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Urlaub in Berlin

In acht Stunden um die Welt

Berliner können alle großen Kontinente bereisen – und abends trotzdem wieder im eigenen Bett liegen. Wer diesen Sommer ferne Länder, fremde Kulturen und exotisches Essen aus Südamerika, Afrika oder Fernost genießen will, aber weder Zeit noch Geld für Fernreisen hat, braucht nur vor die Haustür zu gehen. In acht Stunden an einem Wochend-Tag die ganze Welt bereisen, wie das geht – das lesen Sie hier. So viel vorweg: Selbstverständlich können Sie sich gern das ganze Wochenende Zeit nehmen, um in Ruhe unsere Tipps zu bereisen.

12 Uhr: Thailand

Thai Food
Essen wie in Thailand: Im Preußenpark gibt’s thailändisches Street-Food. Bild: Shutterstock

Preußenpark statt Pattaya

Sobald der Frühling die ersten Sonnenstrahlen auf die Wiesen des Preußenparks schickt, versammeln sich dort viele Familien aus Thailand, Vietnam und von den Philippinen. Sie bieten ganz im Stile der in Asien weit verbreiteten Streetkitchen Gebackenes, Gebratenes und Frittiertes an. Bei den Berlinern hat sich deshalb schon vor Jahren der Name Thaiwiese für die große Grünfläche in Wilmersdorf durchgesetzt.

Felix, der gleich um die Ecke wohnt, kommt vorbei, sobald die ersten Köche ihre Decken ausbreiten. „Ich bin durch Thailand, Vietnam und Kambodscha gereist. Bei meinen Parkbesuchen fühlt es sich fast so an, als wäre ich wieder dort“, sagt der Psychologe, der vor allem den Papaya-Salat und die Garnelenspieße empfiehlt.

Sein Tipp für Sparfüchse: Nicht gleich zu Beginn der Saison zu den ersten Köchen gehen. Je mehr Verkäufer ihre Gerichte anbieten, umso günstiger wird es. Wobei sogar die ersten Fünf-Euro-Portionen im Jahr ihr Geld absolut wert sind.

14 Uhr: Amerika

Offroadpark
Pisten wie in Kalifornien: Südlich von Berlin wartet unwegsames Gelände wie in den USA. Bild: Offroad-Park Berlin Brandenburg

Kallinchen statt Kalifornien

An der südlichen Berliner Stadtgrenze hält der Offroadpark in Kallinchen ein Abenteuer bereit: Besucher können mit Jeeps und Quads naturbelassene Strecken oder Sandpisten abfahren. Ähnlich wie bei den Wüstenrennen in Kalifornien oder Dubai müssen die Fahrer steile Sandberge erklimmen oder in Schräglage über Abhänge düsen.

Die bewaldeten Gebiete mit unwegsamem Gelände und wilden Wegen vermitteln den Besuchern das Gefühl, sich weit weg von jeglicher Zivilisation zu befinden. Damit sie jedoch nicht abseits der vorgegebenen Strecken fahren und womöglich unberührte Natur zerstören, ist bei den Spritztouren immer ein Guide dabei. Abenteuerfeeling kommt trotzdem auf, wenn der Matsch die Scheiben hochspritzt oder man mit einem Quad durch verwurzeltes Unterholz düst.

Weitere Infos unter: www.offroadpark-berlin-brandenburg.de

16 Uhr: Afrika

Süd-Brandenburg statt Süd-Afrika

In freier Wildbahn gibt es den Strauß nur noch südlich der Sahara – oder in Brandenburg, eine Stunde von Berlin entfernt. Nun ja, ganz frei sind die großen Laufvögel auf der Jambo Straußenfarm in Teltow-Fläming zwar nicht, aber viel Platz haben sie schon: 5.500 qm pro Straußenfamilie, die aus maximal drei Tieren besteht.

