Titel Dominik Boeer
Bild: Alexander Sting / Shutterstock [Montage]
Mein Berliner Akzent

„Multi-Kulti an der Bernauer Straße“

Der Schauspieler Dominic Boeer verrät seinen Berliner Akzent: die Gedenkstätte Berliner Mauer entlang der Bernauer Straße. Hier wohnt der 39-Jährige, hier ist auch für ihn persönlich die Mitte zwischen Ost und West. Auf dem 1,4 Kilometer langen Außengelände geht er oft mit seinem Sohn Jack und seiner französischen Bulldogge Victor spazieren. Im November ist Boeer im SOKO-Wismar-Spielfilm „Bittere Weihnacht“ auf dem Bildschirm zu sehen.

Dominic Boeer: „Hier, direkt auf dem Mauerstreifen, hat mein Sohn das Radfahren gelernt. Ich staune immer wieder darüber, wie schön dieser Ort heute ist – und wie vielfältig. Hierher kommen Leute von überall, hier treffen ganz viele Kulturen aufeinander. Für mich ist das ein Punkt, der Hoffnung gibt. Dieser Ort hier steht für das Happy End eines Kapitels Geschichte. Und für mich persönlich ist der ehemalige Mauerstreifen die perfekte Wohnlage. Meine Familie lebt in Ost und West, schon immer.

Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie die DDR-Grenzer das Auto meines Vaters auseinandergenommen haben, wenn die Familie aus meiner westfälischen Heimat zur Verwandtschaft nach Halle an der Saale fuhr. Ich selbst habe in Berlin auch erst in Charlottenburg, dann in Prenzlauer Berg, dann wieder im Westen und danach noch mal im Osten gewohnt, bevor ich mich direkt in der Mitte niedergelassen habe – für mich der beste Kompromiss. Hier fühle ich, dass ich auf der Zielgeraden bin, Berliner zu sein. Berlin ist anders als jede andere deutsche Stadt. Wegen ihrer Größe. Wegen ihrer Geschichte, der Teilung, dem Zusammenwachsen von Ost und West. Das braucht seine Zeit, bis man Berliner ist. Da muss man sich durchkämpfen.“

Dominic Boeer

  • 1978 in Warstein im Sauerland geboren, aufgewachsen in Lippstadt. 2002 zog er nach Berlin, wo er auch am häufigsten vor der Kamera steht. Denn die Folgen der SOKO Wismar entstehen zu weiten Teilen in den Filmstudios in Adlershof.
  • Erste Schauspielerfahrungen sammelte er schon als kleiner Junge, als Achtjähriger stand Boeer in der Rolle des Mogli im „Dschungelbuch“ auf der Bühne des Lippstädter Stadttheaters. Später hatte er als Moderator beim „Hellweg Radio“ in Lippstadt eine eigene Radio-Show.
  • Schauspielausbildung und Studium der Politikwissenschaften und Politischen Kommunikation. Hat neben der Schauspielerei auch als Politikberater gearbeitet, dazu fehlt ihm aktuell aber die Zeit.
  • Durchbruch als Schauspieler in der Rolle des Lehrers Jonas Vossberg in „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ kurz nach seinem Umzug nach Berlin.
  • 2007 trat er seinen „Dienst“ bei der SOKO Wismar an – wenn er auch zwischenzeitlich mal ausstieg, um an der Seite von Jörg Schüttauf für RTL als „Draufgänger“ zu agieren.

SOKO Wismar am 29. November

Dominic Boeer ist am 29. November im SOKO-Wismar-Spielfilm „Bittere Weihnacht“ zu sehen. Anders als die sonstigen SOKO-Folgen läuft der 90-Minüter nicht im Vorabend-Programm, sondern zur Prime Time um 20.15 Uhr. „Da geht es um einen Fall, der sehr persönlich wird, bei dem es auch für die Kommissare um Leben und Tod geht“, verrät Boeer. „Der Zuschauer bekommt die SOKO, die er kennt – aber eben doch mal mit einem härteren Gesicht.“

„Mein Berliner Akzent"

In unserer neuen Serie „Mein Berliner Akzent” fragen wir Prominente nach ihrem Lieblingsort in Berlin oder einem Platz, mit dem sie besondere Erinnerungen verknüpfen oder einfach, was Berlin für sie ausmacht.

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