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In Berlin gibt es 4650 Restaurants, rund 900 Kneipen und 190 Bars und Diskotheken, informiert der Tourismusverband Visit Berlin. Orientierungshilfe geben diese Food-Blogs. Bild: Shutterstock
Gastro-Tipps

Berlins schönste Food-Blogs

Berlin hat tausende Restaurants; da fällt die Wahl schwer. Einen Blick auf vielversprechende Neueröffnungen, leckere Klassiker und spannende Neuentdeckungen geben Food-Blogs, deren Macher sich für ihre Leser quer durch die Hauptstadt schlemmen. Wir stellen die schönsten Food-Blogs vor. Bon Appetit!

1) Deftig: sattundfroh

Wer statt des Stamm-Italieners mal nach neuen Lokalitäten sucht, wird hier fündig. Georg Weber ist mit seinem Blog sattundfroh.de zwar erst seit Mai 2016 online – bloggt aber täglich. Der gebürtige Österreicher hat zuvor weltweit im Tourismus gearbeitet. Jetzt isst, trinkt, schreibt und fotografiert er sich durch die Berliner Gastronomie, querbeet in allen Bezirken der Stadt. Mehr als 300 Lokale hat er bisher besprochen und abgelichtet.

Satt Und Froh

Keine seiner Reviews soll älter als ein Jahr sein. Der Blog präsentiert sich übersichtlich gestaltet. Leser können nach Bezirken oder nach unterschiedlichen Landesküchen suchen. Alle besuchten Lokale hat Weber zusätzlich auf einem Stadtplan festgehalten. Im Vordergrund steht der praktische Nutzen für den Leser. Die Texte sind kurz, exakt und geben die persönlichen Erfahrungen des Bloggers wieder.

Georgs Prinzip: In ähnlichen Lokalen immer ähnliche Gerichte bestellen, um optimal vergleichen zu können. Ist er unzufrieden, schreibt er nichts. Viel Wert legt er auf Fotos, um Stil und Atmosphäre darzustellen. Und sogar ein Newsletter wartet, mit den Top 5 Restaurants des Monats.

2) Süß: dynamitecakes.de

Mit Kochen und Backen ist Franziska Robertz aufgewachsen. Daher hat sie ihren Blog dynamitecakes.de ihrer Großmutter gewidmet, die früher zu Familienfesten die herrlichsten süßen Sachen auf den Tisch brachte. Da diese auch noch viele Süßschnäbel erfreuen sollen, agiert Franziska seit 2013 als Kuchen- und Küchen-Queen online.

Dynamite Cakes

Ihre Rezepte von Kuchen über Motiv-Torten, Cookies und Cupcakes lesen sich verständlich, sehr genau in den Mengen-Angaben und sind leicht nachzumachen. Da die auf Männer-Modeschmuck spezialisierte Designerin auch die Musik der 1950er Jahre liebt, spielt Rock ’n’ Roll in ihrem Blog ebenfalls eine Rolle. Es gibt Infos und Videos zur Musik der 1950er und sogar eine Elvis-Torte. Wenn Küchengeräte sirren wie Rockabilly-Gitarren und der Bäcker oder die Bäckerin mit Leib und Seele in den Gerichten aufgeht, schmecke man diese Leidenschaft auch im kreierten Gericht, findet Franziska.

Inzwischen hat sie ihre süße Palette auf alles erweitert, was sich im Backofen zubereiten lässt. Dynamite Cakes wendet sich an alle, die Erprobtes mit „Persönlichkeit“ (Motto: Cake with an attitude) suchen, denn die Rezepte sind stets in kleine Alltagsgeschichten eingebettet.

3) Vegetarisch: Krautkopf

Kochen und Essen gehören neben der Liebe zur Fotografie zu den größten Leidenschaften von Susann Probst und Yannic Schon. Seit elf Jahren sind die beiden ein Paar, ernähren sich schon lange vegetarisch und mögen einfache und ausgewogene Gerichte aus frischen saisonalen Produkten. Mit ihrem Blog kraut-kopf.de, wollen sie ihre Bilder und Rezepte mit Gleichgesinnten teilen.

