Titel Eis
Bild: Shutterstock
Gastro

Berlins beste Eisdielen

Hunderte Eisdielen locken in Berlin mit kalten Köstlichkeiten. Kein Zuckerschlecken, aus dem Angebot die beste zu finden. Unsere Eis-Testerin Annette Leyssner verrät, wo das Milchspeiseeis am cremigsten schmeckt und Fruchteis am leckersten auf der Zunge zergeht.

1) Ältestes Eiscafé der Stadt

Das Eiscafé Monheim legt Wert auf Tradition: Das Eis wird nach den 90 Jahre alten Familienrezepten von Erna Monheim hergestellt, exotische Sorten wie Chilli-Basilikum suchen Besucher vergeblich. Prisca Gatschke hat den Laden 2014 übernommen. Bereits als Abiturientin jobbte die heute 31-Jährige in diesem Eiscafé. Im täglichen Wechsel hat sie 18 Sorten in der Theke. Gesetzt im Sortiment ist die „Fürst-Pückler-Schnitte“, ein Sahneeis in den Schichten Schoko, Vanille und Erdbeere.

Monheim
Bild: Eiscafé Monheim

Warum sich Besuch lohnt: Hier wird seit fast einem Jahrhundert Speiseeis nach Familienrezept hergestellt.

Was unbedingt gekostet werden muss: Selbst gemachtes Krokant Eis ist der Hit der Saison.

Das ist besonders: Hier gibt es Klassiker mit Alkohol, die woanders oft gar nicht mehr angeboten werden, wie den Schwedenbecher, den Amarettobecher oder den Schwarzwaldbecher mit Himbeergeist und Sahne.

Wen trifft man: Ein Erfolgsgeheimnis der Berliner Institution ist die Bindung an ihre Stammkunden. Manchmal fragten diese zum Beispiel mal wieder Pistazieneis an: „Solche Bitten erfüllen wir dann am nächsten Tag gerne“, betont die Chefin. Viele der Fans sind älter und schätzen traditionelle Leckereien wie einen eisgefüllten Windbeutel samt Sahne.

Blissestraße 12
10731 Berlin-Wilmersdorf
Täglich von 10 bis 21 Uhr

2) Eis wie in Südamerika

Eis wie in Südamerika lässt sich bei Inka Eis kosten. „In meinem Heimatland isst man lieber Lúcuma- oder Guaven-Eis statt Schoko oder Vanille“, sagt Esmeralda Maldonado, Eigentümerin des Eiscafés. Damit der Kunde nicht ratlos vor dem Angebot steht, werden die verarbeiteten Früchte samt zu erwartendem Geschmackserlebnis auf einem Poster erklärt: Guave-Eis schmeckt beispielsweise nach einer Mischung aus Birne, Feige und Quitte.

Inka Eis
Bild: Inka Eis

Zur Auswahl stehen täglich 20 Sorten, davon zwei laktosefrei. Die Eissorten lassen sich auf der Terrasse unter blühenden Fliedersträuchern genießen. Wer noch Platz im Magen hat, kann eine Auswahl an pikanten lateinamerikanischen Snacks probieren, zum Beispiel Tamales, in Bananenblätter gewickelten Maisteig.

Warum sich Besuch lohnt: Die Geschmacksrichtungen bekommt man in Berlin wirklich nur hier. Eine Kugel kostet 1,20 Euro, für diejenigen, die möglichst viele Geschmackrichtungen kosten wollen, sind kleine Kugeln für 70 Cent im Angebot.
Was unbedingt gekostet werden muss: Avocado-Eis, am besten in Kombination mit Kokos.

Das ist besonders: Frische Früchte aus ihrer Heimat Peru dienen Maldonado als Grundlage für ihre Kreationen.

Wen trifft man: Begeisterte Kinder. „Blauer Mais, chicha morada, hat einen Geschmack nach Waldbeeren, das kommt besonders bei den Kleinen gut an“, sagt Maldorado.

Belziger Straße 44
10823 Berlin-Schöneberg
Täglich 9 bis 22 Uhr
www.inka-eis.de

3) Preisgekrönte Neuentdeckung

Unsere „Neuentdeckung des Jahres“ ist Jones Ice Cream in der Goltzstraße – eine Wohlfühlzone voller Holzmobiliar und einem mit Eis und Cookies gefüllten Tresen. Geschäftsführerin Gabrielle Jones zeigt bei den Sorten Experimentierfreude. So schmeckt die Variante Salted Butter Caramel besonders köstlich in Kombination mit einem Peanut Butter Cookie. „Weich innen, crunchy außen – so muss ein Keks sein“, doziert Jones.

