Mann Am Tisch
Bild: colourbox.com

Skurrile Berufe – eine Erkundungstour

Sie erschrecken Menschen, jagen Meteoriten, helfen beim Einschlafen: BerlinerAkzente stellt Menschen vor, die auf ungewöhnliche Art ihr Geld verdienen.

Warum Kunden fürs Bettverschieben bezahlen. Wie gefährlich es ist, in einer Geisterbahn zu arbeiten? Und warum manche Tierbesitzer ihre Vierbeiner mehr lieben als ihre Ehepartner – unsere Autoren Franziska Weigelt, Manuel Wöpke, Lydia Leipert und Andreas Voigt haben in den vergangenen Jahren immer wieder auf eine Berufserkundung der skurrilen Art begeben. Auf dieser Seite stellen wir die Ergebnisse zusammen.

Der Meteoritenjäger

Meteoritenjäger Thomas Grau
Der Meteoritenjäger Bild: Thomas Grau

Wie laut war der Knall, was berichten die Augenzeugen, welche Größe könnte der Meteorit haben? Solche Fragen gehören zum Arbeitsalltag von Thomas Grau in Bernau. Grau ist von Hauptberuf „Meteoritenjäger“ – der einzige seiner Art in Deutschland.

Ohne Zweifel hat Grau einen guten Riecher: Insgesamt 32 Meteoriten-Bruchstücke hat der 40-Jährige bereits aufgespürt. Dabei ist es gerade in Europa beinahe unmöglich, die Überbleibsel der Himmelskörper zu finden. „Es ist sehr schwer hier, weil sich die Natur so schnell verändert.“ So war Graus erster Fund bei Schloss Neuschwanstein gleichzeitig der erste Meteoritenfund in Bayern – seit 80 Jahren. „Es ist immer ein Wettrennen zwischen Natur und einem selbst.“

Wichtige Voraussetzung für seine Arbeit sind Augenzeugenberichte und Kamera-Aufnahmen des Instituts „Europäisches Feuerkugelnetz“. Anhand der Informationen, die sich Grau im Netz zusammensucht, kann er das Fallgebiet eingrenzen und berechnen, wie groß der Fund in etwa sein könnte. Ob es sich lohnt, die Koffer zu packen und sich vor Ort auf Jagd zu begeben, entscheidet die Erfolgschance auf einen Fund. Ohne Fund kein Gehalt – ein Risiko, das Grau aus Wissensdurst nach Informationen des Sonnensystems auf sich nimmt.

Rund zwei bis viermal im Jahr rückt Grau aus. Dann verreist er für mehrere Wochen und macht sich auf die Suche, die der einer Nadel im Heuhaufen gleicht. „Selbst wenn alle Informationen für einen Erfolg sprechen, heißt das nicht, dass es klappt“, so Grau. Mit viel Glück findet er wieder einen Stein, um den sich Museen, Wissenschaftler und Sammler reißen, und der ihm einen saftigen Finderlohn von mehreren Zehntausenden Euro einbringt.

Sie haben eine große Sternschnuppem, die als heller Feuerball über den Himmel gezogen ist, beobachtet? Mit Ihrer Beschreibung könnten Sie Thomas Grau und seine Arbeit unterstützen .

Die Feel-Good-Managerin

Feel-Good-Managerin Gitta Blatt
Die Feel-Good-Managerin Bild: Wooga

Vor wenigen Tagen hat sie einen Mitarbeiter-Flohmarkt organisiert und dafür Waffeln gebacken, beim Berliner Firmenlauf ist sie gerannt, was das Zeug hält. Dann waren da noch ein Vortrag im Betahaus zum Thema Unternehmenskultur, zwischendurch einige spontane Gespräche mit Kollegen. Gitta Blatt ist Feel-Good-Managerin beim Spieleentwickler Wooga. Ihr Auftrag: Wohlfühl-Atmosphäre schaffen.
„Talente haben heute ganz andere Ansprüche an ihren Arbeitgeber als früher“, erklärt Gitta Blatt ihren Beruf. Wooga beschäftigt Mitarbeiter aus 43 Ländern. Dass sie trotz allerhand Hürden, die das Leben in Deutschland mit sich bringen, einen guten Job machen, verdanken sie auch dem besonderen Einsatz von Gitta Blatt.

