Newsletter abonnieren
Titel Top-manager
Bild: Shutterstock
Karrieretipps

Führungskräfte: 8 Erfolgsgeheimnisse der Topmanager

Erfolgreiche Führungskräfte sind in allen Branchen gefragt. Mögen die Arbeitsbereiche auch unterschiedlich sein, so gibt es Strategien, die sich in jedem Umfeld bewähren. Berliner Akzente präsentiert die acht besten Tipps.

„Sie befähigen Menschen, statt sie zu befehligen. Sie begeistern andere, statt sie einzuschüchtern“, beschreibt Niklaus Leemann vorbildliche Führungskräfte in seinem Buch „Die 30 Erfolgsgeheimnisse der Top Manager“. Natürliche Autorität ist nicht eine Gabe der Natur, sondern das Ergebnis täglicher Verhaltensweisen. Der Unternehmensberater Leemann, spezialisiert auf die strategische Entwicklung von Konzernen, gibt folgende Ratschläge:

1. Erfolgreiche Führungskräfte geben Freiräume

Ist der Chef ein Kontrollfreak, arbeiten die Mitarbeiter vereinbarte Aufgaben unter seiner strengen Aufsicht ab – aber auch nicht mehr. Der Topmanager hingegen versteht sich als Coach. Jeden Mitarbeiter schickt er mit Zielsetzungen los, paart diese aber mit viel Freiraum in der Umsetzung. Wenn die Angestellten selbst verantwortlich für ihre Bereiche sind, seien sie motivierter, so Leemann. Sie erfüllten häufig nicht nur die vereinbarten Pflichten, sondern brächten selbstständig mehr Leistung.

Business-freizeit Retro-pop-art-style
Bild: Shutterstock

Wichtig für diesen Ansatz ist es, alle Mitglieder des Teams genau zu kennen: Was sind die Ambitionen jedes Einzelnen? Dabei muss der Topmanager, der per Definition karriereorientiert ist, Individualität anerkennen: Manchem Kollegen ist ein verlässlicher Feierabend und Bequemlichkeit halt wichtiger als die Karriere. Der Topmanager geht auf diese Kollegen nach Möglichkeit ein, zum Beispiel hinsichtlich flexibler Arbeitszeiten bis hin zu Wünschen rund um die Kantine.

2. Topmanager loben und tadeln offen

Jeder Mitarbeiter muss ein klares Bild davon haben, wie sein Vorgesetzter ihn einschätzt: Ist er ein Überflieger, steht er kurz vor der Kündigung, oder bewegt er sich im mittleren Bereich? Der Topmanager sieht es als ständige Aufgabe, seinen Mitarbeitern Feedback zu geben. Er wartet nicht bis zum nächsten Personalgespräch.

Loben Retro-pop-art-style
Bild: Shutterstock

Sein Feedback kommt unmittelbar und offen. „Feedback ist keine Vergangenheitsbewältigung. Es soll sinnvolle Handlungen auslösen“, betont Leemann. Tadel soll konstruktiv erfolgen und mit Ursachenforschung verbunden sein: War für die Aufgabe nicht genügend Zeit eingeplant? Funktioniert die Zusammenarbeit mit anderen Mitarbeitern nicht?

3. Erfolgreiche Führungskräfte reden wenig und hören zu

Viele Manager hören sich am liebsten selbst reden. Jede Interaktion mit ihnen startet erst einmal mit einem langen Monolog: Sie präsentieren eine Analyse jedes Problems samt Lösung im Eilverfahren.

Reden Blabla Retro-pop-art-style
Bild: Shutterstock

Manche Mitarbeiter legen jedes Wort ihres Vorgesetzten auf die Goldwaage. Sie folgen seiner Argumentation, um in einer Linie mit dem Chef zu sein. Diese Einigkeit ist auf den ersten Blick angenehm. Der Nachteil: Man schaut weder nach links oder rechts. Ein Topmanager legt daher seinen Fokus aufs Zuhören und Fragenstellen. Ziel ist, dass alle Fakten und Meinungen auf den Tisch kommen. Erst auf dieser Grundlage bewertet die erfolgreiche Führungskraft die Lage und steigt danach mit seiner eigenen Meinung ins Gespräch ein.

4. Topmanager organisieren straffe Besprechungen

Schlecht geplante Besprechungen sind ein Zeitfresser. Eine straffe Meetingkultur besteht aus durchdachter Vorbereitung, aktiver Moderation und einer verbindlichen Nachbereitung. Tendenziell sitzen in jeder Besprechung zu viele Menschen, hat Leemann in seinem Arbeitsalltag beobachtet. Je mehr Anwesende, desto länger wird diskutiert.

Meeting Retro-pop-art-style
Bild: Shutterstock

Der Topmanager begrenzt die Teilnehmerzahl daher strikt und überlegt, wer für welchen Tagesordnungspunkt anwesend sein muss. Alle Teilnehmer bekommen vorab aussagekräftige Dokumente zugestellt, zusammen mit der Forderung, sich einzuarbeiten. Eine aktive Moderation besteht darin, den Redner zu unterbrechen, wenn er abschweift oder Gesagtes wiederholt. Die Besprechung wird erst aufgelöst, wenn Aufgaben, die sich aus der Diskussion ergaben, verteilt wurden. Dies wird auch in der schriftlichen Zusammenfassung der Besprechung notiert, die alle Teilnehmer erhalten.

