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Titel Flughafen Ber
Bild: Shutterstock
Flughafen-Eröffnung

Jobmotor BER: Berlin, ready for take-off!

Ende Oktober soll es endlich soweit sein: der neue Berliner Flughafen BER öffnet für den Flugbetrieb und Tegel schließt. Der Spätstarter kommt zur rechten Zeit: Wenn aus der Dauerbaustelle BER im Oktober ein Flughafen wird, könnte er für die Region zum Triebwerk eines Aufschwungs nach dem Corona-Einbruch werden.

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it 8 Jahren Verspätung soll am 31. Oktober 2020 der neue Flughafen BER in Schönefeld öffnen. Für den 8. November ist die Schließung des Flughafens Tegel geplant. Nach Einschätzung mancher Experten könnte es damit auch ein Durchstarten für die nach dem Corona-Lockdown angeschlagene Berliner Wirtschaft geben.

Derzeit weiß zwar niemand, wie schnell sich die Berliner Passagierzahlen nach dem Totaleinbruch im Frühjahr wieder erholen. Aber zumindest zeigen Erfahrungen aus anderen Regionen, dass sich moderne Großflughäfen immer zum massiven Wirtschaftsfaktor entwickelt haben.

Arbeitsplätze für 20.000 Berlinerinnen und Berliner

Viele Mitarbeiter aus Tegel und dem bisherigen Standort in Schönefeld werden am neuen Airport weiter beschäftigt werden. Es sollen aber auch noch neue Stellen hinzukommen. „Wir wissen jetzt noch nicht, wie sich die Passagierzahlen durch die Corona-Zeit genau entwickeln werden und können daher nicht sagen, wie viele neue Jobs hinzukommen”, sagt Björn Günther vom Personalmanagement.

Die den Flughafen betreibende Gesellschaft FBB (Flughafen Berlin Brandenburg) beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter. Der weitaus größere Teil der Menschen, die an den aktuellen Standorten und dann am zukünftigen Flughafen arbeiten, wird aber von Fremdfirmen beschäftigt. Dazu gehören zum Beispiel die Angestellten der Parkhausbetreiber, Sicherheitsleute oder die Arbeitskräfte in Gastronomien und Boutiquen. „Insgesamt wurden für die beiden bestehenden Flughäfen Tegel und Schönefeld mehr 20.000 Sicherheitsausweise ausgestellt”, erklärt Björn Günther.

Infografiken zur Eröffnung des BER
Bild: Berliner Sparkasse/Shutterstock

Jobs am Flughafen: Diese Berufe werden am Flughafen gebraucht

1. Feuerwehrleute

Die Männer und Frauen arbeiten im Schichtdienst – auch im 24-Stunden-Dienst. Sie kümmern sich außer um Brandbekämpfung auch vorbeugend um Brandschutz, warten ihr Equipment und die Fahrzeuge und helfen beim Winterdienst. Damit sie die Besonderheiten ihrer Arbeit am Flughafen beherrschen, bekommen sie unter anderem eine flughafenspezifische Zusatzausbildung. Von ihnen wird eine abgeschlossene, möglichst technische und eine abgeschlossene B1-Ausbildung im feuerwehrtechnischen Dienst einer Berufsfeuerwehr erwartet, sowie Englischkenntnisse und ein Sprechfunkzeugnis. Sie sollten einen Führerschein Klasse CE besitzen und Räumfahrzeuge bedienen können.

2. Koordinator für die Sicherheit am Flughafen

Seine oder ihre Aufgabe ist es zum Beispiel gefährliche, sicherheitsrelevante Lagen am Flughafen zu beurteilen und die richtigen Verhaltensweisen in die Wege zu leiten. Dazu gehören auch Bombendrohungen oder Terrorismus. Auch interne Ermittlungen sind ein Thema. Die Standards der Reaktionen auf solche Vorfälle müssen außerdem regelmäßig angepasst und weiterentwickelt werden, die Risiken analysiert werden. Schließlich gilt es, viele Menschenleben zu schützen. Andere Mitarbeiter müssen geschult, ihre Aufgabenbereiche organisiert werden. Wichtig ist auch, den Kontakt zu den Sicherheitsbehörden der Länder und des Bundes zu pflegen, sowie ein gutes Netzwerk zu haben, das sich mit sicherheitsrelevanten Themen befasst. Denn es müssen Information aus dem Bereich beschafft und ausgewertet werden, um den Flughafen schützen zu können. Unter anderem wird eine mehrjährige Berufserfahrung im Bereich Sicherheitsanalyse und Sicherheitslagenbewertung vorausgesetzt.

