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Gastro-Tipps

Die schönsten Frühstückslokale

Ein entspannter Tag am Wochenende fängt am besten mit einem guten Frühstück an. Berliner finden hierfür reichlich Frühstückslokalitäten – die besten haben wir hier zusammengestellt. Ob für Ruhe-Suchende, Spät-Aufsteher oder den Verwandtschaftsbesuch: Unsere Gastro-Expertin Maggie Riepl nennt ihre Favoriten.

Für Landlustige

Raffiniert rustikal: „Die Stulle“

Marlene Richter nennt ihren Laden auch „Lecker-Essen-Manufaktur“ und serviert ausschließlich regionale und hochwertige Produkte. Besonders wichtig ist hier natürlich das Brot. Es wird aus natürlichen Teigen nach langer Gärzeit gebacken. So gut wie früher bei Mutti soll zum Beispiel der „Stramme Max“ schmecken. Neben diesem Klassiker gibt es ungewöhnliche Kreationen wie Stulle mit Aprikosen-Senf-Creme, Rucola, Brie und karamellisierten Birnen und Pinienkernen. Oder das Halloumi-Stullen-Sandwich mit pikantem Avocado-Tomaten-Gemüse.

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Die Karte wechselt wöchentlich. Beliebte Klassiker wie der „Stullentower“ (Spiegelei, Schinken und Salat) sind immer im Angebot. Hier isst man nicht nur raffiniert-rustikal: Das Lokal pflegt vom Ambiente einen modernen Landhausstil mit weißen Tischen, Kaffeesäcken auf den Stühlen, Holzkisten mit Marmeladen und großen Wandtafeln, auf denen die Wochen-Specials angeboten werden. Mitten in der City West hat man so das Gefühl, man wäre jwd – janz weit draußen.

Die Stulle, Carmerstraße 10, Charlottenburg, Mo-Fr 9-22 Uhr, Sa und So 10-21 Uhr. Tel. 311 79 403, www.die-stulle.com

Für Ruhesuchende

Oase der Ruhe unter Denkmalschutz: „Café Strauss“

Wenn jemand sagt: „Im Café Strauss sitzt man in Frieden“, mag das doppeldeutig klingen und bizarr erscheinen. Denn das Café liegt auf einem Kreuzberger Friedhof und war früher eine Aufbahrungshalle. Seit bald vier Jahren treffen sich nun in dem unter Denkmalschutz stehenden Backsteinbau auf dem Friedrichswerderschen Kirchhof gut gelaunte Gäste aller Altersgruppen.

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Der hohe Kuppelbau mit den schlichten Holzmöbeln ist weiß gehalten, Bögen und Säulen geben dem Ganzen einen Hauch Sakrales. Das Besitzerpaar Olga und Martin Strauss bietet selbstgerösteten Kaffee an, knusprige Croissants, Laugenbrezeln sowie Roggenbrotschnittchen zum Preis von 1 Euro mit frischen hausgemachten Aufstrichen, zum Beispiel Meerrettich-Lachs, Eiersalat und Rucola-Walnuss-Pesto. Für „Süße“ stehen Torten und Kuchen in einer Vitrine zur Auswahl. Eine Oase der Ruhe, aber voller Leben.

Cafe Strauss, Bergmannstraße 42, Kreuzberg, Di-Sa ab 9 Uhr, So ab 10 Uhr. Tel. 69 56 44 53, www.cafestraussberlin.de

Für Familien mit Kindern

Kinder spielen, Eltern relaxen: „Café Milchbart“

Das Kindercafé Milchbart ist so ein Platz, wo Große und Kleine gleichermaßen glücklich werden. Es gibt zwei Räume und für den Sommer einen großen Garten mit Buddelkiste, Schaukel, Spielhaus und vielen Sitzmöglichkeiten für Erwachsene, um ausgiebig zu frühstücken. Dabei kann man wählen zwischen verschiedenen Tellern wie „Dreikäsehoch“ und „Zuckerschnute“, „Mini Kunterbunt“ und Maxi-Kunterbunt.

