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Bild: Axel Hecklau
Zauberer

„Geheimnisvolle, unerklärliche Wunder“

Was macht einen Zauberer zu einem guten Magier? Welches sind seine wichtigsten Fähigkeiten? Nachgefragt bei Axel Hecklau (52), der bei der Weltmeisterschaft der Zauberer in Süd-Korea den zweiten Platz schaffte.

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xel Hecklau (52) ist erfolgreicher Zauberkünstler und Kunststück-Entwickler: Für den gebürtigen Hermsdorfer ist es das Wichtigste in seinem Beruf, sein Publikum „nicht einfach mit Gags und ein paar Zaubertricks zu unterhalten“, sondern die Zuschauer „wirklich zum Staunen zu bringen“. Im vergangenen Sommer ist ihm das auch vor einer Jury von Experten gelungen: Bei der Weltmeisterschaft im koreanischen Busan sicherte sich Axel Hecklau in seiner Sparte, der Salon-Zauberei, den zweiten Platz.

Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch zum Vizeweltmeistertitel.
Axel Hecklau: Vielen Dank. Beinahe hätte ich es ganz nach oben aufs Treppchen geschafft. Nur 0,86 Punkte fehlten zum Weltmeistertitel, bei 100 erreichbaren Punkten ist das nicht viel. Der zweite Platz ist aber natürlich auch eine tolle Sache – obwohl ich mich gleich an eine Frage meines Sohnes erinnert habe. Als ich bei den deutschen Meisterschaften der Zauberkunst mal den zweiten Preis, den „Magica“-Silberpokal, gewonnen habe, wollte er von mir wissen: Gibt‘s das Ding auch in Gold?

„Gute Zauberei ist eine Kunstform, in der ich mich mit meiner Persönlichkeit ausdrücke.“ Axel Hecklau, Zauberkünstler

Ob Silber oder Gold, als Zauberprofi haben Sie es auf jeden Fall sehr weit gebracht. Was braucht es, damit Zauberei gut ist?
Gute Zauberei ist eine Kunstform, in der ich mich mit meiner Persönlichkeit ausdrücke. Das ist Schauspiel und Pantomime, Musik und Bewegung, Philosophie und Erzählkunst, Licht und Ton. Und als Sahnehäubchen kommt dann noch der magische Effekt obendrauf. Das geheimnisvolle, unerklärliche Wunder macht einen Trick zum Kunststück.

Was wollen Sie beim Zuschauer erreichen?
Ich erzähle Geschichten, mit denen ich die Leute auf das Wunderbare in der Welt stoße und sie zum Nachdenken anrege. Mein Ziel habe ich erreicht, wenn die Zuschauer sich in ihrer eigenen Erlebniswelt umgeschaut und ein Lächeln auf den Lippen haben. Auch wenn es in meinen Shows viel zu lachen gibt: Ich bin kein Comedian. Mir ist es viel wichtiger, dass den Leuten vor Staunen der Mund offen stehen bleibt.

Auftritt Hecklau
Bühnen-Auftritt Axel Hecklau: „Man muss eine gewisse Fingerfertigkeit haben.“ Bild: Piotr Bedlinski

Wann haben Sie eigentlich angefangen mit der Zauberei?
Mit zwölf Jahren habe ich mich mit dem „virus magicus“ infiziert. Ich wusste nicht, was ich meinem Opa zum Geburtstag schenken sollte. In der Jugendzeitschrift Yps gab es da gerade eine Serie über Zauberei samt ein paar Gimmicks zum Üben. Ich habe dann einfach ein Laken übers Bügelbrett meiner Oma gehängt und die erste Zaubershow vor Verwandten gegeben. Danach habe ich mir vom Taschengeld einen Zauberkasten gekauft, bekam von meinen Eltern das Buch „Der Zauberkönig“ geschenkt, bin in den Magischen Zirkel eingetreten, bekam Kontakt zu Profis und bin so immer weiter in die Szene hineingekommen.

„Einfach nur etwas wegzaubern reicht nicht, da würde beim Publikum ein schales Gefühl zurückbleiben.“

Aber dennoch haben Sie zunächst einen „normalen“ Beruf erlernt.
Richtig. Ich habe eine zweieinhalbjährige Lehre zum Augenoptiker gemacht, mich danach mit einer Firma für Grafikdesign selbstständig gemacht – und parallel natürlich immer gezaubert, bei privaten Veranstaltungen, Firmen-Events, Weihnachtsfeiern. Irgendwann sagte mein Steuerberater, meine Zauberei sei wirtschaftlich viel sicherer als meine Firma. Da habe ich mich ganz der Zauberei verschrieben.

Welches sind denn die wichtigsten Fähigkeiten, die ein Zauberer mitbringen muss?
Man muss neugierig sein und dazu möglichst eine gewisse Fingerfertigkeit haben. Anders als bei einem Bühnenprogramm stehen oder sitzen bei Feiern schon mal Leute hinter mir, wenn ich zum Zaubern von Tisch zu Tisch gehe – und trotzdem muss die Magie gewahrt bleiben. Überhaupt ist die Magie, das „Staunen machen“ das A und O. Wenn ich zum Beispiel etwas verschwinden lasse, dann muss das auch irgendwo wieder auftauchen. Einfach nur etwas wegzaubern reicht nicht, da würde beim Publikum ein schales Gefühl zurückbleiben.

Sie treten bei Veranstaltungen auf, haben mit Ihrem Kollegen André Kursch mit dem „Salon der Wunder eine eigene regelmäßige Show und verkaufen als Kunststück-Kreateur auch noch Zaubertricks. Wie viele Kunststücke haben Sie denn im Repertoire?
So genau weiß ich das gar nicht. Aber einen vierstündigen Zauber-Marathon könnte ich locker bestreiten.

Und wo entwickeln Sie Ihre besten Ideen?
Unter der Dusche. Da schalte ich ab in angenehmer Umgebung, da gibt es keine Ablenkungen – und dann fallen mir Kunststücke ein. Aber im Ernst: Das Wichtigste ist, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen.

Aktuelle Auftritte: www.hecklau.de

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