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Titel Freiheitsglocke
Bild: picture alliance
Ich bin ein Berliner

Freiheitsglocke: So klingt die Freiheit

Seit dem 21. Oktober 1950 hängt sie im Rathaus von Schöneberg – die Berliner Freiheitsglocke. Jeden Tag um 12 Uhr schlägt sie zwei Minuten lang für Freiheit und Menschenwürde.

S

ie ist ein fettes Ding. Bringt beachtliche 10.206 Kilogramm, also über zehn Tonnen, auf die Waage. Gewichtig sind auch ihr körperdurchdringendes Läuten und ihre Symbolkraft. Wohlweislich trägt sie den Namen Freiheitsglocke und die Inschrift: „That this world under God shall have a new birth of freedom.“ – „Möge diese Welt mit Gottes Hilfe eine Wiedergeburt der Freiheit erleben.“ Ein Zitat aus US-Präsident Abraham Lincolns Rede „Gettysburg Address“. Schließlich ist sie der legendären, kleineren Liberty Bell aus Philadelphia, Pennsylvania, nachempfunden und ein Geschenk der USA nach dem Zweiten Weltkrieg, aus den Spenden von rund 16 Millionen Amerikanern finanziert, gegossen in England, bei Gillet & Johnston.

Im Turm des Schöneberger Rathauses hängt das imposante Bronze-Gefäß seit 21. Oktober 1950. Kurz darauf, am 24. Oktober, dem Tag der Vereinten Nationen, erklang sie zum ersten Mal in der geteilten Stadt. 40 Jahre später, am 3. Oktober 1990, läutete sie die Wiedervereinigung ein.

Eine Zeit lang schwieg die Berliner Freiheitsglocke aber. Aufgrund eines Risses musste sie zur Reparatur aufwendig ins bayerische Nördlingen geschafft werden. Zuverlässig jeden Tag um 12 Uhr gibt sie ansonsten Laut für Freiheit und Menschenwürde, zwei Minuten lang. Außerdem am 1. Mai, an Heiligabend und in der Silvesternacht. Auch Philatelisten konnten sich an der bedeutsamen Glocke erfreuen: Sie zierte in den Fünfzigern mehrere Briefmarken.

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