Titel Johann Von Buelow
Bild: Marc Vorwerk
Mein Berliner Akzent

Der Rosenthaler Platz – die Manifestation von Großstadt

Der „Berliner Akzent“ von Schauspieler Johann von Bülow ist die Gegend rund um den Rosenthaler Platz. Der gebürtige Münchener mag das internationale Flair dort und den ständigen Wandel. Gerade hat der 45-Jährige die Dreharbeiten zum neuen ZDF-Samstagskrimi „Herr und Frau Bulle“ beendet.

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ohann von Bülow: „Mein absoluter Lieblingsort in Berlin ist der Rosenthaler Platz. Da ist 24 Stunden am Tag Leben, ist immer etwas los. Manchmal nenne ich ihn meinen kleinen New-York-Ort in Berlin. Was diesen Platz auszeichnet, ist seine kontinuierliche Veränderung. Der Rosenthaler Platz ist für mich die Manifestation dessen, was eine Großstadt ausmacht – eben ständiger Wandel. Immer wieder entdecke ich hier neue Lokale, neue Geschäfte. Damit verbunden ist allerdings auch das Bedauern über Läden, die ganz plötzlich wieder verschwinden.

Auch den Weinbergspark, vom Rosenthaler Platz ja nur einen Katzensprung entfernt, mag ich sehr. Da bin ich oft mit unserer Hündin Lou unterwegs – einem Podenko-Mix, der braucht viel Auslauf. Das Treiben im Park kommt mir immer vor wie eine Szene aus einem Wimmelbilderbuch – da wimmelt es von Menschen, zu jeder Jahreszeit, das ist wie ein Garten auf winziger Fläche. Im Sommer sitzen da alle auf der Wiese bis zum letzten Sonnenstahl. Und im Winter wird da bei Schnee Schlitten gefahren. Und sogar Ski – was für mich als gebürtigen Bayern bei diesem Minihügel allerdings etwas befremdlich wirkt.“

Über Johann von Bülow:

  • 1972 in München geboren
  • Seine schauspielerische Ausbildung absolvierte er 1992 bis 1995 an der Otto-Falckenberg-Schule in München.
  • Danach spielte er am Staatstheater Mainz und am Schauspielhaus Leipzig. Mehrere Jahre stand er als festes Ensemblemitglied im Schauspielhaus Bochum auf der Bühne.
  • Seine erste Filmrolle spielte er 1995 in der Komödie „Nach Fünf im Urwald“ an der Seite von Franka Potente.
  • Er spielt oft in Fernseh-Krimis mit, war mehrfach in „Tatort“-Folgen zu sehen, aber auch in „Ein starkes Team“, „Kommissarin Lucas“, „Rosa Roth“ sowie in der ARD-Serie „Mord mit Aussicht“.
  • Außerdem hat er in dem Polit-Thriller „Die Spiegel-Affäre“ mitgespielt. Das Fernseh-Drama von Roland Suso Richter behandelt die von der Politik erwirkte Durchsuchung der Redaktionsräume des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ und den Angriff auf die Pressefreiheit.
  • Auf der Kinoleinwand war von Bülow unter anderem in den preisgekrönten Filmen „Im Labyrinth des Schweigens“ und „Elser – Er hätte die Welt verändert“ zu sehen. „Elser“ ist die Geschichte des Widerstandskämpfers Georg Elser gegen den Nationalsozialismus, dessen Attentat auf Adolf Hitler scheiterte. „Frantz“, ein historischer Liebesfilm von Francois Ozon, feierte 2016 in Venedig Premiere.
  • Seit 2009 lebt Johann von Bülow mit seiner Familie in Berlin.

Gerade beendet sind die Dreharbeiten für „Herr und Frau Bulle“ – so lautet zumindest der Arbeitstitel für den neuen ZDF-Samstagskrimi, in dem Johann von Bülow und Alice Dwyer die Hauptrollen spielen. Die beiden verkörpern ein Ehepaar, das in derselben Branche, aber üblicherweise nicht zusammen arbeitet. Er ist ein angesehener, wenn auch „leicht verschrobener und verkopfter“ Fallanalytiker. Sie ist Kriminalhauptkommissarin mit besten Verbindungen in die Berliner Unterwelt. Ihren ersten gemeinsamen Fall verdanken sie dem privaten Besuch eines Tangoabends, mit der er seine Frau überrascht hat. Bevor die Party in einem neu eröffneten Club richtig losgeht, wird dort eine nackte Tote im Klavier gefunden. „Das ist so eine etwas schräge Polizeikomödie“, erzählt Johann von Bülow. Angesiedelt ist sie im Kiez um Potsdamer Straße und Bülowstraße. „Es ist eine sehr gegenwärtige Geschichte, die auf humorvolle, auf ungewöhnliche Weise von den Problemen dort erzählt. Da geht es um Junkies ebenso wie um Gentrifizierung.“ Ende Februar standen Nachtdrehs an der Potsdamer Straße auf dem Plan – gerade als es so mörderisch kalt war in Berlin. Von Einbruch der Dunkelheit bis zum nächsten Morgen um 5.30 Uhr sei da bei minus 15 Grad gedreht worden. „So viel warme Unterwäsche kannst du gar nicht anziehen, dass du da nicht frierst“, sagt von Bülow. Ein Sendetermin für „Herr und Frau Bulle“ steht derzeit noch nicht fest.

Voraussichtlich im Herbst strahlt das ZDF den Thriller „Rufmord“ aus, für den Johann von Bülow 2017 in München vor der Kamera stand. Auf der Kinoleinwand ist von Bülow bereits dieser Tage zu sehen: Bundesweiter Filmstart für den Streifen „Meine teuflisch gute Freundin“ ist am 28. Juni.

Aktuell dreht der 45-Jährige im Schwarzwald: Er spielt die Hauptrolle im dritten Schwarzwald-„Tatort“ unter der Regie von Stefan Schaller. In „Damian“ (Arbeitstitel) geht es um einen Doppelmord, eine Brandleiche und zwei übermüdete Kommissare.

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