3. Ramp Agent

Der Ramp Agent trägt große Verantwortung. Häufig haben Ramp Agents eine abgeschlossene Ausbildung die nicht unmittelbar mit Flugzeugen zu tun hat. Sie werden dann mit Weiterbildungen für den Job fit gemacht. Ein Ramp Agent ist verantwortlich für das sichere, pünktliche und wirtschaftliche Abfertigen eines Flugzeugs. Sein Arbeitsplatz ist an der Maschine. Er überwacht unter anderem das Verladen des Gepäcks, dass dabei das Gewicht richtig verteilt wird, kein Gefahrgut, kein Tier am falschen Platz steht. Er sorgt dafür, dass Essen, frisches Wasser und Treibstoff ins Flugzeug gelangen, dass Abwasser abgepumpt und die Kantine gereinigt wird. Er kommuniziert mit der Crew, organisiert den Pushback, der das Flugzeug rückwärts mit einem kleinen Schlepper auf die Rollbahn bringt.

4. Reiseverkehrskaufleute

Ja, es gibt sie noch – trotz Internet-Buchungs-Möglichkeiten. Sie sitzen an den Flughäfen und informieren über Ziele und Preise, buchen für Kunden Lastminute-Tickets. Häufig arbeiten sie nicht nur bei Reiseveranstaltern, sondern bei Firmen, die für Fluggesellschaften unterschiedliche Bodendienstleistungen anbieten. Damit sind die Reiseverkehrskaufleute dann auch an der Abfertigung von Flügen beteiligt.

Gewerbestandort BER

  • Ber Airport City

    Airport City, 6,5 ha: Das Dienstleistungszentrum des Flughafens entsteht direkt neben dem Terminal. Neben Hotels und Kongressflächen sollen sich hier auch namhafte Unternehmensverwaltungen und -repräsentanzen ansiedeln. Björn Rolle / Flughafen Berlin Brandenburg GbmH

  • Businesspark am BER

    Business Park Berlin, 109 ha: Das größte zusammenhängende Gewerbegebiet Berlins liegt direkt an der Stadtgrenze in Sichtweite zum Flughafen. Rund 60 Prozent der Flächen sind bereits verkauft und größtenteils bebaut. bünck+fehse visualisierung und animationsdesign GmbH

  • Northgate Quartier am BER

    Northgate Central, 48 ha: Nach der Schließung des alten Flughafens Schönefeld kann ein neues Stadtviertel im Anschluss an die Gemeindestruktur Schönefelds mit Büronutzung, (Werks-) Wohnungen und Einkaufsmöglichkeiten entstehen. bünck+fehse visualisierung und animationsdesign GmbH

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5. Fluglotsen

Am Flughafen arbeitet er als sogenannter Towerlotse im Tower und überwacht am Radar und an großen Fenstern die Bewegungen der Flugzeuge auf dem Rollfeld und im Bereich des Flughafens. Sie leiten die Piloten auf die richtigen Wege bei Starts und Landungen. Mindestens drei Jahre dauert eine Ausbildung zum Fluglotsen bei der Deutschen Flugsicherung. Die Bewerber dürfen maximal 24 Jahre alt sein, haben Abitur und/oder einen Bachelorabschluss und müssen eine fliegerärztliche Tauglichkeitsuntersuchung bestehen. Sie durchlaufen Eignungstests, die sich zum Beispiel um Reaktionsgeschwindigkeit und räumliche Orientierung drehen. Außer dem Towerlotsen gibt es noch Bereichslotsen und An- und Abflugslotsen, die in anderen Gebäuden, teilweise an anderen Orten, sitzen.

6. Zollbeamte

Zollbeamte arbeiten im öffentlichen Dienst. Am Flughafen sind sie nicht nur für Gepäckkontrollen zuständig, sondern auch für Paket-Kontrollen. Sie entdecken Geschmuggeltes, darunter Drogen, bedrohte Tierarten, illegale Waren, Medikamente oder Produkte, die nicht den deutschen Sicherheitsbestimmungen entsprechen. Sie arbeiten auch mit Spürhunden. Zwei Karriere-Wege können beim Zoll eingeschlagen werden. Eine zweijährige Ausbildung ermöglicht die Arbeit im mittleren Dienst, ein dreijähriges, duales Studium den gehobenen Dienst.

7. Fluggerätmechaniker

Sie arbeiten an Flugzeugen in der Instandhaltungs-, Fertigungs- und Triebwerkstechnik. Insgesamt dreieinhalb Jahre dauert die Ausbildung. Ein sogenannter Hochtechnologie-Beruf – denn nach der Ausbildung geht es weiter mit diversen Spezialisierungsmöglichkeiten, die sich allesamt auf die umfangreichen und komplexen Systeme der Luftfahrttechnik beziehen. Angestellt ist ein Fluggerätmechaniker z.B. bei einer Fluggesellschaft oder einer Wartungs- oder Servicegesellschaft.

www.berlin-airport.de

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