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Titel Bewerbungsgespraech
Bild: Shutterstock
Bewerbungsstudie

Wer etwas übertreibt, gewinnt

Etwas bei den eigenen Qualifikationen übertreiben, gefällige Antworten geben: Faking in Bewerbungsgesprächen ist eine große Versuchung. Eine Studie der Universität Ulm und St. Louis (USA) zeigt jetzt: Faker bekommen tatsächlich eher Stellen und Studienplätze als ehrliche Antwortgeber.

U

m Faking in Auswahlgesprächen auf die Spur zu kommen, haben die Wissenschaftler ein umfangreiches Experiment mit 111 Probanden gemacht: Einmal sollten sie in Bewerbungsgesprächen übertreiben. Als Anreiz winkten Geldpreise. Beim zweiten Termin zehn Tage später sollten sie über mittelmäßige Leistungen so ehrliche Antworten wie möglich geben.

Bewerbungsgespraech 2
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Hohe soziale Fähigkeiten für Faking nötig

Dabei zeigte sich: Wer etwas übertreibt, gewinnt. Kandidaten, die ihre Antworten den vermuteten Anforderungen anglichen und mittelmäßige Leistungen in einem besseren Licht darstellten, wurden tatsächlich besser beurteilt. Die gute Nachricht für Personaler an dieser Stelle: Um zu faken, müssen die Bewerber hohe soziale und kognitive Fähigkeiten mitbringen – und sind somit meistens in der Tat ein Gewinn fürs Team.

Bewerbungsgespraech 1
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„Bewerber müssen blitzschnell die Ziele des Interviewers erkennen und eine Antwort formulieren, die zum bisherigen Wissen des Gesprächspartners über ihre Person passt“, erklären Anne-Kathrin Bühl und Klaus Melchers von der Abteilung für Arbeits- und Organisationspsychologie der Universität Ulm, die die Studie zusammen mit der Universtät St. Louis gemacht haben.

Achtung, auch in der Probezeit bestehen

Und die gute Nachricht für Bewerber: die englische Redewendung „Fake it till you make it“ (Tu so als ob, bis du es kannst), ist nun auch wissenschaftlich belegt. Dabei liegt die Betonung allerdings auf etwas – wer sich im Bewerbungsgespräch völlig falsch darstellt, muss bedenken, dass ja noch die Probezeit folgt.

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