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Titel Boesebruecke
Bild: Shutterstock
Ich bin ein Berliner

Gute Brücke, Bösebrücke

Seit 1916 verbindet die Bösebrücke Prenzlauer Berg und den Wedding. Berühmtheit erlangte sie vor allem in der Nacht vom 9. November 1989, als zahlreiche Ost-Berliner die Grenze in den Westen überquerten.

S

ie ist die erste genietete Stahlbrücke Berlins und verbindet seit 1916 die beiden Berliner Stadtteile Prenzlauer Berg und Wedding. Ihre ersten 30 Jahre leitete sie als Hindenburgbrücke den Straßenverkehr über die S- und Fernbahn, seit 1946 erinnert sie an den 1944 von den Nazis hingerichteten Antifaschisten Wilhelm Böse.
Durch die 138 Meter lange Bösebrücke lief der Eiserne Vorhang des Kalten Krieges. Der Teil, der über die Gleise der Reichsbahn reichte, gehörte zum sowjetischen Sektor, die letzten 30 Meter im Westen zum französischen Sektor.

Bundesarchiv Bild 183-1989-1118-018 Berlin Grenzuebergang Bornholmer Str
Bild: Bundesarchiv, Bild 183-1989-1118-018 / Roeske, Robert / CC-BY-SA 3.0

Doch von wegen „böse“: Am 9. November 1989 wurde sie ein weltweites Symbol für Freiheit. Eine Brücke überwindet die deutsche Teilung! Um 19:01 Uhr war das Stottern für Geschichtsbücher im Fernsehen gelaufen: „Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich.“ Um 23:20 Uhr kapitulierte am Grenzübergang Bornholmer Straße der diensthabende Oberstleutnant vor den protestierenden Massen und ließ den Schlagbaum auf der Bösebrücke heben. Die Fernsehkameras liefen, der Rest ist Geschichte.

Oder Popmusik. David Bowie besang den Stahlkoloss in „Where are we now“: „Twenty thousand people cross Böse­brücke, fingers are crossed, just in case.“ Und natürlich spielt sie auch in unzähligen Mauerfall-Filmen eine Hauptrolle. Doch weil die wichtige Ost-West-Verbindung nicht unterbrochen werden darf, werden die Szenen meist auf der nahegelegenen Swinemünder Brücke gedreht.

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