Die diplomierte Wirtschafts- und Kommunikationswissenschaftlerin zog es nach ihrem Studium zunächst in den Personalbereich. Bei Wooga hat sie innerhalb von zwei Jahren ein fünfköpfiges Feel-Good-Team aufgebaut. Zu ihrem „Service auf ausgedehnter Palette“, wie die 49-Jährige beschreibt, gehört unter anderem die Organisation von Wohnraum und Behördengängen. Egal, ob es um das Finden eines schwedisch-sprachigen Kitaplatzes oder ein Mitarbeiter-Feedback geht – Blatts Einfühlungsvermögen und ihre pragmatischen Lösungen machen ihren Arbeitgeber erfolgreich: „160 Neuzugänge hatten wir letztes Jahr, davon haben wir nur 15 verloren“, zieht die Feel-Good-Managerin stolz Bilanz.

Besonders große Unternehmen und Start-ups setzen auf Feel-Good-Manager. Spannende Portraits von Unternehmen aus der Hauptstadt finden Sie in unserer Rubrik „Firmen und Märkte”.

Der Tea Master

Tea Master Volker Bruns serviert
Der Tea Master Bild: Franziska Weigelt

Mit „Maracuja-Tee“ fing es an, heute kommt ihm solches Gebräu nicht mehr in die Tasse. Volker Bruns ist leidenschaftlicher Teetrinker – und nicht nur das. Der „Tea Master“ im Hotel Adlon Kempinski empfindet Tee als Kultur und nennt sich einen Botschafter.

„Ein Tea Master vermittelt zwischen den Wissbegierigen und den Wissenden“, so erklärt er seine Aufgabe. Dazu gehörten auch die Weitergabe der eigenen Kenntnisse und viel gute Laune – nur so könne man Interesse bei anderen wecken. Auf Menschen zugehen, erklären und „das Wichtigste: nicht schüchtern sein“ sind weitere Eigenschaften, die der Beruf verlangt.

Täglich ab 14 Uhr lädt das Hotel Adlon Kempinski zum klassischen „Afternoon Tea“ in seiner Lobby ein. Zum Arrangement gehört Klaviermusik, eine Étagere mit kleinen Köstlichkeiten und natürlich: ein Kännchen Tee mit Sanduhr. Zwei von insgesamt drei Tea Mastern sind hier im Einsatz. Volker Bruns kümmert sich aber seit fünfzehn Jahren um einen anderen Bereich, das hauseigene Restaurant Carrée. Dass seine Kollegen die korrekte Dosierung und die Brühzeit (darum die Sanduhr) einhalten, gehört seit fünf Jahren zu seinem „eigentlichen Job“ als Stationskellner´dazu – „als Tea Master allein kann man nicht überleben“, so Bruns.
Die Liebe zum Heißgetränk entdeckte der aus Westfalen stammende Berliner als Jugendlicher in Teegeschäften. Wie und wo welche Teepflanzen wachsen, wie Teeblätter ihren Geschmack am Besten entfalten – dieses Wissen hat er in der „Tea Academy“ im Frankfurter Teehaus Ronnefeldt erlernt. Nach seiner Teilnahme an einem dreitägigen Seminar und einer Prüfung, zu der auch die blinde Verkostung von 20 Teesorten gehörte, qualifizierte Bruns sich als „Tea Master Silver“. Den Titel „Tea Master Gold“ holte er sich auf Sri Lanka. Auf der Studienreise sah, fühlte und schmeckte er vor Ort das, was er zuvor für die Prüfung gelernt hatte – und kam mit allerhand neuen Ideen zurück nach Berlin. Eines jedoch hat sich nicht verändert: Am liebsten trinkt Bruns seinen Tee zuhause.

