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Titel Sprachzertifikate
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Sprachzertifikate

Damit es mit der Verständigung klappt

Während des Studiums ein Auslandssemester absolvieren oder auch eine Zeit lang im Ausland arbeiten – das erweitert den Horizont. Doch da müssen nicht nur die fachlichen Voraussetzungen stimmen. Es muss auch mit der Verständigung klappen. Als Nachweis der Sprachkenntnisse verlangen Hochschulen und Arbeitgeber üblicherweise Zertifikate. Aber welches Diplom ist für welchen Zweck geeignet? Und wie lässt sich überhaupt feststellen, wie sattelfest man in der Fremdsprache ist?

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ährend der Schulzeit war Beata ziemlich fit in Englisch, schloss das Abi mit einer ganz passablen Note ab. Aber das ist über zehn Jahre her. Seither hat sie nur im Urlaub Englisch gesprochen – um nach dem Weg zu fragen oder Essen zu bestellen. Jetzt hat die 29-jährige Maschinenbau-Ingenieurin die Gelegenheit, an einem internationalen Projekt mitzuwirken. Doch ihr Arbeitgeber verlangt „sicheres Englisch in Wort und Schrift“, mindestens das „Sprachniveau B2“ soll Beata nachweisen.

Was B2 bedeutet, darüber hat sich Beata zunächst im Internetportal des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER) informiert. Der ist 2001 auf Anregung des Europarates entwickelt worden, um Sprachniveaus miteinander vergleichen und die eigenen Kenntnisse einordnen zu können. Es gibt sechs Stufen von A1 bis C2. A1 bedeutet, dass man einzelne Wörter und einfache Sätze verstehen kann, C2 entspricht annähernd muttersprachlichen Kenntnissen. B2 ist in etwa Abiturniveau: Man kann sich spontan fließend verständigen, Briefe schreiben und in einer Diskussion seine Meinung begründen. Mittels Sprachtests im Internet kann man testen, wo man steht. Auf www.sprachtest.de stehen beispielsweise Einstufungstests in Englisch und Business-Englisch, aber auch in Deutsch, Italienisch, Spanisch und Französisch zur Verfügung.

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Sprachprüfungen zum Nachweisen des Niveaus

Sieht es mit dem Ergebnis dann eher mau aus, hilft nur büffeln – privat ganz klassisch mit Lehrbuch, online mit einer Sprachlern-App wie Babbel, an der Volkshochschule oder in einer der vielen Berliner Sprachschulen. Je nach Sprache gibt es verschiedene Prüfungen zum Nachweis der Kenntnisse. Aufgebaut sind die Examen ähnlich wie die Einstufungstests: Überprüft werden Fähigkeiten in Hörverstehen, Leseverständnis, selbstständiger Ausdruck, Textbildung, Interaktion.

Hier können Sie Sprachkurse besuchen und ihre -kenntnisse auffrischen

VHS und Sprachschulen bieten gezielte Kurse zur Vorbereitung auf die Zertifikatsprüfungen an. Babbel wendet sich eher an Menschen, die ihre Sprachkenntnisse möglichst ganz nebenbei verbessern oder auffrischen wollen: Die kurzen Lektionen, die auf dem Smartphone auch mal unterwegs geübt werden können, orientieren sich an nützlichen Themen des Alltags. Grammatik, Vokabular und Aussprache werden gemeinsam trainiert.

„Cambridge English Language Assessments“

Die gängigsten Englisch-Zertifikate für Studenten sind die Diplome der Universität Cambridge wie etwa der Cambridge Advanced Test oder der Cambridge Proficiency Test. Deutschlandweit gibt es mehr als 60 Zentren, in denen diese „Cambridge English Language Assessments“ abgenommen werden. Je nach Kompetenzstufe muss man dafür zwischen 100 und 200 Euro bezahlen.

In der Außenstelle des British Council in Berlin – sowie an einem guten Dutzend weiterer Council-Standorte zwischen Aachen und Stuttgart – können die ebenfalls weithin anerkannten IELTS-Zertifikate erworben werden – wobei IELTS für International English Language Testing System steht. Kostenpunkt: 210 Euro.

TOEFL-Zertifikat für die USA

Hochschulen in den USA wollen meist ein TOEFL-Zertifikat sehen („Test of English as a foreign language“), das vom Educational Testing Service (ETS) angeboten wird. Testzentren gibt es in vielen deutschen Städten, in Berlin beispielsweise kann man den TOEFL-Test im GLS-Sprachenzentrum in Prenzlauer Berg ablegen, GLS ist auch Testzentrum für alle Cambridge-Zertifikate.

Wo sich in Deutschland überall Testzentren befinden, darüber informieren die Universität Cambridge, das British Council und die ETS auf ihren jeweiligen Websites:
www.cam.ac.uk
www.britishcouncil.de
www.ets.org

Für jedes Bedürfnis das passende Zertifikat

Für Beata kommen aber eher ein TOEIC-Zertifikat oder der Test vom LCCI, der Londoner Handelskammer, in Frage, da diese stärker auf die Berufswelt abzielen. Den „Test of English for international communication“ (TOEIC) für die berufliche Qualifikation bietet ebenfalls der Educational Testing Service (ETS) an, Testzentren gibt es in verschiedenen deutschen Städten, unter anderem bei der Berliner Sprachschule inlingua.

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Weit verbreitet sind auch TELC-Zertifikate. Die TELC, ein Tochterunternehmen des Deutschen Volkshochschul-Verbandes, gehört als gemeinnütziges Unternehmen zu den führenden Anbietern von standardisierten Sprachprüfungen. Die „European Language Certificates“, die europäischen Sprachzertifikate, existieren für zehn Sprachen, es gibt 90 verschiedene Prüfungen. TELC ist auch Partnerin der Bundesregierung für die deutsche Sprachprüfung, mit der Integrationskurse abschließen. In Berlin kann man sich auf TELC-Prüfungen, die europaweit anerkannt sind, bei den Volkshochschulen vorbereiten. Die TELC-Prüfungen organisiert für alle Berliner Volkshochschulen die VHS-Prüfungszentrale, die ihren Sitz in der VHS Tempelhof-Schöneberg hat.

Für jede Sprache gibt es verschiedene Zertifikate

Ebenso wie bei den Englisch-Tests gibt es beispielsweise auch für Französisch oder Spanisch die verschiedensten Zertifikate. So bietet das internationale Zentrum für Französischstudien beispielsweise die Diplome DELF (“Diplôme d’études en langue française”) und DALF (Diplôme approfondi de langue française) an, das bekannteste Spanisch-Zertifikat ist das DELE (Diploma de Español como Lengua Extranjera) des Instituto Cervantes.

Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen

Einen guten Überblick über die verschiedenen europäischen Sprachzertifikate findet man auf dem GER-Portal www.europaeischer-referenzrahmen.de

Die Gebühren für Sprachtests und -zertifikate variieren zwischen wenigen bis hin zu einigen hundert Euro – je nach gewähltem Diplom und Prüfungszentrum. Auf Kosten von um die 200 Euro sollte man sich aber schon einstellen.

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