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Titel Atom Leap
Bild: Christoph Schieder
Start-up des Monats

delphai: Mit Künstlicher Intelligenz die Marktforschung automatisieren und optimieren

Aus der unstrukturierten Welt des Internets strukturierte Daten gewinnen, das ist die Mission des Start-ups delphai.com. Firmenkunden können so bessere Geschäftsstrategien planen.

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ir bieten Intelligenz an. Wir helfen unseren Kunden, bessere Entscheidungen zu treffen, indem wir Daten zu Innovationen und Unternehmen auf der ganzen Welt sammeln“, umreißt Co-Gründer und Geschäftsführer Dr. Robin Tech das Konzept seiner Firma.

Mit künstlicher Intelligenz (KI) Geschäftsentscheidungen clever planen

delphai ist eine Software die Daten analysiert und klar präsentiert. Mithilfe von künstlicher Intelligenz (KI) werden Erkenntnisse gewonnen, die für Geschäftsentscheidungen nützlich sind. „Egal, ob Sie ihre nächste Vertriebsstrategie planen oder die strategische Expansion Ihrer Firma – mit delphai erhalten Sie wertvolle Einblicke“, sagt Tech. „Unser KI-Werkzeug hilft Ihnen, Muster im Meer aller verfügbaren Daten zu erkennen“, erläutert er. Das funktioniert so: Um Daten zu sammeln, werden Scraper- und Crawler Programme eingesetzt. Diese Programme fischen quasi mit Netzen durch das Internet. „Wenn zum Beispiel einer unserer Crawler auf die Webseite einer Messe geht, dann identifiziert er alle Firmen, die dort einen Stand hatten. Genauso durchsuchen wir Anmeldungen von Patenten, Neuerungen auf der Website der Firma, Blogs und Nachrichtenartikel“ erläutert Tech. „Aus der unstrukturierten Welt des Internets gewinnen wir so Daten, die wir in einer Graphendatenbank verknüpfen. Mit diesen Ergebnissen als Grundlage tritt die zweite Stufe unserer KI in Aktion. Sie klassifiziert die Unternehmen nach Industrien, Technologien und beispielsweise Nachhaltigkeitsaspekten.“

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Bild: Christoph Schieder

Übersichtlich Neukunden oder Konkurrenten erkennen

Aktuell verfügt delphai über zehn Millionen Firmendatensätze. Der Kunde kann die Software selbstständig nutzen. „Ich kann im Suchbalken Fragen eingeben wie: „Zeige mir alle Unternehmen, die Flottenmanagement-Software in Europa anbieten“, erläutert Tech. Die Maschine generiert dann den passenden Datensatz. Eine weitere Anwendung: Wir haben einen „Similarity Search Algorithmus“, also eine „Ähnlichkeitssuche“. Er identifiziert Ähnlichkeiten zwischen dem Unternehmen A und den Unternehmen B und C. „Über die „Similarity Search“ findet man auch sehr schnell Wettbewerber, aber auch ähnliche Unternehmen zu meinen Kunden, die eigentlich auch meine Kunden sein könnten. Man sieht Produkt-News, Job-News, Patente … alles übersichtlich dargestellt“, sagt Tech. So können Kunden Listen von potenziellen Kunden und Konkurrenten erstellen, ohne zeitaufwändige manuelle Recherchen über Google, Homepages und andere Quellen. „Unsere Kunden müssen nicht Unternehmensberater wie McKinsey bezahlen, damit diese ihnen aufzeigen, wo sie Neugeschäft machen könnten“, sagt Tech. Stattdessen gibt man in die Software die Daten des eigenen Unternehmens ein, und delphai schlägt Geschäftsfelder vor, die eine Verbindung zu den eigenen Kompetenzen haben. So kann ein mittelständischer Unternehmer, der Maschinen zum Fräsen von Metallteilen fertigt, sein Profil in delphai einspeisen. Dann stellt er die Suchfrage: „Wer könnte an meinen Maschinen Interesse haben?“ delphai zeigt „Sales Trigger Events“, zum Beispiel, wenn irgendwo eine Fertigungshalle eröffnet wird.

Idee zur Datenbank entstand durch eigene Erfahrungen

Robin Tech studierte Volkswirtschaftslehre, Ingenieurwissenschaften und Soziologie in Friedrichshafen, Stockholm und Hongkong. Zusammen mit Konstanze Neumann und Thomas Andrae gründete der 34-Jährige delphai und brachte die Software im Sommer 2020 auf den Markt. Sein Berufsleben begann Tech bei Audi in der Technologieentwicklung.

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Bild: Christoph Schieder

„Da habe ich gemerkt: Es ist schwierig, herauszufinden, wer künftige Partner sein können, gerade bei neuartigen Technologien“, erinnert sich Tech. Zudem stellte er im Rahmen seiner Doktorarbeit fest, wie zeitraubend es war, Daten über Unternehmen zusammenzutragen, beispielsweise herauszufinden, wer in Europa alles an Quantencomputern arbeitet.

“Google für Business-to-Business” werden

Die Idee war geboren, solche Recherchen zu automatisieren. Das Konzept überzeugt: Zu den Kunden gehören unter anderem Siemens und Audi. Aktuell hat delphai 36 Mitarbeiter. Mittelfristig soll delphai „das Google für Business-to-Business“ werden, beschreibt Tech seine Vision: „Wir wollen im Bereich Firmen- und Marktanalyse Vorreiter in Europa werden“.

Weiterhin wird ihm die Berliner Sparkasse zur Seite stehen. Das Start-up Team der Sparkasse überzeugte die Gründer von delphai von Anfang an durch „persönliche Ansprache und Verständnis für sich verändernde Geschäftsmodelle“. Grade im Zeitalter der Automatisierung sei es wichtig, dass bei der Hausbank ein Ansprechpartner leicht kontaktierbar sei und sich Zeit für individuelle Beratung nehme, sagt Tech.

www.delphai.com

Gründen mit der Berliner Sparkasse

Start-ups finden bei der Berliner Sparkasse zahlreiche Möglichkeiten für die Finanzierung, Förderung und Beratung. In unserer Serie Start-up des Monats stellen wir die Vielfalt der Unternehmen vor. Hier geht es zu unseren Start-up des Monats >>

Weitere Informationen zum Thema Gründung finden Sie auf: www.berliner-sparkasse.de/gruendung mit der Berliner Sparkasse

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