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Titel Alice-dwyer
Bild: ZDF / Tobias Schult
Mein Berliner Akzent

Alice Dwyer: „Ein Bummel durch Schöneberg erdet mich“

Der „Berliner Akzent“ der Schauspielerin Alice Dwyer ist der Schöneberger Kiez rund um die Goltz- und die Akazienstraße. Sie mag dessen Vielfalt, aber auch dessen Beständigkeit. Am 16. Mai ist die Charakterdarstellerin wieder im ZDF-Samstagskrimi „Herr und Frau Bulle“ auf dem Bildschirm zu erleben – einer Serie, die in Berlin spielt und für die die gebürtige Berlinerin Alice Dwyer auch schon in Schöneberg vor der Kamera stand.

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lice Dwyer: Ich bin in Schöneberg aufgewachsen. Wenn ich dort durch die Straßen laufe, stellt sich immer wieder dieses schöne Gefühl ein, zu Hause zu sein. Schöneberg war schon damals ein cooler Bezirk, als ich noch in der Nähe der Goltzstraße zur Schule ging und meine Mutter dort in einem Café arbeitete. Die kulturelle Vielfalt, das Bunte – das macht Schöneberg aus. Außerdem hat der Kiez für mich etwas Altberlinerisches – weil sich die Straßen hier nicht so stark verändert haben wie in anderen Berliner Kiezen. Hier gibt es mindestens noch die Hälfte der Läden, die ich schon während meiner Schulzeit kannte. Anders als in Prenzlauer Berg, Mitte oder Kreuzberg, wo gefühlt kaum noch einer der Läden existiert, die es dort vor zehn Jahren gab. Ich denke da zum Beispiel an den klitzekleinen Stoffladen in der Akazienstraße. Das war schon ein alteingesessenes Geschäft, als ich Kind war. Den Laden gibt’s immer noch und den wird es hoffentlich auch noch nach der Corona-Krise geben. Ebenso wie die vielen Cafés oder die indischen Restaurants.

Schoeneberg Akazienstrasse
Bild: wikipedia.org / IHBerlin (CC BY 3.0)
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uch wenn ich aktuell in Kreuzberg lebe, bummele ich immer wieder mal gern durch meinen alten Schöneberger Kiez. Ein Spaziergang durch die Goltz- und die Akazienstraße, über Winterfeldt oder Nollendorfplatz – das gibt mir unglaubliche Ruhe, das erdet mich, da geht mein Herz auf.

Über Alice Dwyer:

  • geboren 1988 in Berlin. Ihr Künstlername Dwyer ist der Mädchenname ihrer aus Neuseeland stammenden Mutter.
  • Im Alter von neun Jahren bewarb sich Alice Dwyer – gegen den Willen ihrer Mutter – bei einer Schauspielagentur. Zwei Jahre später hatte sie ihr erstes Film-Engagement in der Tasche und spielte gleich eine Hauptrolle in dem Kinofilm „Anna Wunder“.
  • 2001 verkörperte sie die frühreife Lili in Philipp Stölzls Drama „Baby“. Ihr nächster Kinofilm war 2002 das deutsch-polnische Grenzdrama „Lichter“ von Hans-Christian Schmid.
  • Es folgten Kinofilme wie „Erbsen auf halb 6“, das Drama „Freischwimmer“ und die Komödie „3 Zimmer/Küche/Bad“. Für ihre schauspielerische Leistung in dem Spielfilm „Die Tränen meiner Mutter“ wurde sie 2008 beim Filmfestival Max Ophüls Preis als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet.
  • Es folgten zahlreiche Fernsehengagement von den Zweiteilern „Honigfrauen“ (ZDF) oder „Teufelsbraten“ (ARD) bis hin zu einer Vielzahl von Rollen in deutschen Krimis, darunter „Tatort“, „Bloch“, „Letzte Spur Berlin“ oder „Polizeiruf 110“.
  • Sie spielte 2017 im deutschen Kino-Doku-Drama „Die Unsichtbaren – Wir wollen leben“ mit, das das Untertauchen von Juden in Berlin in der Zeit des Nationalsozialismus thematisiert. Außerdem war sie ab 2018 in „Der Amsterdam-Krimi“ als verdeckte Ermittlerin zu erleben.
  • In der ZDF-Krimireihe „Herr und Frau Bulle“ spielt Alice Dwyer die Rolle der Kriminalhauptkommissarin Yvonne Wills. Die Folge „Abfall“ wird am Sonnabend, 16. Mai 2020, um 20.15 Uhr ausgestrahlt. Die Ermittlungen führen die Kommissarin und ihren Mann Heiko, den von Johann von Bülow dargestellten Fallanalytiker, in die Kreise der Berliner Müllmafia.
  • Je älter sie werde, umso lieber seien ihr die Drehs in ihrer Heimatstadt, verrät Alice Dwyer. „Auch deswegen war ich spontan begeistert von ,Herr und Frau Bulle‘, als ich das erste Drehbuch las. Ich mag es, an Orten vor der Kamera zu stehen, die ich kenne – und bin dann immer wieder überrascht, wie viele Ecken dort ich noch nicht kenne.“ So einige Szenen der Krimiserie sind in Schöneberg und Kreuzberg entstanden. Da sei es schon vorgekommen, dass sie von ihrer Wohnung aus zu Fuß „quasi um die Ecke“ zum Set laufen konnte. „Bei der Arbeit an der ersten Folge wurde ich mal mit dem Auto von zu Hause abgeholt“, erzählt die Charakterdarstellerin und lacht: „Nach anderthalbminütiger Fahrt waren wir am Drehort angekommen.”
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Bild: ZDF / Hardy Spitz
  • Sie sei gerade mitten im Dreh für die nächste Folge von „Herr und Frau Bulle“ gewesen, als die weiteren Aufnahmen wegen der Corona-Pandemie verschoben werden mussten. Das mache die Planung von Folgeprojekten derzeit schwierig.
  • Ins Jahr gestartet ist Alice Dwyer mit Aufnahmen für eine Hörspielserie. „Es ist schön zu sehen, wie beliebt Audioformate sind“, sagt die Schauspielerin. Für sie sei es sehr spannend, jenseits von Film und Fernsehen mal nur mit der Stimme zu arbeiten. „Das ist eine völlig andere Kunstform, bei der es gilt, übers Ohr alles zu transportieren, wofür man beim Film Bilder, Gestik und Mimik zur Verfügung hat.“

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