Ob klassische Schwarztees, grüne Tees oder der Modetee Macha: In Berlin gibt es viele Orte und Gelegenheiten in die faszinierende Welt des Jahrtausende alten Getränks einzutauchen. Wir stellen Ihnen acht Teehäuser vor: Die schönsten Orte für Tee-Zeremonien

Der Erschrecker

Studentenjob: Erschrecker im Berliner Gruselkabinett
Der Erschrecker Bild: Manuel Wöpke

Ein Schrei durchbohrt die Dunkelheit. Verkrampft greift der 12-jährige Tim sein angstverzerrtes Gesicht, während er seinen Rücken gegen die kalte Steinwand presst. Tief durchatmen. Den Puls unter Kontrolle bringen. Dann geht es weiter. Nur einer lacht still vor sich hin: Renee.

Seit über einem Jahr ist der Student Erschrecker im “Berliner Gruselkabinett” tätig. Dabei könnte er sich keinen schöneren Job vorstellen: „Eintöniges Sitzen an der Supermarkt-Kasse? Niemals!“, erklärt Renee. „Hier ist es immer lustig.“

Die Job-Ausschreibung entdeckte er 2011: „Da stand nur ‚Monster gesucht‘ – und da dachte ich mir ‚Na das klingt doch mal interessant‘ und hab mich beworben.“ Jetzt steht der Theaterwissenschaftler zwei- bis dreimal die Woche in der oberen Etage des Gruselkabinetts, umgeben von nichts als Dunkelheit – wartend auf seine nächsten Opfer.

Eine feste Position hat er nicht: „Ich suche mir aus, wo und wie ich die Leute erschrecke. Das richtige Feeling für die besten Ecken und Methoden entwickelt man mit der Zeit.“ Eine Maske ist allerdings unverzichtbar. Die hat er sich zusammen mit Geschäftsführerin Marlit Friedland ausgesucht. „Ein Monster-Clown – der passt wohl am besten zu mir“, sagt der Student und lacht.

Wenn es etwas gibt, das Renee bei seiner Arbeit nicht kennt, dann Gnade. „Bei manchen Kindern ist man natürlich ein bisschen vorsichtiger, wenn man merkt, dass sie den Tränen nahe sind, aber erschreckt wird hier jeder. Dafür haben die Gäste ja schließlich bezahlt.“

Wenn es darum geht, wer am besten zuckt, wird ein Klischee größtenteils bestätigt: „Frauen reagieren in der Regel extrem laut, Männer eher ruhig.“ Doch auch bei denen erlebt man hin und wieder Überraschungen. „Ich hatte es schon, dass baumgroße Kerle losgekreischt haben. Das war ganz lustig.“

Das Gruselkabinett musste im Herbst 2016 nach 20 Jahren schließen. Für skurrile Aktivitäten haben wir aber noch andere Möglichkeiten gefunden: laufende Bälle beim „Bubble Fußball“, jagende Untote beim „Zombie Run“ oder hochspringende Kicker beim „Sepak Takraw“ am Netz. Mehr über diese Trend-Sportarten lesen Sie mehr in unserem Artikel „Skurrile Sportarten

Der Wünschelrutengänger

Wünschelruten-Gänger Kartsen Baldermann
Der Wünschelrutengänger Bild: Manuel Wöpke

Während manche den Nervenkitzel suchen, finden andere keine Erholung. Karsten Baldermann hat sich dem Kampf gegen scheinbar unbegründete Schlafprobleme verschrieben. Seit mehr als 12 Jahren ist er deutschlandweit als Baubiologe und Wünschelrutengänger aktiv und hilft Menschen dabei, Störungen der körperlichen Systeme zu erkennen, wie sie durch Erdstrahlen, Wasseradern oder Elektrosmog verursacht werden.

