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Titel Bewerbungsgespraech 2
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Neuer Job

Bewerbungsgespräch: die häufigsten Fragen und besten Antworten

Ihr Traumjob ist zum Greifen nah – aber jetzt heißt es erst einmal: Bewerbungsgespräch bestehen. Manch einem Bewerber/ einer Bewerberin wird da Angst und Bange. Das muss aber nicht sein: Wir zeigen Ihnen wie Sie souverän und authentisch die häufigsten Fragen der Personaler beantworten.

Fachliche Qualifikationen

Sie fragen sich, wozu Fragen nach der fachlichen Qualifikation, wenn der Lebenslauf durch die Bewerbung schon vorliegt? Personaler möchten Ihnen mit diesen Fragen auf den Zahn fühlen und schauen, ob Sie das, was Ihr Lebenslauf verspricht, auch tatsächlich erfüllen können.

Mögliche Fragen

  • Warum sind Sie der perfekte Kandidat für den Job?
  • Warum sind Sie besser als andere?
  • Warum sollten wir Sie einstellen?
  • Welche Kenntnisse bringen Sie für die ausgeschriebene Stelle mit?
  • Mit welchen Programmen/Tools/Verfahren haben Sie bisher gearbeitet?
  • Welche relevanten Kenntnisse und Fähigkeiten haben Sie im Studium und während Praktika bereits erlangt?
  • Wie halten Sie sich fachlich auf dem Laufenden?

Ihre Antwort

Bitte lernen Sie für keine der Fragen im Vorstellungsgespräch Antworten auswendig. Das fällt erfahrenen Recruiting-Mitarbeitern direkt auf und wirkt wenig authentisch und hölzern.

Für die Fragen zur fachlichen Qualifikation sollten Sie die Stellenanzeige gut erinnern können. Welche Fähigkeiten und Kenntnisse sind relevant und welchen Nutzen hätte das Unternehmen, wenn es Sie einstellen würde. Stellen Sie einen Benefit heraus, versetzen Sie sich in die Perspektive des Unternehmens. Zählen Sie nicht mit Adjektiven ihre Stärken auf. Fragen Sie sich lieber: Welchen Mehrwert bieten Sie? Kann man durch Sie beispielsweise Geld und Zeit sparen? Welche Erfolge haben Sie schon verzeichnet?

Eine mögliche sachliche Antwort könnte konkret so klingen:

„Ich habe mich vorab intensiv mit Ihrer Stellenausschreibung beschäftigt und erfülle die geforderten Kompetenzen. Außerdem bringe ich Erfahrung im Bereich … mit. Aus meiner Beschäftigung im Tätigkeitsbereich … kenne ich Ihre Herausforderungen und kann Lösungen anbieten. Dadurch lässt sich Zeit und Geld sparen.“

Bewerber Vor Gespraech
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Sozialkompetenz, Persönlichkeit/ Arbeitsweise/ Chemie und Fitting im Team

Auch wenn Sie die besten fachlichen Qualifikationen mit sich bringen – Ihre Persönlichkeit ist mindestens genauso wichtig. Schließlich sollten Sie ins Team passen und mit Ihren Kollegen arbeiten können. Aber auch Ihr Umgang mit Stresssituationen oder Kritikfähigkeit sind für Personaler interessante Soft Skills, die abgefragt werden können.

Mögliche Fragen

Sozialkompetenz, Persönlichkeit

  • Was sind Ihre Stärken und Schwächen?
  • Wie würden Ihre Freunde Sie beschreiben?
  • Was war Ihr größter Fehler? Was haben Sie aus diesem gelernt?
  • Mit welchem Tier würden Sie sich vergleichen?
  • Nennen Sie 3 positive Dinge, die Ihr ehemaliger Chef über Sie sagen würde.
  • Und was würde er Negatives über Sie sagen?
  • Welche drei positiven Charaktereigenschaften fehlen Ihnen?
  • Wovor haben Sie am meisten Angst?
  • Was irritiert Sie am meisten an anderen Menschen und wie gehen Sie damit um?
  • Was sollte ich über Sie unbedingt wissen?
  • Wohin möchten Sie sich in Ihrer Karriere entwickeln?
  • Was ist Ihr größter Erfolg, den Sie außerhalb Ihres Berufs erreicht haben?
  • Was sind Ihre großen Lebensträume?
  • Wo möchten Sie in zehn Jahren sein?
  • Welche Hobbys haben Sie?
  • Wer sind Ihre Vorbilder?
  • Welchen Stellenwert hat Ihre Familie für Sie?

