienspaß im Freien

Infos über Malkurse im Freien unter:
jugend-im-museum.de

Auch Planschen und Wasserpumpen sind an heißen Tagen bei Kindern beliebt. Infos über Wasserspielplätze in Berlin gibt es hier .

Die Kinderbauernhöfe sind ebenfalls auf der Website berlin.de gelistet.

Standorte von Tischtennisplatten im öffentlichen Raum:
www.berlin-tischtennis.de

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