Jones
Bild: Jones Ice Cream

Sie hat Autorität – schließlich gewann sie bereits den Titel „French Champion of Dessert“ und hat unter französischen Meistern gearbeitet, unter anderem im Ritz in Paris. Das Eis gibt es entweder im Becher oder in der selbstgemachten Eiswaffel, weshalb der Laden einen schon beim Betreten mit einem sehr appetitlichen Duft empfängt.

Warum sich Besuch lohnt: Gabrielle Jones macht echte Ice Cream, also die amerikanische Eisvariante auf Milchbasis ohne Ei. Die hat es in sich: Man hat das Gefühl, dass die Kugeln doppelt so viel wiegen wie gewohnt, da weniger Luft im Eis ist.

Was unbedingt gekostet werden muss: Die handgerollten Eishörnchen sind legendär. Auch empfehlenswert: Sich eine Kugel Eis auf einem Cookie servieren lassen, zum Beispiel Matcha Green Tea Eis auf einem Matcha White Chocolate Cookie.

Das ist besonders: Durch eine Glaswand kann man dem Team beim Eis machen zusehen.

Wen trifft man: Enthusiastische Genießer, repräsentativer Kommentar: „Ich würde nur wegen dieses Ladens nach Schöneberg ziehen!“

Goltzstraße 3
10781 Berlin-Schöneberg
Täglich 13 bis 19 Uhr
www.jonesicecream.com

4) Für Eis-Puristen und Nachtschwärmer

Spaghetti-Eis und Bananensplitt sucht man in der Eisdiele Cuore di Vetro vergeblich. Dafür kommen Eis-Puristen hier voll auf ihre Kosten: Als Zutaten werden nur Früchte, selbst hergestellter Frucht-Sirup und Milch für das Eis, beziehungsweise Wasser für das Sorbet, verwendet.

Cuore Di Vetro
Bild: Annette Leyssner

Die kühlen Köstlichkeiten genießen Gäste entweder „to go“, im Café-Raum oder bei schönem Wetter auf den 20 Sitzplätzen draußen, auf die vormittags die Sonne scheint. Eiscreme-Maestro Giacomo Schivon portioniert das Eis übrigens mit einem Spatel „so wie das in den besten Eisdielen Italiens üblich ist“.

Warum sich Besuch lohnt: Mit etwas Glück können Kunden direkt zusehen, wie das Eis vor Ort zubereitet wird: Passend zum Namen „Cuore Di Vetro“ – Herz aus Glas.

Was unbedingt gekostet werden muss: Klassiker wie Pistazie, aber auch Spezialitäten wie Pampelmuse mit Basilikum.

Das ist besonders: Betreiberin Angela Kaswalder hat sich als deutscher Teilnehmer für die Gelato World Tour qualifiziert, die in mehreren Runden das beste Eis der Welt ausfindig machen will. Ihre preisgekrönte Spezialität: Die Sorte Black Star zu Ehren des letzten Albums von David Bowie. Die mit einer Ganache aus dunkler Schokolade überzogene Maroni-Creme mit Tabak Aroma findet man nur hier.

Wen trifft man: Nachtschwärmer mit Lust auf eine Stärkung vor dem Dancefloor – das Cuore di Vetro hat bis 23 Uhr auf. Promis wie Blixa Bargeld gehören zu den Stammkunden.

Max-Beer-Straße 33
10119 Berlin-Mitte
12 bis 23 Uhr

5) Eis kombiniert mit Backwerk

Viele italienische Wörter klingen einfach besser als ihre deutschen Entsprechungen. Latodolce zum Beispiel. Versuchen Sie doch mal, „Die süße Seite“ mit genauso viel Schwung auszusprechen. Die italienische Chefin und Meister-Konditorin Natalia Giordano und ihr Team backen nicht nur fluffige Brioches und Törtchen, sondern kombinieren diese auch mit selbstgemachtem Eis.

Latodolce
Bild: Annette Leyssner

Wer hier ist, sollte auch einen Blick auf die anderen Köstlichkeiten werfen: zum Beispiel Kakao-Shortbread mit Ingwer und Salz oder Cantuccini, von denen besonders die Lakritz-Variante bemerkenswert ist. Wie wäre es dazu mit einem kalabrischer Lakritz-Espresso? Natalia hat ihr Wissen auf einer Dessertschule in Barcelona erworben und setzt es jetzt mit einem italienischen Kollegen und einer japanischen Kollegin um.