Arbeitsweise

  • Wie motivieren Sie sich?
  • Was war das letzte Projekt, an dem Sie gearbeitet haben?
  • Was war das Ergebnis dieses Projekts?
  • Welche Techniken oder Werkzeuge nutzen Sie, um sich selbst zu organisieren?
  • Was tun Sie wenn Sie wüssten, dass Sie Ihre Tagesaufgaben unmöglich alle schaffen können?
  • Wie stellen Sie Ihre Vertrauenswürdigkeit im neuen Team unter Beweis?
  • Wie fühlen Sie sich, wenn Sie ein „Nein“ als Antwort erhalten?
  • Wie haben das letzte Mal einen Kollegen kritisiert?
  • Wie reagieren Sie, wenn sich jemand im Team auf der Arbeit anderer ausruht?
  • Wie gehen Sie mit Veränderungen um?
  • Welche Aufgabe war für Sie zu schwer und wie haben Sie das Problem gelöst?
  • Was werden Sie in den ersten 30 Tagen dieses Jobs unternehmen?

Chemie und Fitting im Team

  • Für was waren Sie in Ihrem alten Job verantwortlich?
  • Wie sieht das ideale Unternehmen für Sie aus?
  • Was wäre für Sie eine ideale Arbeitssituation?
  • Wann waren Sie in Ihrem Job am meisten zufrieden?
  • Welche Kultur reizt Sie mehr – strukturiert oder unternehmerisch?
  • Was trifft mehr auf Sie zu: Sie sind detailorientiert – Sie sind visionär?
  • Was ist besser: Sollte ein Chef geliebt oder gefürchtet werden?
  • Was sind die zentralen Eigenschaften einer guten Führungskraft?
  • Und einer schlechten?
  • Was ist der Unterschied zwischen gut und außergewöhnlich?
  • Welche Konflikte haben Sie in Ihren bisherigen Jobs schon erlebt?

Ihre Antwort

Seien Sie ehrlich und zeigen Sie sich authentisch. Gehen Ihnen die Fragen jedoch zu weit und Sie fühlen sich bei der Beantwortung unwohl, dann dürfen Sie das ebenfalls sagen. Schließlich sagt auch das wieder einiges über Sie aus. Bitten Sie in dem Fall zum Beispiel darum, mehr über die ausgeschriebene Stelle zu sprechen. Hier geht es um Sie, sie sollten sich also nicht verstellen. Im Arbeitsalltag kommt die Persönlichkeit schnell, auch während der Probezeit durch. Sollten Sie nicht ins Team und zur Unternehmenskultur passen, tun Sie sich selber keinen Gefallen, wenn Sie bei diesen Antworten nicht ehrlich zu sich und dem Personaler/ der Personalerin sind.

Motivation

Die intrinsische Motivation, also die Motivation, von innen heraus, aus dem eigenen Wunsch und Streben des Bewerbers ist die beste Motivation, sowohl für Bewerber wie auch für das Unternehmen. Recruting-Prozesse sind mit Kosten verbunden, weshalb Unternehmen nicht gewillt sind, Mitarbeiter einzustellen, die nach kurzer Zeit wieder gehen wollen oder die Stelle nur als Zwischenstation und wegen eines sehr guten Gehalts nutzen.

