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Bild: Jens Bonnke
Eltern-Kind-Buero

Mit Papa zur Arbeit

Tagesmutter krank, Kita geschlossen, Kind geschwächt: Manche Firmen unterstützen Familien mit Eltern-Kind-Büros bei derartigen Notfällen. Dort können die Kleinen während der Arbeit betreut werden.

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ine Spielecke, Kinderbett, Wickeltisch und Arbeitsplatz mit Internet- und Druckerzugang – so sieht es aus: das Eltern-Kind-Büro. Wenn die räumlichen Kapazitäten da sind, ist es recht schnell eingerichtet.

Bereits vier Büros für Eltern mit Kindern bei der Berliner Polizei

Bei der Berliner Polizei gibt es seit 2011 vier solcher Büros. „Dieses Angebot erleichtert es den Eltern, die Balance zwischen elterlicher Fürsorge und beruflicher Verantwortung zu halten“, sagt Nicole Schnabel vom Personalmanagement der Polizei Berlin. Die Sachgebietsleiterin ist zuständig für alle Fragen zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Kürzlich wurde das Angebot evaluiert, herausgekommen ist, „dass die Kollegen begeistert sind, diese Möglichkeit zu haben.“

Den Schlüssel bekommen Eltern spontan oder können den Raum im Voraus buchen. Hauptbuchungstermin ist bei der Polizei Berlin der 31. Oktober, der in Brandenburg ein Feiertag ist. Wer in Berlin arbeitet und dort lebt, hat dann ein Betreuungsproblem. An solchen Tagen kommt es vor, dass sich zwei Familien ein Büro teilen. „Auch das funktioniert“, sagt Nicole Schnabel, „die Kinder spielen ja gern miteinander.“

Unternehmen profitieren vom Wohlbefinden ihrer Beschäftigten

Davon, wie gut sich Familie und Beruf miteinander vereinbaren lassen, ist im hohen Maße das persönliche Wohlbefinden arbeitender Eltern abhängig. Das betonen über 90 Prozent der befragten Mütter und Väter einer aktuellen Familienstudie der Unternehmensberatung A.T. Kearney.

Und das Thema beschäftigt schon längst nicht mehr nur die Eltern. Vor allem in Großunternehmen ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf meist eine feste Größe. Es gibt Ansprechpartner und ein Budget zur Finanzierung der Maßnahmen. Der Grund: Beim Recruiting von Fachkräften, der Mitarbeiterbindung und der Senkung der Fehlzeiten zahlt sich Familienfreundlichkeit für den Arbeitgeber aus.

Den Schlüssel bekommen Eltern spontan oder können den Raum im Voraus buchen. Hauptbuchungstermin ist bei der Polizei Berlin der 31. Oktober, der in Brandenburg ein Feiertag ist. Wer in Berlin arbeitet und dort lebt, hat dann ein Betreuungsproblem. An solchen Tagen kommt es vor, dass sich zwei Familien ein Büro teilen. „Auch das funktioniert“, sagt Nicole Schnabel, „die Kinder spielen ja gern miteinander.“

Unternehmen profitieren vom Wohlbefinden ihrer Beschäftigten

Kind Im Buero
Mit dem Kind ins Büro: Immer mehr Unternehmen richten hierfür spezielle Eltern-Kind-Büros ein. Bild: Shutterstock

Davon, wie gut sich Familie und Beruf miteinander vereinbaren lassen, ist im hohen Maße das persönliche Wohlbefinden arbeitender Eltern abhängig. Das betonen über 90 Prozent der befragten Mütter und Väter einer aktuellen Familienstudie der Unternehmensberatung A.T. Kearney.

Und das Thema beschäftigt schon längst nicht mehr nur die Eltern. Vor allem in Großunternehmen ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf meist eine feste Größe. Es gibt Ansprechpartner und ein Budget zur Finanzierung der Maßnahmen. Der Grund: Beim Recruiting von Fachkräften, der Mitarbeiterbindung und der Senkung der Fehlzeiten zahlt sich Familienfreundlichkeit für den Arbeitgeber aus.

Kein Arbeitsplatz zweiter Klasse

Dazu zählt auch die Möglichkeit, die Kinder bei Betreuungsengpässen mit an den Arbeitsplatz bringen zu können. Mit der Möglichkeit allein, ist es aber nicht getan. Für einen Großteil der berufstätigen Eltern muss erst noch deutlich werden, dass familienfreundliche Maßnahmen ohne Benachteiligung genutzt werden dürfen. Der Wunsch nach Work-Life-Balance ist groß, gleichzeitig lässt die Sorge um verminderte Karrierechancen viele Eltern nicht los: In der Kearney-Studie gibt ein Viertel der Männer und ein Drittel der Frauen an, dass sie deutliche berufliche Beeinträchtigungen befürchten, wenn sie die Angebote auch wirklich nutzen.

Eltern Kind Buero Sparkasse
Auch bei der Berliner Sparkasse gibt es zwei Eltern-Kind-Büros. Bild: Berliner Sparkasse

Simon Margraf von der Industrie- und Handelskammer Berlin betont, dass ein familienfreundliches Angebot wie das Eltern-Kind-Büro daher eben nicht „als Arbeitsplatz zweiter Klasse“ empfunden werden darf. Margraf ist Mitglied des Berliner Beirats für Familienfragen und stellt fest, dass insgesamt in den letzten Jahren das betriebliche Engagement zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf größer geworden ist. Er geht davon aus, dass in Zukunft auch in Berlin mehr Eltern-Kind-Büros eingerichtet werden. Entscheidend für den Erfolg sei aber, wie er betont, „dass Führungskräfte Vorbild sind und die kurzfristige Betreuung am Arbeitsplatz auch als Selbstverständlichkeit kommunizieren.“

Reinhild Spletzer-Rabehl hat schon vor über zehn Jahren ihre Kinder notfalls mit ins Büro genommen. Damals gab es in der Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen noch kein Eltern-Kind-Büro – heute schon. Die Referentin für Vereinbarkeit von Familie und Beruf findet das Angebot als „Notfallinstrument“ (als das es auch gedacht ist) sinnvoll. Es sei ein Zeichen für die Offenheit eines Unternehmens, „wenn die Familie am Arbeitsplatz sichtbar wird. Familienbewusste Angebote sollten dabei aber nicht stehen bleiben.“

Auch Toleranz der Kollegen nötig

Wo Kinder spielen, wenn Erwachsene arbeiten, verläuft der Büroalltag nicht in den gewohnten lautlosen Bahnen. Unregelmäßigkeiten im Arbeitsablauf sind dann vorprogrammiert und das betrifft meist nicht nur die Eltern. Wer seinen Nachwuchs mit ins Büro nimmt, sollte daher auch auf die Toleranz seiner Arbeitskollegen zählen können.

Denn wie Nicole Schnabel die Situation bei der Berliner Polizei schildert, spielt sich das Eltern-Kind-Büro nicht immer hinter verschlossenen Türen ab: „Hin und wieder wird der Aktivraum auf unsere langen Flure ausgedehnt. Dann werden die Spielteppiche hierhin verlagert oder auch mal eine Kette aus Büroklammern gebastelt. Sie nennt das lachend „Erweiterung des Kreativraums.“ Die wird den Kindern zugestanden: „Denn schließlich hätten die Eltern ja auch zu Hause bleiben können. Sie sind aber gekommen, und das wird honoriert.“

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