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Berliner Moneten

Lukrativer Import

1734: Einfuhrsteuern sollen die Stadtkasse sanieren. Dafür wird eine Zollmauer errichtet. Händler müssen ihre Waren nun an einem der 14 Tore deklarieren.

Berliner Zollmauer
Bild: Martin Haake
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uch vor knapp 300 Jahren war Berlin auf der Suche nach mehr Einnahmen. Insbesondere die Aufrüstungspläne des preußischen „Soldatenkönigs“ Friedrich Wilhelm I. kosteten Unsummen.

Er ließ deshalb ab 1734 eine Zollmauer errichten, an der Steuern auf eingeführte Waren in die boomende Handelsmetropole erhoben wurden. Sie ersetzte die mittelalterliche Stadtmauer und umfasste bereits das siebenfache der Fläche der alten Residenzstadt. Es gab 14 Tore, die meist nach einer Stadt benannt waren, die in Richtung des Tores lag – und die bis heute den Stadtplan prägen. Allen voran das Brandenburger Tor: Es ist das einzige erhaltene Stadttor, das in seiner heutigen Form beim Ausbau der Mauer 1789 errichtet wurde.

Der Verlauf lässt sich auch an Orten wie Oranienburger Tor, Frankfurter Tor, Kottbusser Tor oder Hallesches Tor ablesen. Wo die Spree die Mauer kreuzte, wurden Schiffe durch schwimmende Holzbalken gestoppt, im Osten durch den sogenannten Oberbaum anstelle der heute gleichnamigen Brücke.

Während der Industrialisierung vergrößerte sich das Berliner Stadtgebiet rasant. Ab 1867 wurden die Mauer und fast alle Tore abgerissen. Heute lässt sich in der Hannoverschen Straße 9 in Mitte noch ein denkmalgeschütztes Mauerstück besichtigen.

Serie: Berliner Moneten

Wenn’s um Geld geht, vertrauen Berliner seit fast 200 Jahren der Berliner Sparkasse. Wir erinnern an Höhen und Tiefen der Wirtschaftsgeschichte an der Spree. Lesen Sie hier weitere Teile unserer Serie:

1369: Das junge Berlin darf erstmals selbst Münzen prägen.
1685: Der Große Kurfürst gründet die Berliner Börse

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