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Titel Welches Fahrrad Passt Zu Mir
Bild: Shutterstock
Fahrrad-Typen

Mit dem Fahrrad durch Berlin: Welches Fahrrad passt zu mir?

Mit dem Fahrrad geht es schnell und bequem durch Berlin. Die Auswahl des richtigen Modells kann aber schnell zur Herausforderung werden. Wir stellen acht Fahrradtypen vor und verraten, welches Rad zu Ihnen passt.

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b mit weit vorgebeugtem Oberkörper oder in fast aufrechter Haltung, in rasantem Tempo oder eher gemächlich. Radfahren liegt im Trend. Obwohl noch einige Klimmzüge notwendig sind, bis Berlin als Radfahr-Stadt eine gute Figur abgibt.

Mit dem Fahrrad durch Berlin: Sicher von A nach B

Die Hauptstädter schwingen sich immer öfter auf den Sattel. Um schnell von A nach B zu kommen, um sich fit zu halten oder die Natur zu genießen. Manche tun es nur ab und an, viele Berliner aber täglich. Die einen kommen dabei kräftig ins Schwitzen, die anderen wollen gerade das unbedingt vermeiden und setzen daher auf elektrische Unterstützung.

So unterschiedlich die Gründe sind, aus denen die Berliner in die Pedale treten, so verschieden sind auch die Ansprüche, die sie an einen Drahtesel stellen. Berliner Akzente vergleicht acht Fahrradtypen und zeigt, welches Rad am besten zu Ihnen passt: Mit dem Fahrrad durch Berlin.

Damit Sie wissen, wo es lang geht: Hier finden Sie die schönsten Radtouren durch Berlin >>

1. Das Faltrad: Praktisch für Pendler

Nicht größer als ein durchschnittlicher Koffer ist das Fahrrad, mit dem Steffen aus dem Zug steigt. Seit Jahren schon pendelt er von Berlin zur Arbeit nach Potsdam. Per Bahn. „Die Züge sind oft ganz schön voll. Mit einem normalen Fahrrad hast du da zu den Stoßzeiten keine Chance.“ Doch das Rad braucht er, um vom Bahnhof aus zu seiner Arbeitsstelle zu kommen. Für ihn die ideale Lösung: das Faltrad. Er hat sich für die Londoner Legende „Brompton“ entschieden. Lenker ausklappen, Rahmenscharnier zusammenfügen, Sattel ausfahren – fertig. „Dauert keine Minute“, sagt Steffen.

Faltrad
Bild: Shutterstock

Wer meine, dass es sich auf so einem Faltrad mit 18-Zoll-Rädern schlecht fahren lasse, sei auf dem Holzweg. „Das kannst du nicht vergleichen mit einem Klapprad aus den 70ern“, sagt Steffen. „Auf dem Faltrad bist du bei gleichem Kraftaufwand genauso schnell unterwegs wie auf einem normalen Rad“, so der sportliche Mittvierziger. Falträder dürfen sogar im ICE mitgenommen werden.

Unser Fazit: Ein Faltrad ist perfekt für alle, die auf ihrem Weg durch Berlin nicht ausschließlich Radfahren, sondern auch die öffentlichen Verkehrsmittel nutzen. So stehen Sie niemandem im Weg und können Ihr Fahrrad sicher verstauen.

Faltrad-Direktor
Goethestraße 79 in Charlottenburg
Telefon 31 80 60 10
www.faltrad-direktor.de
(auch Verleih)

Kultrad – Brompton Excellence Store
Linienstraße 77 in Mitte
Telefon 89 99 62 97
www.kultrad.de
(auch Verleih)

2. Das Citybike: Alleskönner für Alltagsradler

Für kurze Strecken in der Innenstadt nimmt Anke gern das Fahrrad – „zum Beispiel, wenn ich ins Kino will oder mich mit Freunden im Kiez verabredet habe“, sagt die 54-Jährige. Oft nutzt sie das Velo auch zum Lebensmitteleinkauf. „Da muss ich keine Tüten schleppen, sondern kann alles bequem in den Gepäcktaschen verstauen.“ Ankes Anforderungen – „bequem zu fahren und alltagstauglich in der Ausstattung“ – erfüllt ein Cityrad.

City-bike
Bild: www.winora.de | pd-f | Stratmann

„Rund ein Viertel aller hierzulande verkauften Räder gehört zu dieser Brot-und-Butter-Kategorie“, weiß Gunnar Fehlau vom Pressedienst Fahrrad. „Citybikes passen zum Mobilitätsgefühl des Durchschnittsradlers.“ Der legt im Jahr weniger als 300 Kilometer zurück und schätzt Komfort. Was der City-Klassiker bietet: Nabenschaltung mit drei bis acht Gängen, aufrechte Sitzposition, winkelverstellbarer Vorbau – und dazu die gute alte Rücktrittbremse.

Unser Fazit: Ein Citybike eignet sich für alle, die auf einem soliden Fahrrad nicht allzu lange Strecken zurücklegen wollen.