Vogel Strauss
Sträuße streicheln oder Kamele reiten: Auf nach Brandenburg. Bild: Shutterstock

Denn die flugunfähigen Riesenvögel müssen rennen, rennen, rennen. Bis zu 70 km/h schnell können sie werden, berichtet Farmbetreiberin Nicole Schmall, die als Praktikantin auf dem Straußenhof anfing. 32 Tiere betreut sie aktuell. Besucher können den Vögeln beim Laufen zusehen oder sie mit speziellem Futter versorgen.
Darüber hinaus gibt es auf dem Gelände vier Alpakas. Die Pflanzenfresser mit den langen Hälsen sind vor allem in den peruanischen Anden heimisch, kommen aber auch mit brandenburgischen Ziegen, Mini-Schweinen und Honigbienen auf der Straußenfarm bestens zurecht. Und Besucher können mit ihnen spazieren gehen.
Wer exotische Tiere nicht nur füttern oder ausführen möchte, kann auch den Fleckschupphof im Löwenberger Land hinter Oranienburg besuchen. Dort ist es möglich, auf Kamelen zu reiten, sie zu bürsten, zu streicheln und mit ihnen zu kuscheln. Die ruhigen Säuger mit dem dicken Fell eignen sich auch für ängstliche Tierfreunde, die sich vielleicht nicht unbedingt auf ein Pferd setzen würden. Wer hier einen Kurzurlaub antreten möchte, kann auf dem Hof sogar eine Ferienwohnung mieten.

Weitere Infos unter: www.jambo-strauss.de und www.fleckschnupphof.de

17 Uhr: Zentralasien

Tadschikische Teestube
Zentralasien in Berlin-Mitte: Tee trinken und zelebrieren können Sie auch ohne langen Anflug. Bild: Tadschikische Teestube

Teestube statt Tadschikistan

Auf weichen Kissen sitzen und bei einer heißen Tasse Tee das Alltagsgeschäft vergessen – oder angeregt darüber diskutieren. Hierfür dienen seit Jahrhunderten die Teestuben in Tadschikistan, in denen keine Frauen zugelassen waren. In Berlin wird diese Regelung glücklicherweise nicht so streng gehandhabt. Ansonsten ist das kleine Restaurant im KunstHof in Mitte der ursprünglichen Variante sehr ähnlich.

Neben ausgefallenen Teesorten gibt es russische sowie internationale Speisen, und bei Kerzenschein zwischen Sandelholz-Säulen ist das hektische Berlin plötzlich ganz weit entfernt. Am köchelnden Samowar verfliegt die Zeit ganz schnell und für die mentale Reise sorgen regelmäßig zwei Märchenerzählerinnen, die die Besucher in die Welt der Hexen und Meerjungfrauen entführen. Es lohnt sich übrigens, vor einem Besuch die Socken auf Löcher zu kontrollieren, denn für die Teezeremonie auf den Sitzkissen werden die Schuhe ausgezogen.

Mehr Infos : www.tadshikische-teestube.de

18 Uhr: Süd-Amerika

Monbijou
Südamerikanische Rhythmen direkt am Bode-Museum. Unsere Moderatorin Tamara hat es in unserer Aktion 360 Grad Berlin ausprobiert. Bild: Berliner Sparkasse

Bodemuseum statt Brasilien

Glitzerndes Wasser, dahinter die Kuppel des Bode-Museums und die rote Abendsonne, die langsam untergeht. Untermalt wird das Szenario von heißen Tangorhythmen und klackernden Absätzen auf den Holzplanken am Ufer der Spree. Die Kulisse ist fast ein bisschen zu kitschig, um wahr zu sein – versprüht aber südamerikanisches Sommerfeeling par excellence.

Die Strandbar, die im Sommer zusammen mit dem angrenzenden Amphitheater eröffnet, lädt Laien und Profis zum gemeinsamen Tanz ein. Neben Kursen für Tango Argentino, Salsa und Cha Cha wiegen sich Hüften und Beine auch zu Swing oder Walzer. Wer nicht mitwackeln möchte, kann einfach nur gucken – das macht fast genauso viel Spaß.