5. Führungskräfte vernetzen sich richtig

„Qualität vor Quantität“ lautet die Devise beim Netzwerken. Bei Konferenzen und Empfängen wird oft vorab eine Teilnehmerliste publiziert. Empfehlenswert ist es, etwa fünf Personen festzulegen, die man sprechen möchte. Der Topmanager führt eine Liste mit allen Kontakten. Die Tabelle umfasst nicht nur berufliche Eckdaten, sondern auch den Geburtstag, Name des Partners, der Kinder, des Hundes, Hobbys und so weiter.

Business-gespraech Retro-pop-art-style
Bild: Shutterstock

Vereinbart man mit einem Netzwerk-Kontakt ein persönliches Treffen, ist Vorbereitung gefragt. Alle allgemein verfügbaren Informationen über sein Unternehmen sollte man vorher klären: Was ist der Werdegang des Gesprächpartners? Was ist das Geschäftsmodell seines Unternehmens? Wer sind wichtige Wettbewerber? „Alles, was gegoogelt werden kann, sollte man parat haben, so dass beim Treffen keine Basics erklärt werden müssen. Dann entsteht schnell eine fruchtbare Unterhaltung“, empfiehlt Leemann.

6. Führungskräfte fordern Kritik

Kritikunfähige Führungskräfte schaden dem Unternehmen. Sie verhindern, dass Mitarbeiter Impulse geben und auf Gefahren hinweisen. Der Topmanager fordert seine Mitarbeiter deshalb auf, seine Meinung zu hinterfragen.

Skeptischer Blick Frau Retro-pop-art-style
Bild: Shutterstock

Dies macht er nach Darlegung seiner Position mit Formulierungen wie „das ist meine Meinung – jetzt interessiert mich Ihre.“ Am Ende des Tages bleibt der Topmanager derjenige, der die Entscheidungen fällt. Wenn er die Einwände seiner Kritiker nicht berücksichtigt, ist es wichtig, dass er sein Vorgehen nicht nur verkündet, sondern auch begründet. Liefert er eine einleuchtende Erklärung, wird auch eine unbeliebte Entscheidung akzeptabel.

7. Als Topmanager nahbar sein

Das Bestreben der erfolgreichen Führungskraft ist es, sowohl Respekt wie auch Sympathie zu erlangen. Es ist ein schmaler Grat, nahbar zu wirken, aber als Vorgesetzter erkennbar zu bleiben. Die Gefahr bei einem sehr freundschaftlichen Stil, der zum Beispiel umfasst, jedem das „du“ anzubieten, liegt darin, dass die Mitarbeiter bei unliebsamen Entscheidungen des Vorgesetzten umso enttäuschter sind.

Mann Sekt Prost Retro-pop-art-style
Bild: Shutterstock

Ein guter Ansatz ist es hingegen, Präsenz zu zeigen: „Verkriechen Sie sich nicht in Ihrem Büro und kommunizieren Sie von da aus per E-Mail oder Telefon. Reden Sie nach Möglichkeit persönlich mit den Leuten. Gehen Sie in die Kantine, statt sich Essen liefern zu lassen. Machen Sie mit beim Wichteln vor Weihnachten oder dem Tippspiel zur Fußball-WM“, rät Leemann.

Noch mehr Tipps, wie Sie eine erfolgreiche Führungskraft werden, lesen Sie auch in unserem Beitrag „Die neue Führungskraft“ >>

8. Als Führungskraft einen Ausgleich finden

Abschalten vom Beruf ist wichtig für den Erfolg des Topmanagers. „Nur wenn Kopf und Körper regelmäßig abschalten, kann er dann mit Elan und neuen Gedanken wieder durchstarten“, schreibt Leemann. Wenn der Topmanager darauf spekuliert, dass gelegentlich etwas freie Zeit zum Entspannen übrig bleibt, käme er nie dazu. Stattdessen blockt er dafür Zeit in seinem Kalender.

Angeln Retro-pop-art-style
Bild: Shutterstock

Grade in aufreibenden Zeiten im Büro wäre es falsch, auf die Auszeiten zu verzichten, weil man grade aus ihnen Energie schöpft. „Der Ausgleich steht nicht in Konkurrenz zur Arbeit, sondern ist komplementär dazu“, gibt Leemann seinen Klienten mit auf den Weg. Da die meisten Führungsrollen kopflastig und bürogebunden sind, sollte sich der Topmanager einen Ausgleich suchen, den er im Freien ausübt. Idealerweise entspannt er dort, wo das Handy keinen Empfang hat, zum Beispiel beim Angeln auf einem abgelegenen See.

Berliner Akzente Buchtipp:

Die 30 Erfolgsgeheimnisse der Top Manager
von Niklaus Leemann
Hanser, 215 Seiten
32,90 Euro

www.hanser-fachbuch.de

Diese Themen könnten Sie auch interessieren