Titel Halloween-party
Schöner Gruseln: im Oktober wird der Filmpark Babelsberg zum Mekka für Grusel-Freunde. Bild: Sebastian Gabsch
Halloween

Schrei, wenn du kannst

Die Zahl der Halloween-Partys steigt von Jahr zu Jahr. Sogar im Filmpark Babelsberg treiben Unwesen mittlerweile ihr gruseliges Spiel. Über die gruseligste Zeit des Jahres, den bevorstehenden (Sch)o©ktober, begehbare Gruselfilme – und das Rendezvous mit der Angst.

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in schriller Schrei gellt durch die Nacht. Ein zuckender Blitz erhellt für Sekundenbruchteile die Szenerie. Nebel wabern empor. Die Hände, die tastend nach Orientierung suchen, finden keinen Halt, greifen stattdessen in eine glibberige Masse. Plötzlich dieser Kitzel im Nacken.

Das Erfolgsrezept der Horrornächte

Der Kopf schnellt herum, die Augen blicken in eine Grimasse: weit aufgerissener Mund, der Schädel gespalten, Blut sickert über die Stirn in die rechte Braue. Darunter eine leere Höhle, der Augapfel baumelt nur von einer Sehne gehalten in Nasenhöhe. Kreiiiiiisch. Da! Für einen kurzen Moment huscht ein Lächeln über die Monstergrimasse. Tief durchatmen. Langsam verfliegt der Schauer, kommt der Puls wieder auf Normalfrequenz.

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Monster, Zombies und Vampire treiben zur Unterhaltung der Besucher ihr Unwesen. Bild: Kevin Zesling

„Wir wollen unsere Besucher ja nicht zu Tode erschrecken“, sagt Liane Nowak, Sprecherin des Filmparks Babelsberg. Die Leute immer wieder abzuholen, nach einem Moment des Gruselns auch zum Lachen zu bringen, das sei das Erfolgsrezept der Horrornächte.

Horrornächte ziehen immer mehr Besucher an

Die erleben in diesem Jahr bereits ihre achte Auflage. Mit scheinbar ausweglosen Labyrinthen, finsteren Straßen, modrigen Horror-Häusern, nebligen Gängen. „Schrei, wenn du kannst“ ist Motto und Aufforderung zugleich. Eine Aufforderung, der inzwischen 30.000 Besucher folgen, wenn sich das Filmpark-Gelände an sieben Abenden im Oktober in ein schauriges Horrorareal verwandelt und finstere Gesellen ihr Unwesen treiben: Zombies und Hexen, knochige Mumien, Untote mit Kettensäge und Dutzende Gruselclowns, in 15 Monsterzonen oder bei der Horror-Show im Vulkan. Von Jahr zu Jahr zieht das Babelsberger Grusel-Spektakel mehr Gäste an, werden Halloween-Partys in Berliner Clubs immer mehr zu Besucher-Magneten. Grusel ist angesagt.

Die Initialzündung war eine Kinderparty zu Halloween. Die schlug ein wie eine Bombe. Dass daraus die Idee der Horrornächte entstand, hat nahe gelegen. Liane Nowak, Sprecherin Filmpark Babelsberg

Als die Monstermacherin noch selbst „monsterte“

„Die Initialzündung war eine Kinderparty zu Halloween“, erinnert sich Liane Nowak. „Die schlug ein wie eine Bombe.“ Dass daraus die Idee der Horrornächte entstand, habe nahe gelegen: Das Horror-Genre gehört zur Babelsberger Filmgeschichte. „Nebenan in den Studios sind Klassiker wie ‚Nosferatu‘ oder ‚Das Cabinet des Dr. Caligari‘ gedreht worden“, erzählt Nowak.

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Auch Freddy Krüger hat natürlich ein Händchen fürs Erschrecken. Bild: Julian Staehle

Warum also nicht Besucher ihren eigenen Horrorfilm live erleben lassen? „Angefangen haben wir mit 30 Darstellern“, erzählt Regisseurin Tina Knaus. Alles Laien, bis heute. Mit einer Ausnahme: „Im ersten Jahr habe ich selbst noch mit gemonstert“, sagt Knaus. Die Entertainerin leitet gemeinsam mit dem Make-up-Künstler und Berlinale-Chefvisagisten Andrej Baranow die Monster-Castings, in denen die Darsteller ausgewählt werden, trainiert die Laienschauspieler. Von manchen Darstellern werden die „Monstermacher“ liebevoll „Moma und Mopa“ genannt – obwohl die von ihren Hobby-Geistern eine Menge fordern.

Die Historie von Halloween

Ursprungsland von Halloween ist übrigens nicht Amerika, sondern Irland. „Das heute so gruselig schöne Spektakel entwickelte sich aus einem alten keltischen Erntedank-Brauch, dem ‚Festival of Samhain‘“, weiß Party-Veranstalterin Janine Hoppe. „Samhain war der Fürst des Totenreiches. Als Irland christianisiert wurde, benannte die Kirche den heidnischen Brauch in ‚All Hallows‘ Eve‘ um, mit der Zeit wurde daraus Halloween.“

Ganze Sequenzen aus Horrorfilmen umgesetzt

Da reicht es nicht, ein schauriges „Uaaaah“ brüllen zu können, sondern da werden ganze Sequenzen aus Horrorfilmen umgesetzt. „Den Plot sollten unsere Monster schon kennen“, erklärt Knaus. Ohne Rollenstudium kämen sie nicht aus. „Damit Gäste, die einen Film nicht kennen, trotzdem wissen, um was es geht.“ Auch schminken müssen sich die Laien-Monster zu den Horrornächten selbst. „Und natürlich die Besucher mit einer Portion Humor in die Szenerie einbeziehen“, ergänzt Liane Nowak. Ob bei der „Bloody Tea Party“ mit unheimlichen Gestalten aus „Alice im Wunderland“ oder bei „Freitag der 13.“ – denn logisch, dass der Horror-Klassiker diesmal eine Rolle spielen wird, beginnen die Horrornächte doch am Freitag, dem 13. Oktober.

