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Titel Zukunft
Bild: Barbara Dietl
Zukunft

„Mit Legosteinen zur optimalen Altersvorsorge“

Wie sieht die Berliner Sparkasse von morgen aus? Wir sprachen mit fünf jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über Visionen und Veränderungen für Arbeitsalltag, Finanzwelt und die Rolle der Berliner Sparkasse im Kiez.

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ier wird die Zukunft der Berliner Sparkasse geplant: Im „Birds Nest”, dem Innovationslabor der Berliner Sparkasse in der Weddinger Brunnenstraße, sind neue Ideen gefragt. Beim kreativen Vorausdenken unterstützen modernste Konferenztechnik und ein flexibles Raumkonzept. Hierarchien und die Anrede „Sie” bleiben vor der Tür.

# Arbeitswelt

Chancengleichheit, Familienfreundlichkeit, Gesundheitsförderung oder Work-Life-Balance: Die Berliner Sparkasse gehört zu den größten Arbeitgebern der Stadt, und zu den modernsten. Durch digitale Technik wird sich die Arbeitswelt auch in Zukunft stark verändern.

Welche Auswirkungen hat das auf die Arbeitsbedingungen bei der Berliner Sparkasse?

Korbinian: Alle Standardprozesse lassen sich bald komplett automatisiert erledigen. Menschen arbeiten dann vor allem innovativ an Produkten und Prozessen und müssen im Tagesgeschäft nur noch gelegentlich als Problemlöser eingreifen. Deshalb werden wir noch mobiler und projektbezogener arbeiten.

Maurice: Wir werden uns vor allem mit neuen Themen beschäftigen. Diese werden wir viel interdisziplinärer angehen als bisher. Wir brauchen dann vor allem passgenaue Kompetenzen im ganzen Unternehmen. Die bisherige Organisationsstruktur wird nach und nach in den Hintergrund treten.

Constanze Semmler
Constanze Semmler (31), Produktmanagement Firmenkunden, Teilnehmerin der Silicon-Valley-Studienreise Bild: Barbara Dietl

Constanze: Wir stellen schon heute fest, dass die meisten neuen Ideen nicht nur einen Bereich, sondern das ganze Unternehmen betreffen. Und dass für unser Ziel auch Ideen von außerhalb hilfreich sein können.

Thea: Wir müssen uns in Zukunft im Unternehmen noch mehr vernetzen, um von möglichst vielen Perspektiven profitieren zu können und schneller entscheiden zu können. Und auch wenn ich gerade von einer Prognose gehört habe, dass künstliche Intelligenz schon 2028 intelligenter als wir Menschen sein soll: In unseren Jobprofilen werden Kreativität, Innovation und das Lösen neuartiger Probleme sicher eine viel stärkere Rolle spielen.

Jeanette: Ich als Kundenbetreuerin, die weniger in Projekten arbeitet, sondern den Kundenkontakt hält, erwarte viel mehr Mobilität. Die Anzahl der stationären Filialen verringert sich und Öffnungszeiten werden weniger starr. Stattdessen werden wir flexibel auf die Terminwünsche des Kunden reagieren.

Maurice: In diesem Wandel stecken wir mittendrin. Kunden kommen schon jetzt seltener in eine Filiale als noch vor drei Jahren. Es gibt viele neue Kontaktmöglichkeiten, in Zukunft wird sich der Kunde über seine App unsere kompetente Beratung vielleicht nach Hause oder in ein Café bestellen.

Thea Neumann
Thea Neumann (29), Personalentwicklung, Mitarbeit im Silicon-Valley-Projekt Bild: Barbara Dietl

Thea: Die volle Flexibilität ist eine Herausforderung sowohl für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als auch für den Arbeitgeber. Vor allem zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf erfordert sie neue Arbeitszeitmodelle und eine flexible Arbeitsplatzgestaltung.

Constanze: Kundenbedürfnisse wandeln sich immer schneller. Umso wichtiger wird damit der direkte Draht zum Kunden, der permanente Dialog. Das kann dann schon mal heißen, Ideen mit Kunden zu besprechen oder Produkte testen zu lassen, die noch gar nicht 100 Prozent perfekt sind. Wir haben schon immer aus der Kundenperspektive gedacht, gehen dabei aber heute neue, offene Wege.