Mögliche Fragen

  • Was werden Sie an Ihrem letzten Job am meisten vermissen?
  • Was wissen Sie über unser Unternehmen?
  • Was wissen Sie über unsere Branche?
  • Was haben Sie vorher verdient?
  • Welches Gehalt stellen Sie sich vor?
  • Wie lange würde es dauern, bis Sie bei uns einen signifikanten Beitrag leisten?
  • Wenn Sie jemanden für den Job befragen würden, worauf achten Sie?
  • Wieso haben Sie sich (ausgerechnet) bei uns beworben?
  • Warum haben Sie sich für diese Stelle beworben?
  • Was erwarten Sie sich von diesem Job bzw. vom Unternehmen?
  • Welche Ziele verfolgen Sie mit diesem Job?
  • Warum haben Sie Ihren bisherigen Job aufgegeben?
  • Welchen Bezug haben Sie zu unserer Firma bzw. zu unseren Produkten oder unserer Branche?
  • Wären Sie bereit, für die ausgeschriebene Position umzuziehen?

Ihre Antwort

Bestenfalls sind Sie intrinsisch motiviert und brennen für die neue Stelle. Dann erzählen Sie das, gerne auch mit einem Hauch Euphorie, hier kommt es natürlich auch wieder auf Ihre Glaubwürdigkeit an. Achten Sie aber unbedingt darauf, nicht über Ihren ehemaligen Arbeitgeber herzuziehen. Man könnte Ihnen dadurch Loyalität absprechen.

Skeptischer Business-mann
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Stressfragen

Bei den sogenannten Stressfragen gilt es, tief durchzuatmen und sie keinesfalls persönlich zu nehmen. Hier sollen Ihre Stressresistenz und Toleranzgrenze getestet werden.

  • Warum haben Ihre bisherigen Bewerbungen noch keinen Erfolg gehabt?
  • Sie haben also Ihre Ziele im bisherigen Job nicht erreicht…
  • Woher wissen Sie, dass Sie einen guten Job gemacht haben?
  • Wann haben Sie das letzte Mal die Regeln gebrochen und warum?
  • Erzählen Sie mir etwas von sich, das nicht in Ihrem Lebenslauf steht.
  • Da sind aber einige versteckte Botschaften in Ihrem Arbeitszeugnis!
  • Warum waren Sie noch nie weit weg von Ihrem Heimatort oder im Ausland?
  • Erklären Sie mal einem Blinden die Farbe Rot!
  • Warum haben Sie so lange studiert?
  • Weshalb haben Sie schon drei Praktika absolviert und wurden nie übernommen?
  • Warum wollen sie Ihren bisherigen Arbeitsplatz schon nach zehn Monaten wieder wechseln?
  • Eigentlich sind Sie für den Job über-/unterqualifiziert. Warum haben Sie sich trotzdem beworben?
  • Wie schätzen Sie Ihre Leistung im Vorstellungsgespräch bisher ein?
  • Was mochten Sie an Ihrem bisherigen Job am wenigsten?

Ihre Antwort

Antworten Sie ruhig und souverän. Ehrlichkeit ist hier nicht das oberste Gebot. Verschönen Sie gegebenenfalls Ihre Antworten und geben Sie nicht zu offen alles preis, was Ihnen an dieser Stelle schaden könnte. Wenn Sie beispielsweise die Frage nach einem längeren Studium damit beantworten, dass Sie lieber Partys machten, anstatt zu lernen, wird das bei einem potenziellen neuen Arbeitgeber sehr wahrscheinlich gar nicht gut ankommen.

Brainteaser & Schätzfragen

Bei diesen Fragen geht es den Personalverantwortlichen darum, zu schauen wie Sie an Aufgaben herangehen. Wie logisch oder analytisch denken Sie? Wie kreativ und innovativ sind Ihre Lösungswege?

Mögliche Fragen

  • Warum sind Gullideckel rund?
  • Wie viel wiegt Manhattan?
  • Wie viele Kinder sind in China im letzten Januar geboren worden?