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Auch drinnen ist mit Bobbycar und Bällebad für Spaß gesorgt, während Mama und Papa ihren Cappuccino genießen. Die größeren Kids können derweil in der Spielzeugküche etwas „kochen“. Was Inhaberin Katharina May auftischt, ist jedenfalls selbstgemacht. Besonders beliebt: ihr Karottenkuchen. Für Babys dürfen Gläschen mitgebracht und vor Ort erwärmt werden. Dafür und weil Spielzeug doch mal kaputtgeht, wird ein Eintritt von 1 Euro verlangt.

Café Milchbart, Paul-Robeson-Straße 6, Pankow, täglich 10-18 Uhr. Eintritt 1 Euro Tel. 663 07 755, www.milchbart.net

Für den Verwandtschaftsbesuch

Pompös wie ein Wiener Kaffeehaus: das „Grosz“

Das Grosz (benannt nach dem Berliner Maler George Grosz) im ehemaligen Haus Cumberland beeindruckt mit prächtigem Pomp, Prunk und seiner mondänen Mischung aus Jugendstil-Café und französischer Brasserie. Ein Ambiente mit besonderem Charme und kulinarischen Köstlichkeiten. Schon um 9 Uhr zieht der Duft frischer Backwaren aus der hauseigenen Patisserie L’Oui durch die hohen Räume.

Grosz Kaffeehaus
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Es gibt vorne einen Café-Bereich, hinten ein Restaurant und bei gutem Wetter den schönen Innenhof. Hungrige probieren das „Frühstück Cumberland“, eine Étagère, gefüllt mit Lachs, Ei, Käse, Wurst und vielem mehr. Für den kleinen Hunger genügen die hausgemachten Croissants oder Brioches. Ein Frühstück im Grosz ist vor allem eine kleine Zeitreise in die 1920er Jahre. Onkel Fritz und Tante Renate aus Wanne-Eickel werden jedenfalls staunen über das beeindruckende Interieur mit Kronleuchtern, Säulen, Stuck und Gold. Die stolzen Preisen muss man dafür einfach schlucken.

Restaurant Grosz, Kurfürstendamm 193/194 Charlottenburg, So-Do 9-23 Uhr, Fr und Sa 9-23.30 Uhr. Tel. 652142199, www.grosz-berlin.de

Für Veganer

Mit ohne zum Erfolg: Café VUX

Der Kiez um den historischen Richardplatz in Neukölln wird sicher bald so angesagt sein wie Kreuzkölln. Das VUX ist jedenfalls schon da und liegt mit seinem ausschließlich veganen Angebot total im Trend. Ein schlichtes, helles Ecklokal mit dekorativer Bilderwand und gemütlicher Wohnzimmer-Atmosphäre.

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Die Speisen sind ohne tierische Inhaltsstoffe und brasilianisch angehaucht. Wie die „Salgados“: Bagels mit verschiedenen Beilagen, zum Beispiel das „Sol Vermelho“ mit Hummus und getrockneten Tomaten oder „Smokey habanero“ mit Seitanwurst und Apfel- Mango-Chillisoße.

Außerdem gibt es „Doces“ (Süßes) in Form von köstlichen Kuchen, hausgemachten Torten, Cookies, Cupcakes oder Waffeln mit heißen Früchten und Sojasahne. Sonntags wartet ein feines Brunchbuffett für 9,50 Euro mit lauter gesunden Sachen. Die Kaffee- und Teespezialitäten sind fairtrade.