Ostrad
Winsstraße 48 in Prenzlauer Berg
Telefon 443 413 93
www.ostrad.de

3. Das Trekkingbike: Für alle Eventualitäten

Noch beliebter als das Cityrad ist das Trekkingbike. Mit einem Drittel aller jährlich in Deutschland verkauften Velos ist es unangefochtener Spitzenreiter – auch für Arno.

Rakete Trekking-Rad
Bild: Bötzowrad

Mit Freunden unternimmt der 31-Jährige regelmäßig Ausflüge nach Brandenburg. Da stehen dann abends locker 60 oder 70 Kilometer auf dem Zähler. Und weil die Jungs gern abseits asphaltierter Straßen unterwegs sind, hat sich der Grundschullehrer für die „Outdoor-Jacke unter den Fahrrädern“ entschieden, wie Radexperte Fehlau das Trekkingbike nennt. Der robuste Alurahmen war für Arno ebenso wichtig wie Federgabel und Federsattelstütze – „damit nach einer Tagestour nicht der Allerwerteste schmerzt“. Auch die leicht nach vorn geneigte Sitzhaltung kommt Arno entgegen. „Das ist bequem auf langen Strecken.“

Unser Fazit: Mit dem Trekkingbike sind Sie gut auf den Straßen von Berlin unterwegs, können damit aber auch längere Touren außerhalb der Stadt unternehmen. Ein echtes Allround-Talent.

Bötzowrad
Pasteurstraße 31 in Prenzlauer Berg
Telefon: 77 90 09 40
boetzowrad.de
raketerad.de

4. Das Rennrad: Für Kilometerfresser

Mit zehn Stundenkilometern durch die Gegend zu zuckeln, findet Marco schrecklich. Der 24-jährige Student liebt die Geschwindigkeit. Allein schon, weil er für den Weg von Kreuzberg zum Osteuropa-Institut der Freien Universität nicht mehr Zeit als nötig verplempern will. Aber auch in der Freizeit schwingt er sich oft auf sein Rennrad, um sich fit zu halten. Selbst wenn rote Ampeln ihn stoppen: Mit seinem acht Kilo leichten Rad mit dem geschwungenen Lenker ist Marco bei Grün schnell wieder am Start, „weil ich ja kaum Masse beschleunigen muss“.

Rennrad
Bild: Rad-Kreuz

Gekauft hat Marco sein Gefährt beim Kreuzberger Fahrradladen Rad-Kreuz, dessen Chef Carsten Kupsch ein begeisterter Rennradfahrer ist. „Schon seit 1982“, sagt Kupsch. Seine bisher größte Strecke: 370 Kilometer an einem Tag. Laut Zweirad-Industrie-Verband sind übrigens nur zwei von 100 in Deutschland verkauften Rädern Rennmaschinen.

Unser Fazit: Ein Rennrad eigenet sich, wenn Sie schnell durch die Berliner Straßen unterwegs sein wollen. Aber Achtung: Ein Rennrad sollte nur von geübten Fahradfahrern genutzt werden.

Rad-Kreuz
Hagelberger Straße 53 in Kreuzberg
Telefon 785 94 88
www.rad-kreuz.de
(auch Verleih)

5. Das Lastenrad: Für Handwerker und Eltern

Joachim hievt die Werkzeugkiste in die Alu-Box, die er vorn auf sein Lastenrad montiert hat. Daneben kommen Schleifmaschine, Schraubenkoffer, Bohrmaschine und der Staubsauger für die Späne. „100 Kilo sind das sicher“, schätzt der Tischler. Als er sich mit seinem Montageservice selbstständig machte, stand für ihn fest: „Das Dienstfahrzeug muss ein Lastenrad sein.“ Als Existenzgründer wollte er sich nicht in zu große Kosten stürzen. „So ein Rad braucht nur ab und an eine Inspektion.“ Dann bringt er es zu „Pedalpower“. Die Lichtenberger Konstrukteure haben eigene Konstruktionen entwickelt. Wie das dreirädrige „Berliner Lastenrad“ mit der großen Kiste vorn.

Lastenrad
Bild: Shutterstock

Oder das Kindertransportrad mit Platz für zwei „Zwerge“, mit dem Britta aus Pankow täglich ihren Nachwuchs transportiert. „Allerdings wird’s bei uns im Innenhof langsam eng“, sagt die 33-jährige Mutter. Denn Britta und ihr Mann Paul sind nicht die einzigen Eltern, die sich für das „Einsatzkommando Kita“ für so ein ausladendes Dreirad entschieden haben.

Unser Fazit: Ob Sie Ihre Kinder morgens zur Kita oder Schule fahren wollen oder im Job darauf angewiesen sind, auf Ihrem Rad mehr als nur einen Fahrradkorb zu transportieren. Mit einem Lastenfahrrad kommen Sie schnell durch den Berliner Straßenverkehr. Wie bei allen Rädern gilt natürlich auch hier: Helm aufsetzten nicht vergessen.