„Ich will Leuten einen belastungsfreien Schlafplatz ermöglichen, damit sie erholt aufstehen können und mehr Energie für den Tag haben.“ Das Ziel: Lebensqualität durch gesundes Wohnen. „Man verbringt ein Drittel seines Lebens im Bett“, sagt der 45-Jährige. „Das sind zirka 15 Jahre. Alle Erholungsprozesse finden beim Schlafen statt, deswegen ist er so wichtig.“

„Wir alle haben ein Energiefeld, innerhalb dessen Gehirn und Zellen miteinander kommunizieren“, erklärt Baldermann. „Wenn andere Felder darüber liegen, führt das zu Zellkommunikationsstörungen.“ Und die sorgen nicht nur für Schlaf- und Konzentrationsprobleme, sondern machen auf Dauer auch krank. „Wasseradern können zu Krebs führen. Läuft eine den Wohnbereich entlang, ist es ratsam, die Einrichtung entsprechend umzustellen – allem voran das Bett.“

Wie genau die Raumumgestaltung auszusehen hat, das bespricht der Baubiologe mit jedem seiner Kunden individuell. Bis zu zwei Stunden dauert die Suche nach Störquellen. „Rund 80 Prozent meiner Kunden kann ich helfen. Bei den restlichen 20 spielen dann andere Probleme eine Rolle.“

Das Arbeiten mit der Wünschelrute funktioniert wie schon bei den alten Ägyptern; nur ist das Gerät mittlerweile aus Kunststoff anstatt Holz. „Das eigentliche Messinstrument ist der Mensch“, erklärt Baldermann. „Die fremden Energiefelder sorgen für Muskelreflexreaktionen. Die Rute zuckt, wir empfangen.“

Der Pflanzendoktor

Pflanzendoktor Jenne Packwitz
Der Pflanzendoktor Bild: Andreas Voigt

Er sieht aus wie ein richtiger Arzt. In weißer, wetterfester Arbeitskleidung kommt Jenne Packwitz, sobald es Probleme in den Gärten seiner Kunden gibt. Ausgerüstet mit Spezialwerkzeug, wie etwa einem „Photometer“ zur Nährstoffermittlung und einer nahezu kompletten Pflanzenapotheke, begibt sich Deutschlands erster mobiler Pflanzendoktor auf Ursachenforschung.

Meist stellt Packwitz, 35, typische Wehwehchen „wie zum Beispiel Mehltau auf der Azalee, vergilbte Blätter bei Rhododendronbüschen oder Spinnmilben auf Oleanderbüschen” fest. Das passende Mittelchen überreicht er seinen Kunden samt Anwendungsbeschreibung meist nur wenige Minuten später.

Allerdings sollte es, befindet der Pflanzenprofi, soweit eigentlich erst gar nicht kommen. Der Pflanzendoktor sieht seine „Mission“ folglich darin, Gartenbesitzern Tipps und Ratschläge an die Hand zu geben, „um Pflanzenkrankheiten von vorneherein vorzubeugen“. Denn anders als vor 150 Jahren, als bis in weite Teile der Berliner Bevölkerung ein enormes Gartenwissen vorhanden gewesen war, „schaden heute viele Gartenbesitzer ihren Pflanzen durch pure Unwissenheit selbst“, weiß Packwitz.

Der Pflanzendoktor gehört zum Pflanzencenter „Der Holländer“ am Olympiastadion. Dort kam man nach vielen Anfragen über Gartenpflanzen im vergangenen Sommer auf die Idee, einen mobilen Pflanzendoktor einzusetzen. Als langjähriger Mitarbeiter im Pflanzenschutz und gelernter Zierpflanzengärtner sowie studierter Geo-Ökologe bot sich Jenne Packwitz geradezu für den ungewöhnlichen Job an.

Seit Beginn seiner Arbeit im April dieses Jahres hat er zusammen mit seinen inzwischen zwei Kollegen schon mehr als 300 Kunden-Gärten auf „Herz und Nieren“ untersucht. Der Preis: 50 Euro pro Stunde.