Praktische Aufgaben anstatt von Fragen könnten sein:

  • Streichhölzer umlegen, damit eine Gleichung stimmt
  • Punkte mit einer minimalen Anzahl von Strichen verbinden
  • Zahlenreihen ergänzen

Ihre Antwort

Sollten Sie sich auf keine Stellenanzeige im Bereich eines Ingenieurs oder Naturwissenschaftlers bewerben, die Ihnen mathematische und logische Denkmuster abverlangt, dann punkten Sie zumindest mit Kreativität, Souveränität und Ideenreichtum. Stellen Sie Ihre Gedankengänge vor und wenn Sie sich verzetteln, nehmen Sie es mit Humor. Nobody is perfect! Das werden auch die Personaler als sympathisch auffassen. Hier geht es nicht um die richtige Lösung, sondern um ihre Art mit dem Lösungsweg umzugehen.

Fangfragen

Sie sind eng verwandt mit den Stress- und Schätzfragen. Allerdings packen die zuständigen Personaler hier noch eine Schüppe an Gemeinheiten oben drauf, um Sie bewusst ins offene Messer laufen zu lassen. Seien Sie also wachsam. Was sich teilweise wie seichter Smalltalk anhört, kann die Absicht haben, Sie aufs Glatteis zu führen.

Mögliche Fragen

  • Erzählen Sie doch mal was von sich.
  • Familie oder Beruf, was ist Ihnen wichtiger?
  • Glauben Sie, sich in einem Männerteam durchsetzen zu können?
  • Trauen Sie sich die Belastung zu?
  • Sind Sie bereit, Überstunden zu machen?

Ihre Antwort

  • Erzählen Sie doch mal was von sich.
  • Streuen Sie gezielt Infos ohne zu ausschweifend und privat zu werden. Bewahren Sie eine professionelle Distanz.
  • Familie oder Beruf, was ist Ihnen wichtiger?
  • Als Berufseinsteiger können Sie sagen, dass die Familienplanung noch Zeit hat und flexible Arbeitszeiten in dem Fall später helfen können, Beruf und Familienleben unter einen Hut zu bringen.
  • Glauben Sie, sich in einem Männerteam durchsetzen zu können?
  • Berichten Sie von Situationen, in denen Sie sich durchgesetzt haben und zeigen Sie als Frau, dass Gleichberechtigung für Sie selbstverständlich ist.
  • Sind Sie bereit, Überstunden zu machen?
  • Weder ein klares „Ja“, noch ein „Nein“ sind hier die richtige Antwort. Merken Sie an, dass Sie Aufgaben in Ihrer Arbeitszeit effizient angehen und beenden können und dass Sie in besonderen Situationen zu Überstunden bereit sind.

Unerlaubte Fragen

Es gibt Fragen, die gesetzlich nicht gestattet sind.

Mögliche Fragen

  • Sind Sie sind häufig krank?
  • Sind Sie schwanger?
  • Sind Sie Mitglied einer politischen Partei?
  • Sind sie religiös?

Ihre Antwort

Auf diese Fragen müssen Sie entweder nicht antworten oder Sie dürfen Sie verneinen, auch wenn das nicht der Wahrheit entspricht. Sollten Sie jedoch krank oder schwanger sein und diese Tatsache könnte Ihren Job oder Ihre Gesundheit beeinflussen, dann klären Sie die Möglichkeiten mit den Personalverantwortlichen dazu ab.

Rückfragen

Nun sind Sie selber an der Reihe, Fragen an den Interviewer/ die Interviewerin zu stellen. Wenn Sie keine Rückfragen stellen, könnte das von mangelndem Interesse zeugen.

Mögliche Fragen

  • Wie läuft die Einarbeitung ab?
  • Wie werden im Team Entscheidungen getroffen
  • Wie groß ist das Team, in dem ich arbeiten würde?
  • Welche Tools werden im Unternehmen genutzt?
  • Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es?
  • Gibt es langfristig die Möglichkeit, Personalverantwortung zu übernehmen?

Nun sollte einem erfolgreichen Bewerbungsgespräch nichts mehr Weg stehen.

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