Kraut-kopf

Darüber hinaus organisieren die beiden auch private Dinner und Events. Die Stärke ihres Blogs: die persönliche und emotionale Bildsprache. Für ihre saisonale Gemüseküche stellen Susann und Yannic so viel wie möglich selber her, etwa Gewürzmischungen. Ihre Art zu kochen ist aroma- und abwechslungsreich und immer so, dass der Eigengeschmack der Produkte nicht überdeckt wird und die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

Daher verzichten die Blogger auch auf weißen Zucker und greifen stattdessen zu alternativen Süßungsmitteln wie Reissirup. Der Blog soll Inspiration für alle sein, die sich mit fleischlosen, saisonalen und gesunden Gerichten ernähren wollen, die satt, aber auch happy machen.

4) Flüssig: eichiberlin

„Ich jogge nie, ich würde sonst meinen Martini verschütten“, sagt Peter Eichhorn. Ist klar, worum es in erster Linie geht: Der Schwerpunkt des 45-Jährigen, der unter anderem als Autor und Stadtführer arbeitet, ist die Trinkkultur. Vor acht Jahren, als das Bloggertum, vor allem zu Cocktails und anderen alkoholischen Getränken, noch in den Kinderschuhen steckte, hat er eichiberlin.com gegründet.

Eichiberlin

Eichhorn ist unabhängig und unbestechlich. Jeden Drink, jedes Essen bezahlt er aus eigener Tasche. Seine Empfehlungen überzeugen – weniger mit Fotos als vielmehr mit kurzweiliger Schreibe, kleinen Lästereien und Food-Geschichten, die mal anders erzählt werden als im klassischen Gourmet-Journalismus. Eichis Blog ist eben pure Leidenschaft, denn er ist „hungrig auf die Metropole“ und „durstig auf Berlin“.
Ob Bar, Restaurant oder Event – es geht immer um das Gesamtpaket, das heißt, neben der Kreativität zählen für Eichhorn auch Gastgeber-Qualitäten und Service, oft ja eine Schwachstelle der deutschen Gastronomie. Getränke genießen, wie gesagt, einen besonderen Stellenwert. Eichi zitiert in diesem Zusammenhang gerne Woody Allen: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. Nach einer Weile braucht er einen Drink.“

5) Vegan: zuckerundjagdwurst.com

Auch wenn der Name zuckerundjagdwurst.com es anders vermuten lässt; bei Isabelle Friedrich und Julia Stephan ist alles vegan. Zum Beispiel Seitansteaks, Linsen-Bolognese oder „Eiersalat“.

Bloggerinnen Zucker Und Jagdwurst
Bild: Promo

Großen Wert legen die Blogger darauf, dass die Gerichte und Kuchen einfach nachzumachen sind. Beiden geht es um leckere Sachen und nicht um ein Dogma. Es werden zum Beispiel keine Kalorien gezählt und es darf auch frittiert werden. Hauptsache, es schmeckt.

Zucker Und Jagdwurst

Isa hat sich übrigens bereits als „Frl. Zucker“ bei backvergnügen.de einen Namen als großartige Bäckerin gemacht. Die optisch sehr ansprechenden Rezepte sind nach verschiedenen Kategorien wie Basics, Suppen, Fingerfood, Brotzeit geordnet. Außerdem gibt es Serien wie „7 Tage 7 Rezepte“ zu Themen wie Picknick, Frühstück oder Weihnachten.

Witzig: die Rubrik „Kleine Feinde in der Küche“, in der aus drei „unliebsten“ Zutaten ein schmackhaftes Gericht bereitet wird. Den Blog mit appetitmachenden Fotos haben die beiden persönlich und locker geschrieben. Das große Ziel von Isa und Julia: Kassler und Camembert wirklich gut hinzubekommen. Als Leser ist jeder willkommen – ob Fleischesser, Vegetarier oder Veganer.

Hier gibt’s noch mehr

Und noch ein Tipp für alle, die sich weiter über die Berliner Foodblogger-Szene informieren wollen. Die leidenschaftliche Networkerin und Webdesignerin Peggy Schatz gibt in ihrem kulinarischen Stadtplan berlin-food.info/map.php einen guten Überblick über Blogger, die essen, trinken und schreiben und hier mit einer Kurzinfo verlinkt sind.

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