Titel2 Hausmannskost
Bild: Michelberger

Jetzt wird's deftig

Mutters gute alte Hausmannskost, deftig-deutsche Küche: Das schmeckt uns in der kalten Jahreszeit besonders. Wir präsentieren die fünf derzeit schönsten Restaurants für deftige Genüsse – vom klassischen „Lecker-Schmecker“ bis zur Neuinterpretation von jungen Berliner Köchen

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Fürs Landfeeling in der Stadt

Einst diente das Esszimmer in der Scharnhorststraße nahe Hauptbahnhof als Speicher – jetzt haben Thorsten Wanke und Sandra Arndt hier ihr Speise-Restaurant. Hier treffen sich Gäste mit der Familie oder mit Freunden, speisen und plaudern angeregt.

Thorsten Wanke und Sandra Arndt spielen mit neuen Kompositionen und Gewürzen.
Thorsten Wanke und Sandra Arndt spielen mit neuen Kompositionen und Gewürzen. Bild: Thorsten Wanke

Das Restaurant punktet mit angenehmer Schlichtheit. Weiße Wände mit Stuck, das Mobiliar aus dunklem Holz ist einfach, auf allen Tischen stehen Vasen mit frischen Blumen.

Einst diente das Esszimmer in der Scharnhorststraße nahe Hauptbahnhof als Speicher – jetzt haben Thorsten Wanke und Sandra Arndt hier ihr Speise-Restaurant. Hier treffen sich Gäste mit der Familie oder mit Freunden, speisen und plaudern angeregt. Das Restaurant punktet mit angenehmer Schlichtheit. Weiße Wände mit Stuck, das Mobiliar aus dunklem Holz ist einfach, auf allen Tischen stehen Vasen mit frischen Blumen.

Die beiden gebürtigen Sachsen wollen Gäste mit ihrer Neuen Deutschen Küche überzeugen. Dazu gehören vor allem regionale Produkte. Ob bei Maronensüppchen, gebratenem Zanderfilet oder Brandenburger Landente: „Es geht mir auch immer um Leichtigkeit sowie das Spiel mit neuen Kompositionen und Gewürzen“, sagt Thorsten Wanke. So entsteht zum Beispiel gebackene Lasagne von der Blut- und Leberwurst auf Rahmsauerkraut oder lauwarme Lachstranche auf Kürbis-Paprika.

Esszimmer
Esszimmer: Das Restaurant nahe Hauptbahnhof punktet mit angenehmer Schlichtheit und neuer deutscher Küche. Bild: Thorsten Wanke

Klassisch raffiniert finden wir das Rinderfilet mit Kräuterkruste auf Sellerie- Kartoffelpüree und Pfefferkirschen. Vegetarier erfreuen sich an Kartoffelgnocchi mit Ricottafüllung auf Zucchini und Peperoni.

Esszimmer , Scharnhorststraße 28/29, Mitte, Telefon 20 21 53 01. www.esszimmer-berlin.de

Legeres Genießen im Grand Hotel

Das Hotel Michelberger hat es durch sein Design gepaart mit Understatement zur Auszeichnung „Grand Hotel des 21. Jahrhunderts“ geschafft. Das Restaurant bietet behaglichen Wohnküchenflair mit schlichten Holzmöbeln und großen Rundfenstern. „Wir wollen einfach ein Platz sein, an dem sich alle Altersgruppen wohlfühlen“, sagt Mitarbeiterin Nicole Schilling. Einen Dresscode gibt es nicht. Die Atmosphäre ist leger.

michelberger team
Das Küchenteam verwendet ausschließlich Produkte von Bio-Bauern und aus der Region. Bild: Michelberger

Neben dem Abendrestaurant gibt es eine kleine Mittagskarte, auf der interessante Kombinationen wie sautierte Gerstensuppe mit Wildreis, Rosmarinpesto und Selleriepüree für 7,50 Euro stehen. Abends gibt es beispielsweise Kroketten von der Schweinshaxe mit gebeizten Gemüsen oder Bauch und Rücken vom Havellandschwein mit karamellisierten Äpfeln, Blutwurst und Stangensellerie. In der Küche werden ausschließlich biologische Produkte vom Naturkosthandel und Bauern aus Brandenburg verwendet. Das Brot wird gleich um die Ecke frisch gebacken.

Michelberger, Warschauer Straße 39/40, Friedrichshain, Tel. 29 77 85 90. www.michelbergerhotel.com

Bodenständiges im schicken Ambiente

Der Vorgänger hieß Kantine, nun der Nachfolger ebenso schlicht und einfach: Lokal. Der unprätentiöse Name passt zum puristisch-modernen Erscheinungsbild des lichtdurchfluteten Raumes mit viel Weiß. Zu den Holztischen gesellen sich braune und weiße Stühle. Über einigen hängen Felle, was dem Ganzen trotz des coolen Charakters einen rustikalen Touch gibt. Für das schicke Ambiente ist die Berliner Designerin Katja Buchholz verantwortlich.