Café VUX, Wipperstraße 14 /Kirchhofstr, Neukölln, Mi-Sa 12-19 Uhr
So 12-18 Uhr, www.vux-berlin.com

Für Romantiker

Blumenladen und Frühstückslokal in einem: das Anna Blume

Was ist betörender: der Duft von frisch gemahlenem Kaffee oder der von Rosen? Das Anna Blume, benannt nach einem Gedicht von Kurt Schwitters, bietet Kulinarisches wie Florales, denn das Café ist gleichzeitig ein Blumenladen. Das Frühstück gilt als legendär, besonders die Etagère „Anna Blume Spezial für zwei“.
Wenn auf dem Silbergestell Feta- und Avocadocreme, Oliven- und Tomatenpesto, Ruccola-Quark, Ricotta und Bärlauchkäse, Hüttenkäse, Tiroler Schinken, Geflügelsalat, Lachs, Rührei und Holunderkäse aufgetischt werden und er ihr dann noch eine rote Rose überreicht, steht einem romantischen Start in den Tag nichts mehr im Wege.

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Statt der Königin der Blumen gibt es auch „Anenome“ und „Kornblume“, das sind gemischte Frühstücksteller. Ob Buttercroissants, Eierspeisen, Crunchy Müsli, vegetarische und vegane Frühstücke – es schmeckt einfach alles. Besonders verführerisch sind die süßen Sachen in der Kuchenvitrine, die die Konditorei des „Sowohlalsauch“ von nebenan liefert.

Anna Blume, Kollwitzstraße 83, Prenzlauer Berg, täglich 8-22 Uhr. Tel. 440 48 749 und 440 48 641, www.cafe-anna-blume.de

Für Flaneure

Wer sich nicht entscheiden kann: der Breakfast Market

Die Markthalle Neun in Kreuzberg hat sich vor allem mit dem beliebten Streetfood am Donnerstagabend einen Namen gemacht. Der Breakfast Market ist sozusagen die Sonntagsausgabe mit kunterbunten Donuts, Tofu-Taschen, japanischen Algenröllchen, Wraps, Stullen und Sandwiches, Säften und gesunden Smoothies.

Breakfast-market
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Oder darf es auch schon ein Gläschen Prickelndes sein? Vielleicht zu den Austern, die frisch geknackt auf den Teller kommen? 50 wechselnde Anbieter richten an, was den Morgen schöner macht und den Magen auf angenehme Weise füllt. Man schlendert von Stand zu Stand (möglichst gleich ab 10 Uhr, danach wird es voll und es heißt Schlange stehen), probiert hier und da. Alles lockt, die Wahl fällt schwer. Irgendwann ist man voll und das Portemonnaie leer, denn die Preise sind nicht ohne. Aber schließlich ist alles liebevolle und kreative Handarbeit. Eine wunderbare Möglichkeit, mehr aus einem Frühstück zu machen.

Breakfastmarket in der Markthalle Neun, Eisenbahnstraße 42, Kreuzberg, jeden dritten Sonntag im Monat, 10-17 Uhr, www.markthalleneun.de

Für Spätaufsteher

Frühstück bis 16 Uhr: ABC

Allan’s Breakfast Club, von Insidern kurz ABC genannt, genießt bei Fans von Eierspeisen einen geradezu legendären Ruf. Es heißt, die Eggs Benedict mit der absolut geheimen Sauce Hollandaise seien die besten der Stadt. Da diese besonders im anglophilen Sprachraum beliebt sind, hört man überwiegend Englisch in dem winzigen Deli: Briten, Amis, Australier.

Bild: Maggie Riepl

Ohne Reservierung läuft am Wochenende nichts. Obwohl der coole Besitzer Allan umsichtig die Gäste dirigiert, zur Not in Warteposition nach draußen. Trotz des Andrangs geht es in dem stylischen Ladenlokal locker und entspannt zu, denn Allan hat lange in Sydney gelebt und pflegt weiterhin den lässigen Aussie-Lifestyle. Bis 16 Uhr kann man frühstücken, zum Beispiel French Toast, Avocadotoast, Banana-Bread, Müsli mit Joghurt und Früchten. Danach wird mediterrane Küche serviert und der Breakfast Club wird zur Weinbar.

Allan’ Breakfast Club & Wine Bar, Rykestraße 13, Prenzlauer Berg, Tel. 239 251 34, Do-Sa 10:30-4 Uhr, So 11-22 Uhr, Facebook-Seite

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