Nicht wirklich südamerikanisch, dafür aber lecker, ist die neapolitanische Pizza aus dem Steinofen, die Besucher samt Bier während einer Tanzpause in einem der Liegestühle genießen können. Und Culture-Clash ist ja ohnehin ein Motto der Hauptstadt.

Welche Kurse wann angeboten werden, steht demnächst wieder auf der Homepage des Monbijou-Theaters: www.monbijou-theater.de

19 Uhr: Orient

Madi Zelt
Orient in Berlin: Im Madi-Zelt lässt sich der Orient erleben, samt Dinner-Show und Bauchtanz. Bild: Madi

Madi-Zelt statt Morgenland

Den Zauber des Morgenlandes erleben „Reisende“ im Madi-Zelt bei einer Dinnershow samt Bauchtänzerinnen, Tee und arabischen Speisen. Während die Besucher Falafel, Taboule oder Köfte essen, verlockt auf der Bühne ein Programm mit Geschichtenerzähler und Feuerspuckern. Diana, die den Märchenbrunch besucht hat, fühlte sich tatsächlich in den Orient versetzt: „Auf weichen Kissen in einem Zelt sitzend vergisst man die Welt draußen vollkommen, gerade weil von der Tänzerin bis zum Kellner alle entsprechend gekleidet sind. Man lässt sich tatsächlich verzaubern.“

Das Essen ist gut und reichhaltig. Das Programm eignet sich sogar für Kinder, auch wenn es nicht speziell für sie konzipiert ist. Dianas fünfjähriger Tochter gefielen die Aufführungen trotzdem, und gemeinsam mit den anderen kleinen Besuchern konnte sie herumrennen und auf der Bühne mit den Künstlern tanzen.

Eineinhalb Stunden dauert die Dinnershow, aber die Gäste dürfen auch anschließend noch weiterfuttern. „Ein wirklich außergewöhnliches Erlebnis, wenn man mal anders essen gehen möchte“, sagt Diana. Gestört hat sie nur das etwas aufdringliche Angebot, sich in Kostümierung fotografieren zu lassen. Da die Bilder anschließend zu exorbitanten Preisen angeboten wurden, „fühlte man sich ein bisschen abgezockt.“

Weitere Infos unter: www.madi-zelt.de

20 Uhr: Indonesien

Vabali
Entspannen wie auf Bali: Gleich hinterm Hauptbahnhof wartet Berlins derzeit größte Wellness-Oase. Bild: Vabali Spa

Vabali statt Bali

Entspannung und Wellness im indonesischen Ambiente? Das bietet seit Mitte letzten Jahres Berlins größter Spa: Das Vabali in der Nähe des Hauptbahnhofs ist mit viel Bambus und Teak-Holz einem balinesischen Dorf nachempfunden. Dass hierfür kein Urwald abgeholzt, sondern brav recycelt wurde, ist wiederum typisch Berlin. Der Großteil der Materialen, aus denen die Hütten und Pagoden gezimmert sind, stammt aus Abrisshäusern auf Bali.

In den elf Saunen, Pools und Ruheräumen der 20.000 qm großen Anlage sollen Besucher Großstadthektik und Alltagsstress vergessen. Außer einem Bademantel benötigen sie in dieser textilfreien Zone hierfür nichts.

Ein Entspannungskonzept, das aufgeht, findet Vabali-Pilgerin Anna: „Auf den Wasserbetten, umgeben von viel Holz und einer liebevollen Dekoration, fühlt man sich äußerst geborgen. Besonders toll ist, dass man so viel Platz hat – kein Rennen und keine Handtuchblockaden, um eine Liege zu bekommen.“ Den Preis ab 18,50 Euro (für zwei Stunden) findet die 35-Jährige absolut angemessen, denn der Erholungsfaktor ist hoch. Besonders lohnt sich neben dem Essen ihrer Meinung nach die Sauna mit großem Panoramafenster und Blick in den Garten.

Weitere Infos unter: www.vabali.de

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