Lokal
Lokal: So schlicht der Name, so puristisch die Einrichtung. Bild: Lokal

Modern wie das Ambiente, aber bodenständig ist die Küche, die Chefin Maren Thimm und ihr Mitinhaber und Küchenchef Gary Hoopengardner anbieten. „Wir beziehen unsere Produkte überwiegend von Brandenburger Bauern“, erklärt Maren Thimm. Innereien sind zwar nicht jedermanns Sache, doch wer sie mag, bekommt sie hier wie etwa Kalbszunge mit Karotte, Rübchen, Brokkoli, Stachelbeere, Rauke für 10 Euro. Auch Vegetarier werden glücklich, etwa mit Dreikorn-Strudel, Ziegensahne, Spinat, Gelbe Bete. Auf der täglich wechselnden Karte finden Hungrige ebenso Kaninchenrücken, wie Steckrübe oder Fasankeule. Wer mag, ordert das Drei-Gänge-Menü ab 29 Euro.

Lokal , Linienstraße 160, Mitte, Tel. 28 44 95 00. www.lokal-berlin.blogspot.de

Mit dem Charme einer typischen Eckkneipe

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Zum Mond: Einst rustikale Eckkneipe, heute Speise-Restaurant für deftige Genüsse. Bild: Ben de Biel

Zum Mond: Das Lokal war eine rustikale Eckkneipe und sieht auch nach dem Umbau so aus. Nun allerdings ohne störende Spielautomaten. Die Wände sind dunkel, das Holzmobiliar ist schlicht. Ein Treff für Menschen, die sich gerne unterhalten und dabei etwas essen wollen. Saisonal, regional frisch und modern – die Zauberworte der neuen deutschen Küche gelten bei Koch Christian Björg Bergmann, der mit Freunden aus der E-Musik-Szene im April 2014 „Zum Mond“ mit 45 Plätzen eröffnete.

Ben de Biel
Die Gerichte wechseln nach Lust, Laune und Saison-Angebot. Bild: Ben de Biel

„Da ein Teilhaber Verbindungen zur Uckermark hat, kommen die meisten Produkte von dort“, erzählt Mitbesitzer Matthias Huhn. Die Karte wechselt nach Lust, Laune und Saisonangebot. „Tote Oma” klingt im ersten Moment nicht einladend, entpuppt sich doch als Leckerschmecker, zumal die Blutwurst der preisgekrönten Blutwurstmanufaktur im Kartoffelmantel gebacken und auf karamellisierten Apfelspalten serviert wird. Etwas konventioneller ist die Selleriecreme mit kurzgebratenen Steinpilzen. Pikantes Ragout von Steckrübe, Kürbis und Granatapfel im Safranbandnudelnest schmeckt dem Veganer.

Zum Mond , Köpenicker Straße 159 Kreuzberg, Tel. 21 80 72 69, nur Bargeld. www.zummond.info

Veredelte Hausmannkost mit Überraschungseffekt

Das Ecklokal Nansen, das es bereits seit sieben Jahren gibt, zählt zu den ersten Adressen in „Kreuzkölln“. Dennoch ist es kein Schicki-Micki-Laden, eher steht man auf Understatement. Dunkles Holz, Kerzenlicht, Kneipencharakter. Die Betreiber Hardy Stapelmoor und Sven Ittermann haben einen gemütlichen Platz für Paare wie Gruppen geschaffen.

Das Ecklokal zählt zu den ersten Adressen in „Kreuzkölln“.
Das Ecklokal zählt zu den ersten Adressen in „Kreuzkölln“. Bild: Maggie Riepl

Flexibilität beim Gast ist allerdings gefragt. Wer sich auf ein Lieblingsgericht freut, wird möglicherweise enttäuscht. Es gibt keine strenge Tageskarte, aber der Küchenchef schreibt nahezu täglich etwas Neues darauf. „Ich koche maximal 20 Portionen, sind die weg, gibt es etwas Neues“, sagt Thomas Seidemann, der ursprünglich aus der Kunstszene kommt.

Veredelte Hausmannskost ist sein Motto. Satt wird hier jeder und oft auch angenehm überrascht. So experimentiert Seidemann mit Gewürzen und Chutneys. Barocke Üppigkeit gepaart mit Purismus ist sein Konzept: Kartoffel-Schwarzwurzel-Ragout mit Linsenbratlingen und Kräuterseitlingen oder Schweinefilet mit Grünkohl und Birne. Zum Nachtisch, falls der noch reinpasst, schmeckt Maronenkuchen mit Bourbonsahne.

Nansen
Nansen: Küchenchef Thomas Seidemann hat „veredelte Hausmannskost“ als Motto. Bild: Maggie Riepl

Nansen , Maybachufer 39/Nansenstraße, Kreuzberg, Tel. 66 3014 38. www.restaurant-nansen.de

Unsere Gastro-Expertin Maggie Riepl ist ständig auf der Suche nach besonderen Restaurants. Mehr über die internationale Küche der Stadt und das passende Ziel für besondere Anlässte finden Sie auf unserer Sammelseite Kulinarisches Berlin – Restaurant-Tipps für jeden Geschmack .

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