Warum sich Besuch lohnt: Latodolce ist ein zauberhafter Ort voller Aromen und feiner Dinge: „Wenig Zucker und viel Geschmack – einfach lecker“, wirbt die Chefin.
Was unbedingt genossen werden muss: Die eisgefüllten Petit Fours darf man sich nicht entgehen lassen.

Latodolce2
Bild: Annette Leyssner

Das ist besonders: Wem Genießen in diesem zauberhaften Ort voller Aromen allein nicht reicht, kann bei Natalia auch Workshops besuchen und sich selbst als Patissier versuchen.

Wen trifft man: Latodolce ist eine beliebte Anlaufstelle für die Locals vom szenigen Gräfekiez. Auch kulinarische Stadttouren machen hier halt, und die Feinschmecker erhalten Infos über Gentrifizierung und erfolgreiche Kleinunternehmen abseits der großen Ketten erhalten.

Gräfestraße 11
10967 Berlin (Kreuzberg)
täglich von 8 bis 17 Uhr
Tel. 0173-5937573
www.latodolce.com

6) Mit Olivenöl-Eis zum Geschmacks-Feuerwerk

Fast angrenzend an das Tempelhofer Feld findet man den Laden OTIVM, der besondere Köstlichkeiten in seinem Inneren versteckt. Inhaber Domenico Richichi erklärt gerne, was es mit dem in Berlin einmaligen Angebot Olivenöl-Eis auf sich hat. Das Öl bezieht er von den Plantagen seiner Familie in Kalabrien.

Erste Sahne
Bild: Annette Leyssner

Die unglaublich geschmacksintensiven cremigen Kreationen brauchen keine Sahne oder Milch, um zu überzeugen. Aber zusätzlich ist auch hausgemachtes Milch- und Sorbet-Eis im Angebot.

Wem gerade nicht so nach Eis ist, der findet bestimmt etwas beim Kuchen, Gebäck und den Kaffeespezialitäten, zum Beispiel Affogado, „eine Kugel Eis, in Espresso ertrunken“, wie es auf der Tafel beworben wird.

Warum sich Besuch lohnt: Das wunderbare Olivenöl-Eis ist besonders in Kombination mit Nüssen ein Geschmacksfeuerwerk.

Was unbedingt gekostet werden muss: Die Sorte Sizilianische Pistazie und Walnuss aus dem Sorrento.

Das ist besonders: Die Kalorien kann man bei einem Spaziergang über das Tempelhofer Feld gleich wieder ablaufen.

Wen trifft man: Viele Nachwuchs-Eisschlecker, denn gegenüber sind ein Spiel- und ein Bolzplatz.

Kienitzer Straße 116
12049 Berlin-Neukölln
Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag: 14-19 Uhr
Samstag und Sonntag: 10-19 Uhr
www.otivm.de

7) Eis am Stiel aus frischen Früchten

„Beat the heat“ lautet das Motto des kleinen Eisladens Paletas mitten in Friedrichshain. Hinter dem Namen „Paletas“, der die spanische Bezeichnung für Eis am Stiel ist, verbergen sich eisige Köstlichkeiten, die in der Manufaktur aus echten Früchten hergestellt werden. Das Ergebnis sind erfrischend-leckere Sorten in so interessanten Geschmacksrichtungen wie Mango-Kokos, Erdbeere-Prosecco oder Hibiskus-Himbeere. Da sind nicht nur die ersten Tester, die Kinder von den Inhabern Denise Drenkelfort und Torsten Alberts, begeistert.

Paletas
Bild: Paletas

Warum sich Besuch lohnt: „Was ist drin?“ diese Frage wollen zunehmend mehr Kunden von Denise Drenkelfort beantwortet haben. Guten Gewissens sichert sie zu: Alles ist frei von Farb- und Konservierungsstoffen, Aromen oder Geschmacksverstärkern.

Was unbedingt gekostet werden muss: Gurke-Zitrone, gerade an heißen Tagen ein Traum!

Das ist besonders: Keine Säfte kommen bei den Betreibern in die Mischung. Nicht nur werden die Zitronen frisch gepresst sondern auch die Gurken eigenhändig entsaftet.

Wen trifft man: Kiezpublikum und Touris, wir reden schließlich von Friedrichshain. Auch für die Schönen der Fashion Week catert Paletas, Google und Zalando haben für ihre Mitarbeiter gleich ganze Kühlschränke voll mit dem leckeren Schleckerzeug aufgestellt.

Wühlischstraße 26
10245 Berlin-Friedrichshain
Montag – Freitag 13 bis 21 Uhr, Samstag – Sonntag 12 bis 21 Uhr
www.paletas-berlin.com

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