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10 Tipps: Karriere-Killer entlarven
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10 Tipps

Karriere-Killer: Entdecken und Vermeiden

Nicht der „inkompetente Chef“ oder die „faulen Kollegen“ sind meistens schuld am Karriere-Ende: Viele Arbeitnehmer stehen sich oft selbst im Weg – und merken es nicht einmal. Doch die typischen Karriere-Killer lassen sich schnell aufdecken und vermeiden.

1. Sie machen etwas, das Ihnen nicht liegt.

Tätigkeiten, in denen wir gut sind und für die wir ein Talent besitzen, gehen uns leicht von der Hand und machen entsprechend viel Spaß. Wählen wir hingegen eine Arbeit aus, die uns schwerfällt oder gegen die wir sogar eine starke Abneigung empfinden, ist Frust vorprogrammiert. „Manche Menschen ergreifen Berufe, die nicht zu Ihnen passen – entweder aus familiären oder gesellschaftlichen Erwartungen heraus oder auch aufgrund des Bedürfnisses nach Status“, erzählt Stärkencoach Caroline Redl. „Das führt über kurz oder lang zu Unzufriedenheit und Motivationsproblemen, die sich negativ auf die eigene Leistung auswirken. Es ist sehr hilfreich herauszufinden, was die eigenen Stärken sind und sich gerade, wenn es um berufliche Veränderungen geht, darauf zu konzentrieren.“

2. Sie verzichten auf Planung.

Mangelde Entscheidungsfreude
Wer kein Ziel hat, bleibt auf der Stelle: Ohne Plan ist es schwierig, die Karriere voranzubringen. Bild: Shutterstock

Ohne Plan ist es schwierig, im Leben die Richtung zu finden. Das heißt, auf der Karriereleiter bewegt sich meist gar nichts, wenn Sie nicht wissen, wohin es gehen soll. Das bedeutet nicht, dass Sie jedes Detail Ihrer beruflichen Laufbahn bereits festlegen müssen, aber es hilft, private und finanzielle sowie berufliche Ziele und Wünsche im Auge zu behalten. Karriere-Experten raten sogar dazu, sie schriftlich festzuhalten und realistische Einschätzungen der Wettbewerbssituation sowie der eigenen Fähigkeiten in die Planung mit einfließen zu lassen.

3. Sie preschen zu weit vor.

Vor allem Berufsanfänger sind hoch motiviert und werfen einen frischen Blick auf bestehende Strukturen im Unternehmen. Das führt dazu, dass sie schnell vieles ändern wollen. Doch Achtung! Als Neuling den Laden komplett umdrehen zu wollen, führt oft dazu, dass man sich unbeliebt macht. Besser ist es, erst einmal zuzuhören und die ungeschriebenen Gesetze der Unternehmenskultur kennenzulernen. Gibt es dann immer noch Ideen, wie Prozesse optimiert werden können, sollten Sie diese zunächst im kleinen Kreis diskutieren – vielleicht haben andere ja einen ähnlichen Ansatz oder es gibt Gründe, warum es nicht so funktioniert, wie Sie sich das ausmalen.

4. Sie mischen sich in Grabenkämpfe ein.

Der unbeliebte Fernseh-Chef Stromberg mit Halbglatze und gepflegtem Bart sagte einmal: „Büro ist Krieg!“ Recht hat er, denn in fast allen Unternehmen gibt es Zickereien, Tratsch und unbeliebte Kollegen. Zu letzter Gruppe gehören Sie ganz schnell, wenn Sie sich von Beginn an in die bestehenden Kleinkriege einmischen und sich, ohne die Hintergründe zu kennen, auf eine Seite schlagen – oder noch schlimmer, an Lästereien beteiligen. Seien Sie im Job wie die Schweiz: neutral.

5. Sie trauen sich nichts zu.

Angst
Sich nichts zutrauen: Wer wenig Mut und Selbstbewusstsein ausstrahlt, fällt auch nicht dem Chef positiv auf. Bild: Shutterstock

In ihrem ironischen Ratgeber „Wie ruiniere ich meine Karriere – und zwar systematisch“ sammeln die Autoren Rainer Sachse und Annelen Collatz „hilfreiche Tipps“ für den schnellen Weg nach unten. Eine vielversprechende Strategie sehen sie in einem zu geringen Selbstbewusstsein: „Es reicht nämlich völlig aus, sich selbst nichts zuzutrauen, um auf ganzer Linie zu versagen“, heißt es in ihrem Buch. Sollten Sie also permanent an sich zweifeln und Ihre Angst vor Aufgaben laut kund tun oder sich schnell entmutigen lassen, liefern Sie Ihrem Chef eine Steilvorlage, Sie ebenfalls zu unterschätzen – und machen somit den Weg für selbstbewusste Kollegen frei.