Die Berliner Sparkasse blickt auf eine 200-jährige Tradition und Finanzkompetenz zurück. Doch auf einmal konkurriert sie auch mit internationalen Finanz-Start-ups. Muss sie selbst so agil wie ein Start-up werden?

Maurice: Wir sind auf dem besten Weg. Die Möglichkeiten, die die Berliner Sparkasse uns jungen Menschen gibt, zeigen doch, dass neue Ansätze gefördert werden. Nicht allen Kolleginnen und Kollegen fällt es dabei leicht, sich auf ganz neue Herangehensweisen einzulassen. Für viele klingt es erst einmal absurd, wenn wir hier im „Birds Nest” neue Ideen manchmal mit Legosteinen umsetzen und ausprobieren.

Constanze: Noch vor ein paar Jahren gab es schon eine gewisse Panik: Auf der einen Seite die traditionelle Sparkasse, auf der anderen Seite die hippen Start-ups. Diese Konkurrenzsituation hat uns aber auch angespornt und viele eigene Innovationen hervorgebracht. Und wir haben auch erkannt, dass tolle Dinge entstehen können, wenn wir unsere Ideen austauschen und gemeinsam reifen lassen.

Korbinian Dress
Korbinian Dress (28), Unternehmensentwicklung, Mitglied im Team “Kulturwandel in der Berliner Sparkasse” Bild: Barbara Dietl

Korbinian: Aber auch für viele dieser „FinTechs” war es ein Lernprozess. Am Anfang dachten manche ein bisschen arrogant, dass sie viele Lösungen schneller und günstiger als eine Bank anbieten könnten. Doch je tiefer sie in den Markt einstiegen und sich mit einem streng regulierten Umfeld in Niedrigzinszeiten bewähren mussten, merkten sie, wie kompliziert das Geschäft ist.
Nicht alle neuen Ideen sind erfolgreich. Ist bei der Entwicklung von neuen Produkten und Konzepten auch ein Scheitern vorgesehen?

Constanze: Klar entwickeln wir auch Innovationen, die sich nicht durchsetzen. Aber wir prüfen frühzeitig, ob das Produkt am Markt bestehen könnte, sodass sich unser Arbeitsaufwand und ein möglicher Schaden für das Unternehmen in Grenzen hält.

Maurice: Fehler sind erlaubt, aber lerne daraus – und vor allem: Berichte darüber! Wir planen eine „Fuck-up-Night”, wo man aus den Fehlern der anderen lernen kann.

Korbinian: Im Silicon Valley, aber auch hier in Berlin wird Start-ups ein Scheitern nicht unbedingt negativ angekreidet. Es wird eher als Erfahrung gewertet, die einen für das nächste Mal besser macht. Viele Gründer bekommen erst beim zweiten oder dritten Anlauf Venture Capital.

# Finanzdienstleistung

1978 gab es den ersten Berliner Geldautomaten am Ku’damm. Seitdem hat die Digitalisierung die Bankbranche radikal verändert. Die Berliner Sparkasse ist bereit für die Zukunft, wie Deutschlands populärste Finanz-App oder neue Beratungskonzepte in der Filiale am Alexanderplatz beweisen. Trotzdem muss sie sich fortwährend neu erfinden, denn die Bedürfnisse der Kunden ändern sich rasant.

Die Berliner Sparkasse steht für hohe Beratungsqualität, Sicherheit und für eine starke Verbindung mit der Stadt. Ist das ein Wettbewerbsvorteil in einer Finanzbranche, die sich im Umbruch befindet?

Jeanette: Ich erlebe bei vielen neuen Kunden, die zur Berliner Sparkasse gewechselt sind, dass sie vor allem wegen unserer Zuverlässigkeit auch in schwierigen Zeiten zu uns gekommen sind. Aber sie haben auch mitbekommen, dass wir das „verstaubte Image” schon lange abgelegt haben und Tradition und Modernität keinen Widerspruch bilden. Das erleben sie in meiner Filiale am Alexanderplatz hautnah, die nach dem Umbau nicht mehr aussieht wie eine herkömmliche Niederlassung. Wir sind ein Forum, in dem sich die Kunden auch austauschen können. Unsere Tradition, Zukunftsfähigkeit und Nähe sind ein großer Pluspunkt.

