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Ruth Landshoff-Yorck
Bild: DLA Marbach (Karl Vollmoeller)
Ausstellung

Im Schattenreich der wilden Zwanziger

In ihrer neuen Ausstellung „Im Schattenreich der wilden Zwanziger. Karl Vollmoellers intime Fotografien vom Pariser Platz“ gibt die Stiftung Brandenburger Tor nackte Einblicke in das glamouröse aber auch brüchige Berlin der Zwanziger Jahre.

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ie Stiftung Brandenburger Tor hat im Juni ihre neue Fotografie-Ausstellung „Im Schattenreich der wilden Zwanziger“ im Max Liebermann Haus eröffnet. In Kooperation mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach zeigt die Ausstellung erstmals Akt-Aufnahmen des Berliner Bohemiens Karl Vollmoeller aus dem Nachlass seiner damaligen Lebensgefährtin Ruth Landshoff- Yorck.

In seiner Wohnung am Pariser Platz fotografierte Karl Vollmoeller einige der schillerndsten Frauen des frühen 20. Jahrhunderts. Seine Muse und Geliebte, die Schriftstellerin Ruth Landshoff-Yorck, und die legendäre Bühnentänzerin Josephine Baker wurden zu Schlüsselfiguren einer neuen Zeit und stehen im Zentrum der Ausstellung.

Karl Vollmoeller und die Frauen – Ein Bohemien am Pariser Platz

Als einer der einflussreichsten Film- und Theaterautoren der Zwanziger Jahre war Karl Vollmoeller berühmt-berüchtigt für seinen Salon am Pariser Platz. In direkter Nachbarschaft zum Max Liebermann Haus war sein Salon ein Treffpunkt für Kulturprominenz und aufstrebende Schauspielerinnen und Tänzerinnen. Vollmoellers Verbindung zum Film und die Aussicht auf eine Schauspielkarriere lockten viele. Diese Position nutzte Karl Vollmoeller nicht selten aus und fotografierte die Frauen bei seinen Soireen, aber auch im Zuge von Film-Castings in freizügigen Posen in seiner Wohnung.

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Bild: Frank Sperling

In Ruth Landshoff-Yorcks Nachlass finden sich neben Aktfotografien von Josephine Baker und ihr selbst eine Vielzahl an Aufnahmen junger Modelle, die – wahrscheinlich in Hoffnung auf eine glänzende Karriere – nackt für Vollmoeller posierten, teils professionell, teils recht unbeholfen. Die Ausstellung dieser Fotografien wirft ein Schlaglicht auf die Zwanziger Jahre, deren Debatten und Kämpfe, insbesondere um die Rolle und das Selbstverständnis der Frau, bis heute anhalten und hochaktuell sind.

Ausstellungseröffnung mit Podiumsgespräch

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Podiumsgespräch mit Dr. Thomas Blubacher, Regisseur, Autor und Biograf von Ruth Landshoff-Yorck, und Dr. Jan Bürger, Co-Kurator der Ausstellung. Bild: Frank Sperling

Eröffnet wurde die Ausstellung im Max Liebermann Haus mit einem Podiumsgespräch im Rahmen der Veranstaltungsreihe Liebermanns Welt. Dr. Thomas Blubacher, Regisseur, Autor und Biograf von Ruth Landshoff-Yorck, und Dr. Jan Bürger, Co-Kurator der Ausstellung und stellvertretender Leiter der Abteilung Archiv des Deutschen Literaturarchivs Marbach, beleuchteten die außergewöhnliche Liebesbeziehung von Karl Vollmoeller und Ruth Landshoff-Yorck und sprachen über ihre ungestüme Zeit am Pariser Platz.

Vorstand Prof. Dr. Peter-Klaus Schuster bei der Begrüßung.
Vorstand Prof. Dr. Peter-Klaus Schuster bei der Begrüßung. Bild: Frank Sperling

Dass womöglich auch ihr Nachbar Max Liebermann ein wilderes Leben führte als bekannt, mutmaßte der Vorstand der Stiftung Brandenburger Tor Prof. Dr. Peter-Klaus Schuster und betonte in seiner Begrüßung: „Liebermanns Welt ist vielfältiger, als wir denken.“

Im Schattenreich der wilden Zwanziger. Karl Vollmoellers intime Fotografien vom Pariser Platz

Laufzeit
19. Juni bis 15. Juli 2018

Öffnungszeiten
Mo, Mi – Fr: 10 – 18 Uhr Sa – So: 11 – 18 Uhr
Di: geschlossen

Eintritt
Freier Eintritt bis 18 Jahre / 1 € ermäßigt / 2 €
Der Eintrittspreis gewährt auch den Besuch der Ausstellung MAX ARTISTS: 1 room 8 spaces, die parallel im Max Liebermann Haus läuft.

Öffentliche Führungen
So: 15 Uhr

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