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Titel Pflege
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Pflegeberufe

Ausbildungsreform 2020: 5 Fakten rund um die neue Pflegeausbildung

Ab dem 1. Januar 2020 wird die Ausbildung für Pflegeberufe grundsätzlich reformiert. Welche Neuerungen es geben wird und wie eine Ausbildung in Zukunft aussehen soll.

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angzeitpflege dementer Menschen in Pflegeeinrichtungen, Unfallpatienten in Reha-Kliniken oder schwerkranke Kinder in Kinderkrankenhäusern – der Berufsalltag in der Pflege kann ganz unterschiedlich aussehen. Bisher wurden Altenpflege, Krankenpflege und Kinderkrankenpflege separat gelehrt. Das ändert sich nun durch die Reform des Pflegeberufegesetzes, die ab 2020 in Kraft tritt. Mit der generalistischen Pflegeausbildung wurden die Bereiche zu einer umfassenden Ausbildung zusammengeführt. So soll die Pflege modernisiert und der Pflegeberuf attraktiver werden.

1. Zusammenführung der Pflegeausbildungen

Krankenpflege, Kinderkrankenpflege, Altenpflege: Die bisher getrennten Pflegeausbildungen werden ab dem 1. Januar 2020 zu einer neuen einheitlichen und übergreifenden Ausbildung zusammengeführt. Zwei Jahre lang erhalten alle Auszubildenden eine gemeinsame, generalistisch ausgerichtete Pflegeausbildung, in der ein praktischer Vertiefungsbereich gewählt wird. Im dritten Ausbildungsjahr kann entweder die generalistische Ausbildung fortgesetzt und damit der Berufsabschluss „Pflegefachfrau“ oder „Pflegefachmann“ oder ein gesonderter Abschluss in der Altenpflege oder Gesundheits- und Kinderkrankenpflege erworben werden.

2. Studium der Pflege

Pflege Blutdruck
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Zusätzlich zur Ausbildung an Pflegeschulen wird ein berufsqualifizierendes Pflegestudium an Hochschulen eingeführt, das mit dem akademischen Bachelor-Grad abschließt. Das mindestens drei Jahre dauernde Studium soll den Transfer des pflegewissenschaftlichen Wissens in die Pflegepraxis unterstützen und die Pflege auf dem neuesten Stand der Wissenschaft und Technik halten. Die Möglichkeit eines Studiums fördert die Attraktivität und Aufstiegsmöglichkeiten innerhalb des Pflegeberufs und spricht eine weitere Zielgruppe an.

3. Ausbildung wird kostenlos

Auch in der Finanzierung wird sich einiges ändern. Das Wichtigste für die Auszubildenden: Die Pflegeausbildung wird kostenlos. Die Pflegeausbildung wird von nun an über gemeinsame Ausbildungsfonds der Länder finanziert. So wird bundesweit eine qualitätsgesicherte und wohnortnahe Ausbildung ermöglicht. Zusätzlich haben die Auszubildenden Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung. Die Ausbildungsvergütung und der Wegfall des Schulgeldes soll einen barrierefreien Zugang zur Pflegeausbildung unabhängig von finanziellen Voraussetzungen ermöglichen.

4. EU-weite Anerkennung

Pflege Haende
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Die neue generalistische Pflegeausbildung wird in den EU-Mitgliedsstaaten automatisch anerkannt. Die gesonderten Abschlüsse in der Altenpflege und der Kinderkrankenpflege können weiterhin im Rahmen einer Einzelfallprüfung anerkannt werden. Durch die anerkannte EU-weite Berufsqualifikation wird das Wechseln von oder in andere europäische Länder vereinfacht.

5. Fachpersonal vorbehalten: Mehr Verantwortung, mehr Kompetenz

Erstmals wird die besondere Verantwortung der Pflegefachkräfte durch vorbehaltene Tätigkeiten geregelt. Bisher war zwar die Berufsbezeichnung geschützt, nicht aber bestimmte Tätigkeiten. Bei der Pflegereform wurde nun ein geschützter Verantwortungs- und Aufgabenbereich eingeführt. So sind nun bestimmte Aufgaben wie die Erhebung und Feststellung des individuellen Pflegebedarfs oder die Analyse und Sicherung der Qualität der Pflege den Pflegefachfrauen und Pflegefachmännern vorbehalten.

Weitere Informationen rund um die Pflege-Reform finden Sie hier: www.berlin.de/pflege

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