Was den Reiz der Horrornächte ausmacht? „Der Besucher wird Teil eines begehbaren Gruselfilms“, sagt Tina Knaus, „der muss sich durch Räume hangeln, sich darauf einlassen, dass er zwischen subtilem Horror und erfrischendem Lachen hin und her geworfen wird, mittendrin ist statt nur dabei.“

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Auch in Berlin feiern immer mehr Halloween-Partys auf Teufel komm raus. Bild: Halloween Party Berlin

Monster aus dem Meer

Eher ums Eintauchen in eine andere Welt als ums richtige Erschrecken gehe es auch bei der Neon Halloween Party im Kreuzberger Club Spindler&Klatt, unterstreicht Janine Hoppe von der Veranstalter-Agentur Hoppe. Auch wenn der Club durch aufwändige Deko aus den Babelsberger Filmstudios und gruselige Artisten in eine echte Halloweenwelt verwandelt wird: mit Folterstühlen und Särgen, die in der Dunkelheit reflektieren, mit Zombiepiraten auf dem Thron der Verdammnis oder dem blutigen Schlachtergeist in der Metzgerküche.

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Da werden Besucher ganz blass vor Erschaudern. Bild: Halloween Party Berlin

„Am Ende sind es doch vor allem auch unsere verkleideten Gäste, die für den Wow-Effekt sorgen“, sagt Janine Hoppe. „In diesem Jahr freuen wir uns besonders über Piraten und Seeungeheuer“, getreu dem Party-Motto „Monsters of the Sea“. Für den letzten Feinschliff sorgt das Visagisten-Team um Dieter Bonnstädter mit künstlichem Blut, Wund-Schorf oder Latex, „damit die Gäste wirklich Teil der düsteren Welt werden“.

Vier Tage Spielwiese für Vampire

Den spürt man auch auf der anderen Seite der Spree beim Friedrichshainer Matrix Club. Zu seinem „spuktakulären“ Boo Halloween Festival kommen von Jahr zu Jahr mehr Grusel-Fans, sagt Club-Chef Marcus Fiedler. 2011 wurde noch an zwei Tagen gefeiert – jetzt verwandelt er den Club vier Nächte lang in eine Spielwiese für Geister und Vampire.

Dass der Horror-Faktor nicht nur an einem Tag ziehe, beweise ja auch das erfolgreiche Konzept des Gruselkabinetts „Dungeon“ in Berlin und Hamburg mit seinen Shows. Doch auch er biete „alle Zutaten der Hexenküche“, verspricht Fiedler: „düstere Drinks, makabre Scherze und die Next Shock Models, die zum Untotentanz bitten, bis sich die Geister scheiden“.

Wir verlosen 3x2 Karten!!!

Die Horrornächte im Filmpark Babelsberg (Großbeerenstraße 200, Potsdam-Babelsberg) am 13. und 14. Oktober, am 20. und 21. Oktober sowie am 28., 29. und 30. Oktober, jeweils 18.30 bis 23 Uhr, Einlass ab 18 Uhr. Kids unter 16 Jahren haben nur in Begleitung eines Erziehungsberechtigten Zutritt – einige Horror-Sets sind für die Generation U 16 allerdings auch dann tabu, wenn sie von den Eltern begleitet werden.
Eintritt: 23 Euro zuzüglich der üblichen Vorverkaufsgebühren, keine Rabatte.
www.filmpark-babelsberg.de oder www.horrornaechte.de
Achtung: begrenztes Kartenkontingent – also Tickets rechtzeitig im Vorverkauf sichern!

Oder hier gewinnen: Berliner Akzente verlost 3 × 2 Tickets für den Auftakt Freitag, 13. Oktober 2017. Schreiben Sie uns Ihre Antwort per Mail an akzente@pretzlaw.de.

Das Boo Halloween Festival unter dem Motto „Music never dies“ steigt im Matrix Club (Warschauer Platz 18, Friedrichshain) an vier Abenden vom 28. bis 31. Oktober. Los geht’s jeweils um 22 Uhr, freier Eintritt bis Mitternacht für alle „voll kostümierten“ Gäste, ansonsten am Eröffnungsabend (28.10.) 10 Euro, alle anderen Abende 8 Euro.
www.matrix-berlin.de

Die Neon Halloween Party Berlin, die nach Veranstalter-Angaben größte Halloween-Party der Stadt, im bis zu 1.500 Gäste fassenden Spindler&Klatt (Köpenicker Straße 16 in Kreuzberg) geht diesmal am Sonnabend, 28. Oktober, unter dem Motto „Monsters of the Sea“ über die Bühne. Beginn ist um 23 Uhr. Tickets gibt es im Online-Vorverkauf (startet demnächst) und an der Abendkasse. Es haben ausnahmslos nur verkleidete Gäste Zutritt. Besonders auffällig Kostümierte haben freien Eintritt.
www.halloweenpartyberlin.com und www.spindlerklatt.com

Weitere Halloween-Partys und -Tipps: https://www.berlin.de/kultur-und-tickets/tipps/halloween/

Übrigens:

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