Mehr Infos unter: www.berliner-pflanzendoktor.de/

„Alte Pflanzen haben Charakter”, sagt Andreas Frädrich. Wir sprachen mit dem Chef der Schlossgärtnerei TXL, der ausrangiertem Zimmergrün eine zweite Chance gibt. Hier geht’s zum Interview.

Die Ankleiderin

Ankleiderin Maike Wiehle
Die Ankleiderin Bild:

„Kann man eine enge Korsage oder ein Rokoko-Kleid allein anziehen?“, fragt Maike Wiehle diejenigen, die sie verblüfft anschauen, wenn sie ihren Beruf nennt: Ankleiderin. Seit fast 20 Jahren kümmert sie sich im Deutschen Theater darum, dass die Schauspielerinnen richtig und vor allem pünktlich angezogen sind.

Dabei geht es manchmal um Sekunden. Während der Vorstellung stürzt die Schauspielerin in den kleinen Raum neben der Bühne, reißt sich ihr Kleid und ihre Perücke vom Leib – da hat Maike Wiehle ihr schon fast Jeans, Socken und Schuhe angezogen. Und Augenblicke später steht die Schauspielerin als komplett neue Figur wieder im Rampenlicht. Eine perfekte Choreographie, die beherrscht sein will.

Aber als Ankleiderin ist man nicht nur fürs An-, Um- und Ausziehen zuständig. „Ich muss mich genau so darum kümmern, dass die Klamotten intakt bleiben und dass sie im gleichen Zustand sind wie vor der Vorstellung“, erklärt Maike Wiehle. Deshalb geht der Weg zum Beruf der Ankleiderin normalerweise über eine Schneiderlehre.

Bei ihr war das anders: „Eigentlich bin ich ausgebildete Krippenerzieherin. Aber schon meine Eltern haben am Deutschen Theater gearbeitet“, sagt sie. Und als sie gefragt wurde, ob sie als Ankleiderin anfangen möchte, zögerte sie nicht. „Die Arbeit mit den Kindern hat mir dafür auch viel gebracht, da habe ich einiges über Psychologie gelernt und das kann ich hier brauchen.“ Denn natürlich kommt sie vielen Damen sehr nah. „Für den Beruf braucht man deshalb Taktgefühl. Man muss auch wissen, wann man mal wegschauen muss.“

Kleidung und Karriere: Wie das passende Styling Frauen und Männer erfolgreicher machen, verraten Stil-Experten und Shopping-Berater. Warum vor allem Männer sich mehr für Kleidung interessieren sollten, lesen Sie in unserem Artikel „Erfolg anziehen”.

Die Tiersterbebegleiterin

 Tiersterbebegleiterin Gabriele Zuske
Die Tiersterbebegleiterin Bild: Lydia Leipert

Sie ist da, wenn es ernst wird für Hund und Herrchen. Gabriele Zuske, Tierpsychologin und -homöopathin bietet „Tiersterbebegleitung“ an. „Ich versuche, mit homöopathischen Mitteln die Schmerzen der Tiere zu lindern oder sie beim Lösen von dieser Welt zu unterstützen“, sagt die 48-Jährige.

Die Betreuung der Menschen ist aber mindestens genau so wichtig. „Viele hängen unglaublich an ihrem Tier, oft ist die Katze wichtiger als der Partner“, sagt Zuske. „Ich sage ihnen dann, dass das Tier bei ihnen eine gute Zeit hatte, und versuche sie so zu trösten.“

70 Euro verlangt sie für eine Stunde Betreuung, aber nicht nur wenn der Tod eines Tieres bevorsteht. Mittlerweile behandelt sie auch in anderen Fällen, zum Beispiel nierenkranke Katzen und ungewöhnlich aggressive Hunde in ganz Deutschland und darüber hinaus.