Constanze: Ich glaube, unseren Kunden wird es immer wichtiger, dass der klassische Zahlungsverkehr, mit dem sich ja niemand gerne beschäftigt, ein leichter und selbstverständlicher Bestandteil ihres Alltags wird. Dass sie alles auf einen Blick haben, egal ob Filialbank, Direktbank oder Fin-Tech. Das heißt, wir entwickeln uns weg von einem klassischen Finanzdienstleister hin zu einem Multi-Produktanbieter.

Die Wege zu den Kundinnen und Kunden werden in Zukunft also vielfältig sein?

Thea: Das sind sie jetzt schon, wir müssen die vorhandenen Angebote weiter ausbauen und auch neue Wege finden. Ich glaube nicht, dass das eine Generationenfrage ist, sondern dass ganz allgemein unterschiedliche Bedürfnisse bei unseren Kunden bestehen. Wir müssen viele einfache Zugänge zur Berliner Sparkasse anbieten.

Korbinian: Es ist auch wichtig, dass die verschiedenen Kontaktkanäle miteinander verknüpft sind. Eine Anfrage, die ich im Chat begonnen habe, muss ich in der Filiale fortsetzen können.

Könnt ihr mal in die Glaskugel schauen, wie Bankdienstleistung in 25 Jahren aussehen könnte? Gibt es dann noch Bargeld? Welche technischen Lösungen sind längst Standard?

Maurice Meyer
Maurice Meyer (28), Medialer Vertrieb, Gründungsmitglied des “Birds Nest” Bild: Barbara Dietl

Maurice: Ich stelle mir das so vor: Sämtliche Post kommt längst elektronisch, das Postfach erkennt automatisch alle Rechnungen, ich muss die Bezahlung nur noch freigeben. Bequemer geht’s nicht. Die Sparkasse agiert dabei als effizienter Dienstleister im Hintergrund. Sie sollte meinen Zahlungsverkehr, meinen Steuerberater, das Finanzamt oder meine Krankenkasse bequem verknüpfen und mir viel Zeit sparen.

Korbinian: Schon über die Hälfte des Handelsumsatzes wird in Deutschland bargeldlos erwirtschaftet. Je mehr Händler das anbieten und je mehr Konsumenten gute Erfahrungen machen, desto schneller wird es wachsen. Aber die vollständige Ablösung des Bargelds ist sicher noch ferne Zukunftsmusik.

# Berlin

Die Verwurzelung in der Stadt gehört zur DNA der Berliner Sparkasse. Sie steht für Regionalität und eine starke Verbindung mit den Kiezen. Durch das gemeinnützige Engagement unterstreicht die Berliner Sparkasse ihre Verantwortung für die Bürger der Stadt.

Wir sprachen gerade über eine Zukunft der Berliner Sparkasse als mehr oder weniger rein technischer Finanzdienstleister. Wie wichtig ist dann noch das „Berliner” in der Sparkasse?

Constanze: Auch wenn wir in Zukunft viele unserer Dienstleistungen rein digital abwickeln, wird die Nähe zum Kiez immer bleiben. Die Rolle der Berliner Sparkasse wird sich nur verändern.

Jeanette Goebel
Jeanette Goebel (24), Firmenkundenbetreuerin, Mitglied im Netzwerk FK-YoungStars Bild: Barbara Dietl

Jeanette: Unsere Standorte entwickeln sich schon jetzt immer mehr zu einer Plattform für unsere Kunden oder für Vereine, die wir betreuen. Vielleicht ist die Filiale der Zukunft eher ein Forum, wo sich unsere Kunden immer noch beraten lassen können, wo sie aber auch mit anderen Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen können. Das ist doch das, was man im digitalen Zeitalter sucht.

Maurice: Wir bieten tatsächlich ein Ökosystem, das die Berlinerinnen und Berliner zusammenbringen kann. Ein Firmenkunde hat ein Angebot zur Freizeitgestaltung, der Privatkunde erfährt davon bei der Sparkasse. Mehr Regionalität geht nicht. Durch die Digitalisierung wird mein Horizont zwar immer globaler. Aber gleichzeitig wird mein eigener Kiez wichtiger. Und das ist die große Chance für eine regionale Marke wie die Berliner Sparkasse.

Die Berliner Sparkasse von morgen - Gestalten Sie mit!

In der „Innovation Community” der Berliner Sparkasse werden neue Produkte und Ideen vorgestellt. Kundinnen und Kunden können diese im Rahmen von Umfragen oder offenen Forumsdiskussionen bewerten. Jetzt registrieren:

www.innovation.berliner-sparkasse.de

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