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Titel Orte Zum Entspannen
Bild: Shutterstock
Berliner Grün

10 schöne Orte in Berlin zum Entspannen

Urlaubspläne geplatzt? Viele Berliner verbringen die Ferien in diesem Jahr zu Hause. Doch der „Summer in the city“ kann viel mehr sein als nur ein Sommer vorm Balkon. „Geh raus und blüh auf!“, rät Liane Purol den Hauptstädtern. In ihrem Buch „Grüne Glücksorte in Berlin“ stellt sie ihre 80 grünen Favoriten vor. Berliner Akzente hat daraus eine ganz subjektive Hitliste zusammengestellt. Hier sind unsere Top Ten.

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iane Purol sitzt berufsbedingt viel am Schreibtisch. Ihre freie Zeit nutzt sie gern für ein Kontrastprogramm. Dann spaziert sie barfuß durchs Grüne, sucht Orte in der Stadt, an denen sie abschalten, ihren Gedanken freien Lauf lassen kann.

Liane Purol
Liane Purol. Bild: Privat

Orte in der Natur. Orte, an denen sie einfach mal einen Baum umarmen kann. Diese Oasen gibt es reichlich, auch mitten in der Großstadt. „Berlin ist voller Grün und noch voller mit grünen Glücksorten“, sagt Liane Purol über ihre Heimatstadt. „Manchmal ist es nur eine Bank bei einem Baum im Schatten eines Hochhauses, manchmal ein angelegter Park mit breiten Wegen oder ein verwunschener Platz mit Springbrunnen.“

1. Überraschend – der Körnerpark in Neukölln

Der Park ist klein, die Erwartungen von Liane Purol waren groß. Doch sie wurde nicht enttäuscht vom grünen Kleinod an der Schierker Straße, das manche die „schönste Kiesgrube Berlins“ und andere das „Sanssouci Neuköllns“ nennen. „Dieser kleine, königlich neobarocke Schlossgarten passt so gar nicht in das ehemalige Arbeiterviertel“, stellt sie fest, „und deswegen auch wieder doch“.

Koernerpark
Bild: Liane Purol

Hier kommen alle auf ihre Kosten: Junge Leute sitzen auf dem Rasen neben dem Wasserspiel, „vor der Orangerie liegt ein Sonnenanbeter, und die Mütter mit den Kinderwagen hat es in den Blumengarten gezogen“. In der ehemaligen Orangerie befindet sich eine Galerie – Kunstgenuss im Grünen. Purol ist sich sicher: Franz Körner, der den Park einst als Privatgarten anlegen ließ, würde die vielfältige Nutzung gefallen.

www.körnerpark.de

2. Romantisch – das Freiluftkino Rehberge

So lange haben wir auf Filmgenuss auf großer Leinwand verzichten müssen. Die Kinos waren dicht. Uns blieb nur, einen Streifen zu streamen oder einen Silberling in den DVD-Player zu schieben. Aber ganz ehrlich: Das ist doch nicht dasselbe wie „in der linken Hand eine Tüte Popcorn, in der rechten ein Getränk, im Dunkeln nah neben dem Lieblingsmenschen sitzen und gleich für zwei Stunden in eine andere Welt eintauchen“. Das Glück sei nur noch beim Filmegucken unter freiem Himmel zu steigern, meint Liane Purol. Mit Vogelgezwitscher zwischen hohen Fichten und Fledermäusen über den Köpfen. Das Fahrrad darf mit rein, der Hund auch. Sollte es doch mal regnen: Da schwärmt Purol von Romantik pur bei „Hollywood im Volkspark“ zu zweit unterm Regenschirm.

www.freiluftkino-rehberge.de

Noch mehr Freiluftkinos in Berlin? Dann lesen Sie hier weiter >>

3. Berauschend – ein Gläschen Wein unter Reben in Britz

Zugegeben, ist von deutschen Weinanbaugebieten die Rede, denkt wohl kaum jemand an Berlin. Und doch wachsen in der Hauptstadt Reben, ist Berlin seit 2016 sogar offizielles Weinanbaugebiet. „Aber allein in Britz werden die Trauben auch gekeltert“, hat Liane Purol in Erfahrung gebracht.

Weinkultur
Bild: Liane Purol

Der Verein Britzer WeinKultur kümmert sich, professionell angeleitet von Winzer Felix Schaefer, um 1.500 Pflanzen. So groß wie ein Fußballfeld ist die Fläche, auf der die Sorten Ortega und Acolon gedeihen, so dass rund 1.000 Flaschen pro Jahr abgefüllt werden können. Liane Purols Urteil nach der Kostprobe: Mit den Großen könne sich der Göttertrank aus Britz noch nicht messen, sei aber „in jedem Fall süffig“.

www.britzer-wein.de

4. Bestechend: Der Bienenlehrgarten in Hellersdorf

Bei all den 80 grünen Orten, die Liane Purol vorstellt, ist sie überzeugt, dass sie glücklich machen. Schließlich habe sie alle auf Herz und Glück geprüft. Und doch legt sie sich auf ihr persönliches Highlight fest: den Bienenlehrgarten des Imkervereins „Wuhletal 1864“ an der Lichtenhainer Straße.