„Wenn zum Beispiel eine Katze in Österreich im ganzen Haus markiert, lasse ich mir per Mail einen Plan schicken von den Räumlichkeiten. Kenne ich die Orte, wo sie markiert, kann ich meist eine Ferndiagnose stellen – denn oft fehlt es an Dingen wie einem Kratzbaum oder einem weiteren Katzenklo.“

Mehr Infos per E-Mail: tierprobleme@tierpsychologe-online.de

Der Hund kann nicht nur bester Freund, sondern auch Kollege und Arbeitgeber sein: Lesen Sie mehr über die besondere Beziehung von Mensch zum Hund in diesen Artikeln:

Kollege Hund” – über Büros, die auf den Hund gekommen sind – und die Tücken des tierischen Einsatzes.

Mein Hund ist mein Arbeitgeber – über verbeinige Stars im Internet, die für manchen Besitzer sogar zur Verdienstquelle werden.

Der Tatort-Reiniger

Tatort-Reiniger Christian Heistermanns
Der Tatort-Reiniger Bild: Lydia Leipert

Das wichtigste an Christian Heistermanns Ausrüstung ist die Atemmaske. „Wenn ich Wohnungen betrete, in denen über Wochen eine Leiche lag, riecht es verdammt ekelhaft“, sagt der 39-Jährige. Gut, dass der Gebäudereinigermeister nicht zart besaitet ist.

Denn bei seinem Service „Tatortreinigung“, den er anbietet, muss er einiges aushalten. „Einmal wurden wir geholt, als eine Frau sich die Pulsadern aufgeschnitten hatte. Bei einem anderen Einsatz hatte sich ein Mann tot gesoffen und zuvor überall in der Wohnung erbrochen“, sagt er.

Dann rückt Christian Heistermann mit seinem Team an, reinigt für 25 Euro die Stunde den Boden, die Wände und entfernt Gegenstände, die nicht mehr benutzt werden können. „Manchmal müssen wir auch Schädlingsbekämpfung machen, wenn ein toter Körper zu lange da lag. Dann müssen erstmal die ganzen Maden weg.“

Und wie kämpft man erfolgreich gegen den aufkommenden Ekel? „Sich kurz schütteln und dann schnell alles vergessen“, lautet Heistermanns Geheimrezept. Denn wie manche Menschen in Berlin sterben, kann einem schon ganz schön aufs Gemüt drücken.

Mehr Infos: www.heistermann.de

Tatort Berlin? Das ist für die meisten dann doch eher interessant, wenn es fiktional ist. Und Autoren, Drehbuchschreiber sowie Show-Produzenten sehen die dunklen Ecken Berlins als perfekten Tatort: Wir haben spannende Krimis gefunden, die in unserer Stadt spielen. Lesen Sie mehr in unserem Artikel „Spurensuche “.

Die Geräusche-Macherin

Geräusche-Macherin Mona Mur
Die BANG-Macherin Bild: Katja Ruge

Der Schrei eines außerirdischen Tieres für ein futuristisches Computerspiel. Oder das Quietschen eines Rennwagens für einen digitalen Formel-Eins-Wettkampf. Die Computerspielgeräusche, die Mona Mur – so der Künstlername der 48-Jährigen – produziert, haben viele Facetten.

„Ich mag es, zwischen den irrealen Klängen und denen der echten Welt hin und her zu springen“, sagt sie. In ihrem kleinen Neuköllner Tonstudio kreiert sie zum Beispiel Geräusche für Kampfcomputerspiele („je böser, je besser“), aber auch für Geschicklichkeits-Games, bei denen es darum geht, eine silberne Kugel durch verschiedene Level zu rollen.

Nicht nur bei den Geräuschen ist die Sounddesignerin vielseitig. Sie macht auch Hintergrundmusik für Spiele und sogar Filmmusik (die beispielsweise in Fatih Akins Film „Gegen die Wand“ zu hören war).

Sounds jeder Art waren für Mona Mur schon immer wichtig. In den Achtzigerjahren war sie als Sängerin für eine Underground Punk- und Waveband in ganz Europa unterwegs und spielte zusammen mit Mitgliedern der „Einstürzenden Neubauten“. Schon da machte sie alles andere als gewöhnliche Geräusche.

Mehr Infos: www.monamur.com

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