6. Sie reflektieren nicht und entwickeln sich nicht weiter.

Was will ich? Wo möchte ich hin und sind meine Ziele, die ich mir vor einigen Jahren gesetzt habe, heute noch aktuell? Wenn Sie sich solche Fragen nicht stellen, bleiben Weiterentwicklung und berufliche Erfolge auf der Strecke. „Wir sind Wesen, die sich in einem permanenten Wandel befinden. Mitunter vergessen wir dabei jedoch unsere Träume und Wünsche“, sagt Caroline Redl. „Wir sollten sie deshalb regelmäßig überprüfen, um herauszufinden, was wir wollen. Wenn wir uns dann in diese Richtung bewegen, können wir zufriedener werden – und so auch unserer Karriere einen Schub verpassen.“

7. Sie beanspruchen Erfolge für sich.

Sie haben im Team etwas richtig Gutes geschaffen, lassen es vor den Vorgesetzten aber so aussehen, als wären Sie alleine der geniale Schöpfer dieser Idee? Zweimal dürfen Sie raten, wer zukünftig nicht mehr in die Mannschaft gewählt wird. Richtig! Sollten Sie mit Ihren Kollegen zusammengearbeitet haben, dann muss das auch deutlich werden. Das heißt nicht, dass Sie Ihre eigenen Erfolge unter den Tisch fallen lassen. Maß halten und ehrlich bleiben ist hier die Devise.

Auf guten Karriere-Wegen

Caroline Redl ist als ausgebildeter Stärkencoach tätig. Sie unterstützt internationale Führungskräfte und Menschen aus den Creative Industries dabei, ihre Stärken zu entdecken und weiterzuentwickeln.

Kontakt: www.xing.com/profile/Caroline_Redl

Die Autoren Rainer Sachse und Annelen Collatz haben in ihrem Ratgeber „Wie ruiniere ich meine Karriere – und zwar systematisch“ auf ironische Weise zusammengefasst, welche Karriere-Killer einen besonders schnell die Leiter absteigen lassen. Klett-Cotta, Stuttgart 2012, 139 Seiten, 13,95 Euro

8. Sie kommunizieren nicht.

Grosses Ego
Wer dagegen zu viel prahlt und protzt, schafft sich Neider und eine hohe Fallhöhe. Bild: Shutterstock

„Die Erwartung, andere könnten Gedanken lesen ist ein weit verbreitetes Phänomen“, sagt Caroline Redl und meint damit, dass viele Probleme aufgrund mangelnder Kommunikation entstehen. „Wer davon ausgeht, dass sein Gegenüber genau weiß, was er oder sie beabsichtigt, kann nur ins Leere laufen. Klare Kommunikation ist für ein gutes Arbeitsumfeld essenziell.“ Viele machen sich ihre beruflichen Erfolge zunichte, weil sie selbst nicht richtig zuhören oder Unklarheiten nicht beseitigen.

9. Sie lassen die Empathie draußen.

„Wenn Sie Ihre Karriere so richtig in den Sand setzen wollen, dann sollten Sie sich in Sachen Empathie unbedingt zurücknehmen“, schreiben Rainer Sachse und Annelen Collatz in ihrem Ratgeber. Denn wer sich weigert, sich in sein Gegenüber hineinzuversetzen, fördert Missverständnisse und sinkt auf der Beliebtheits-Skala rapide. So ein Stinkstiefel kommt wohl nur eine Ebene höher, weil man ihn loswerden möchte. Der Weg nach draußen ist allerdings wahrscheinlicher.

10. Sie glauben, Ihre Beförderung sei ein Grundrecht.

„Aber ich bin doch schon so lange hier!“ Wenn Sie glauben, das würde ausreichen, um beruflich aufzusteigen, irren Sie gewaltig. Ein Anrecht auf Beförderung gibt es nicht – und vielleicht möchte Ihr Vorgesetzter Sie nicht verlieren oder sieht in Ihnen sogar eine Ernst zu nehmende Konkurrenz. Sollten Sie trotz aller Bemühungen und obwohl Sie die hier genannten Ratschläge berücksichtigt haben, auf der Karriereleiter nicht aufsteigen, hilft es, über einen Jobwechsel nachzudenken – und die beruflichen Pläne gezielt voranzutreiben.

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