Pedalpower (Schönstedt & Busack GbR)
Pfarrstraße 115 / Ecke Kaskelstraße in Lichtenberg
Telefon: 55 15 32 70
www.pedalpower.de
(auch Verleih)

6. Das E-Bike: Mit Rückenwind aus der Steckdose

Als die ersten Elektroräder in den 90er-Jahren auf den Markt kamen, hatte Falko für die „Opa-Räder“ nur ein müdes Lächeln übrig. Seit zwei Jahren fährt er nun selbst ein E-Bike. Und das hängt nicht nur damit zusammen, dass er seither auch älter geworden ist. Es sei „einfach optimal“, mit Rückenwind aus der Steckdose ins Büro zu fahren, sagt der 49-jährige Buchhalter. „Da komme ich nicht ins Schwitzen, muss kein Oberhemd zum Wechseln mitnehmen und habe mich trotzdem bewegt“, schwärmt der Anzugträger.

E-bike
Bild: flyer-bikes.com | pd-f

Das Elektrorad habe „sein Reha-Image in den letzten Jahren fast gänzlich abgestreift“, sagt Branchenkenner Gunnar Fehlau. Nach Berechnungen des Zweirad-Industrie-Verbandes fuhren zum Jahresbeginn 2019 fast viereinhalb Millionen Elektroräder durch Deutschland. Die meisten davon sogenannte Pedelecs – deren Elektromotor den Radler nur dann unterstützt, wenn der auch selber in die Pedalen tritt. Bei 25 km/h schaltet sich der Motor automatisch ab.

Unser Fazit: Sie wollen bequem durch Berlin mit dem Fahrrad fahren aber nicht verschwitzt ankommen? Dann sollten Sie sich für ein Elektrofahrrad entscheiden.

e-motion e-Bike Welt
Brunnenstraße 110d in Mitte
Telefon: 239 29 567
www.emotion-technologies.de/berlin-mitte/

7. Der Cruiser: Viel Spaß mit fetten Reifen

Christian liebt die 50er-Jahre. Der Rock’n’Roll, Elvis mit seiner Tolle, die Mädels mit ihren Petticoats „und dann diese schicken Straßenkreuzer mit ihren Heckflossen und den Breitbandreifen“. Das war die Zeit, in der Christian jung war.

Cuiser-Bike
Bild: Shutterstock

Mittlerweile ist er 70. Und so ist der Cruiser mit den 26-Zoll-Ballonreifen, dem geschwungenen Rahmen und dem ausladenden Lenker, den er auf dem Fahrradhof Altlandsberg kurz hinter der östlichen Berliner Stadtgrenze gerade gekauft hat, auch nicht für ihn bestimmt. „Ein Geschenk für meinen Enkel. Der wird demnächst 13“, sagt Christian. Dem Retrotrend sei Dank, dass es diese tollen Räder hier gebe, freut sich der Rentner – dessen Enkel noch gar nichts von dem Geschenk weiß. „Soll eine Überraschung werden.“ Ein bisschen unsicher ist er allerdings, ob dem Jungen das Rad schnell genug ist. Auf einem Cruiser ist man ja eher gemütlich unterwegs.

Unser Fazit: Sie haben es nicht sehr eilig und wollen lieber stilsicher unterwegs sein? Dann erkunden Sie Berlin mit Ihrem neuen Cruiser-Fahrrad.

Fahrradhof Altlandsberg
Berliner Allee 4
15345 Altlandsberg
Telefon: 033438 / 67066
www.fahrradhof-altlandsberg.de
(auch Verleih)

8. Das Retrofahrrad: Hingucker mit Chic und Charme

„Schlichte Fahrräder, wie sie auf den Straßen Londons, Kopenhagens oder Amsterdams das Stadtbild bestimmen“, sind Mandy am liebsten. Die 21-Jährige mag nicht „diese Teile mit wer weiß wie vielen Gängen, die aber noch nicht mal Schutzbleche oder ‘nen Gepäckträger haben“. Stattdessen schätzt die angehende Designerin „Räder mit solider Technik, auf denen man aufrecht sitzt wie auf einem Hollandrad und die auch optisch was hermachen.“

Retrorad
Bild: Prêt-à-Vélo

Lukas Grenzlehner, Chef des Fahrradladens Prêt-à-Vélo in Mitte, wundert es nicht, dass Mandy sich spontan in das „Corvo Citta Donna“ des Berliner Herstellers Bella Ciao verguckt hat: mit Ledergriffen und Ledersattel, der Rahmen in Norditalien von Hand gefertigt. „Berühmt gemacht haben dieses Fahrrad in den 30er- und 40er-Jahren die italienischen Partisaninnen, die in ihrem unvergleichlich modernen Chic und beseelt von einer höheren Aufgabe auf ihm über Land fuhren“, weiß Grenzlehner. Die meisten der bei Prêt-à-Vélo angebotenen Räder stammen aus kleinen Manufakturen. „Auch ganz moderne Räder mit Riemenantrieb statt Kette.“

Unser Fazit: Sie wollen solide Technik, aber trotzdem ein wenig Extravaganz? Dann entscheiden Sie sich für ein Retrofahrrad. Es wird Sie sicher durch Berlin bringen und auch die ein oder andere Radtour durch Brandenburg mitmachen.

Prêt à Vélo
Fehrbelliner Straße 17 in Mitte
Telefon 24 63 79 12
www.pret-a-velo.de

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