Bienenlehrgarten
Bild: Liane Purol

„Sollte man nur Zeit für einen einzigen Ort haben, dann geht man am besten hierhin.“ Begründung: weil sich die Aktiven des Vereins mit viel Liebe für Bienen und Insekten einsetzen und aus einem Schulgarten ein Paradies geschaffen haben – mit Kräutergarten, Barfußpark, Teich, Insektenhotels und natürlich Bienenstöcken. „Und wie es duftet! Man möchte sofort Biene sein und sich wohlig in einer Rose brummend tummeln.“

www.imkerverein-wuhletal1864.de

5. Überbrückend: Der Schlosspark Buch

Alte Eichen, Eiben und Rhododendronbüsche, Linden und Hainbuchen, aber auch Grauschnäpper und Höhenbrüter. Die Vielfalt an Pflanzen und Getier ist es, die den Reiz dieses Refugiums ausmacht.

Schlosspark Buch
Bild: Liane Purol

Liane Purol vermutet jedoch, dass der Park bei den Berlinern besonders wegen seiner vielen die Panke überspannenden Brücken so beliebt ist. Die seien zwar nicht spektakulär und auch nicht mit steinernen Löwen verziert, „aber das Einfache ist manchmal eben das Beste“. Das Schloss im Park wurde übrigens 1964 gesprengt. „Der Park selbst ist das Prunkstück.“

www.berlin.de

6. Überflogen: Start- und Landebahn des Flughafens Tegel

Die Uhr tickt. Wenn demnächst nach jahrelanger Verzögerung der neue Hauptstadt-Flughafen BER an den Start geht, ist Schluss in Tegel. Beinahe wäre es schon im Juni so weit gewesen, als Corona-bedingt dort kaum noch Verkehr war. Es ist also höchste Eisenbahn, mit dem Bus 125 oder 221 zur Meteorstraße (Haltestelle Uranusweg) zu fahren, sich ein schönes Plätzchen auf der Anhöhe an der Autobahnauffahrt zu suchen und die startenden oder landenden Flieger unmittelbar über die Köpfe hinwegdonnern zu lassen. Denn direkt dahinter liegt das Rollfeld. Ein grüner Glücksort? Das sei eine Frage der Definition, sagt Liane Purol, eher ein „Glücksort mit ein bisschen Grün drum herum“.

www.berlin-airport.de

7. Überzeugend: der Lilienthalpark in Lichterfelde

Der Sprung von Tegel nach Lichterfelde ist naheliegend, trägt doch der Flughafen im Norden Berlins den Namen Otto Lilienthal, gedacht wird des Flugpioniers aber im Süden der Stadt, im Lilienthalpark in Lichterfelde. Auf den ersten Blick könnte man meinen, dass da auf einem grünen Hügel ein Ufo gelandet ist – denn so sieht sie aus, die runde Säulenhalle mit offenem Dach. Die Verbindung von Himmel und Erde soll sie symbolisieren.

Lilienthalpark
Bild: Liane Purol

Warum die Gedenkstätte gerade hier errichtet wurde? Weil Lilienthal „sich hier im Jahr 1894 aus Abraum einen 15 Meter hohen Berg aufschütten ließ, um mit seinem selbst gebauten Gleitapparat Flugversuche zu unternehmen“, erklärt Liane Purol. Rund um die Gedenkstätte gibt es einen kleinen Park samt Karpfenteich und einen Spielplatz. Ein grüner Ort für Menschen jeden Alters.

www.lichterfelde-ost.de

8. Bewegend: der Waldhochseilgarten Jungfernheide

Mal die Perspektive ändern. Liane Purol musste sich erst daran gewöhnen, „nicht im Grünen zu liegen und in die Baumkronen zu schauen, sondern aus den Baumkronen hinab auf weichen Rindenmulch“. Und das Abschalten im Wald funktioniert beim Klettern im Waldhochseilgarten am Rand des Volksparks Jungfernheide auch auf eine andere Art – nämlich mit jeder Menge Adrenalinausstoß, wenn man da in mehreren Metern Höhe (natürlich gut gesichert) über Leitern und Holzbalken balanciert.

www.waldhochseilgarten-jungfernheide.de

9. Beruhigend: das Naturschutzgebiet Karower Teiche

Um 1900 dienten die Teiche der Nachklärung der Berliner Abwässer, teils wurden diese auch direkt dort eingeleitet. Das ist lange her, die Rieselfeldwirtschaft Geschichte. Seit 1994 steht das Gebiet unter Naturschutz. Die sich selbst überlassene Natur habe schon wieder viele wild wachsende Pflanzen hervorgebracht, „davon stehen 44 auf der roten Liste der gefährdeten Arten“, weiß Liane Purol. Auch mehrere Brutvögel hätten dort ihre Heimat gefunden, Lurche würden das Areal als Laichgebiet schätzen. Purols Kommentar: „Gut, dass ein Zaun drum ist.“ Was der Mensch nicht betreten darf, kann er dennoch überblicken – dank einer Aussichtsplattform.

www.berlin.de

10. Gewichtig: Steine ohne Grenzen im Hobrechtswald

Nicht ganz leicht zu erreichen. Vielleicht ist das der Grund, warum der Skulpturenweg am Rande des Hobrechtswalds nicht so stark frequentiert wird. Errichtet wurden die steinernen Kunstwerke vor einigen Jahren im Rahmen des internationalen Künstlersymposiums „Steine ohne Grenzen – für Frieden und Menschlichkeit“. Die Idee: einen Friedensweg von Moskau bis Paris zu etablieren. Elf solcher Kunstwege gibt es unterdessen in Europa. Der Berliner Weg beginnt in Buch (Hobrechtsfelder Chaussee), ist 18 Kilometer lang und führt bis in den Barnim.

www.berlin.de

Buch Gruene Gluecksorte Berlin

Grüne Glücksorte in Berlin

Liane Purol
ISBN 978-3-7700-2160-4
168 Seiten, 2020
14,99 Euro
www.droste-verlag.de

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