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Titel Mimose
Bild: Shutterstock
Serie: Mit nervigen Bürokollegen umgehen

Teil 1: Die Mimose

Ob Choleriker, Tratschtante, Schleimer oder Mimose: Manche Büro-Kollegen machen uns den Arbeitstag richtig schwer. Wie Sie diese Kollegen in ihre Schranken weisen und sich von ihnen nicht aus der Arbeit bringen lassen – das erfahren Sie in unserer neuen Serie. Den Anfang im „Büro-Dschungel“ macht das zarte Pflänzchen der Mimose.

Daran erkennen Sie die Mimose

Die Mimose ist in der Pflanzenwelt als schamhafte Sinnpflanze bekannt. Sie reagiert extrem empfindlich auf äußere Veränderungen und klappt bei Berührung ihre Blätter zusammen. Im Büro-Dschungel gibt es sie ebenfalls, und sie benimmt sich ähnlich wie ihr Namensgeber: bei einer vermeintlich unangenehmen Bemerkung macht sie dicht.

„Der Typus ‚Mimose‘ – oder freundlicher ausgedrückt, der Hochsensible – ist in der Arbeitswelt weit verbreitet“, weiß Job-Coach Martin Wehrle. „Das sind Menschen, die oft das Gefühl haben, niemandem gerecht zu werden und unter großer Unsicherheit leiden. Das wiederum bricht sich in Überreaktionen Bahn.“ Jede Anmerkung nimmt das zarte Gewächs persönlich, den leisesten Hauch von Kritik fasst es als schwere Kränkung auf und eigentlich ist irgendwie immer alles zu viel: vermehrte Arbeit, zu wenige Aufgaben, zu kalte Büroräume.

Das Positive an einer Mimose

Menschen, die sehr sensibel reagieren, haben auch viele Vorteile. Oft besitzen sie ein gutes Gefühl dafür, was Kunden möchten, haben eine kreative Ader und können sich leicht in andere hineinversetzen.

Die richtige Strategie

Mimose
Die Mimose ist ein zartes Pflänzchen und oft nah am Wasser gebaut. Denn sie nimmt leider alles persönlich. Bild: Shutterstock

„Um mit einem sensiblen Kollegen umzugehen, bedarf es ein wenig Fingerspitzengefühl“, sagt Martin Wehrle. Der Autor von Büchern wie „Ich arbeite in einem Irrenhaus“ und „Bin ich hier der Depp“ rät beispielweise dazu, Kritik geschickt zu verpacken. „Sagen Sie der Person immer erst, was sie gut an der Arbeit fanden, ehe Sie zu den negativen Punkten kommen. Beziehen sie die Kritik nie auf die Persönlichkeit des Hochsensiblen, sondern nur auf die Sache, ansonsten klappt die Mimose ihre Blätter zusammen. Und ganz wichtig: Suchen Sie das Gespräch unter vier Augen. Für unsichere Menschen gibt es nichts Schlimmeres, als wenn sie vor allen anderen kritisiert werden.“

Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes Gejammer der Mimose, ernst zu nehmen ist. Wenn sie in einem abgebrochenen Bleistift gleich eine Verschwörung gegen sich sieht, müssen Sie darauf nicht eingehen. Viel wichtiger ist, immer wieder die sachliche Auseinandersetzung zu suchen und die Mimose so über kurz oder lang zu desensibilisieren. Das mag anstrengend sein, aber eine andere Möglichkeit gibt es nicht, denn bei einem zarten Gewächs die Axt hervorzuholen, verursacht nur unschönes Gehäcksel.

Mehr zu unserem Experten

Martin Wehrle ist Karrierecoach und Autor. Gerade hat er sein neues Buch „ Sei einzig, nicht artig! – So sagen Sie nie mehr ja, wenn Sie Nein sagen wollen“ veröffentlicht.

Sie haben noch mehr nervige Bürokollegen? Wir haben noch ein paar Tipps parat für den Umgang mit

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