Pack das Urlaubsschnäppchen ein
Bild: Christoph Schieder
Spar-Tipps

Urlaubsschnäppchen

Fernweh 2017: Gibt es günstige Reisen nur im Internet? Ist das Last-Minute-Angebot preiswerter als Ferien mit Frühbucherrabatt? Für wen lohnt der Gang ins Reisebüro? BerlinerAkzente verrät, worauf Urlauber vor der Reise achten sollten.

Urlaub bedeutet Entspannung, viel Zeit und möglichst wenig Stress. Urlaubsbuchungen bedeuten oftmals das Gegenteil: Wohin soll es gehen, welche Jahreszeit eignet sich, wie hoch ist das Budget? Sind die wichtigsten Fragen geklärt, fängt die Suche an: Preise vergleichen, Online-Portale durchforsten, auf Flugangebote warten und Hoteloptionen abwägen.

Alternativ dazu ist der Gang ins Reisebüro oder der Anruf bei einem Reiseagenten möglich – aber lassen sich die günstigeren Angebote nicht eher im Internet finden? Nein, sagt Falk Murko, Reiseredakteur bei Stiftung Warentest: „Grundsätzlich gilt: In einem Reisebüro kostet dieselbe Reise genauso viel wie bei einem Online-Portal.“ Allerdings bieten die klassischen Reisebüros und -agenten Vorteile in Sachen Service, denn sie haben Preisvergleiche auf einen Blick und können den Urlaub ganz nach den Bedürfnissen der Kunden zusammenstellen.

Fachleute für kompliziertere Wünsche

Falk Murko
Reise-Experte Falk Murko: „Online-Buchungen sind nicht immer billiger.“ Bild: Stiftung Warentest

Genau diese personalisierte Beratungsleistung bietet auch Reiseagentin Jana Buhl: „Ich erfrage erst einmal ganz genau die Wünsche und Vorstellungen der Gäste. Dann erstelle ich ein individuelles Angebot und sende alle Informationen – samt Bildern und Flugzeiten – via E-Mail an den Kunden.“ Jana Buhl hat die Möglichkeit, über ein reisebürointernes Programm einen direkten Preisvergleich abzufragen und nach verschiedenen Kriterien wie etwa Familienfreundlichkeit oder dem Sportangebot vor Ort zu sortieren.

Zudem kann sie Flüge bei Interesse für einen bestimmten Zeitraum unverbindlich reservieren. „Portale im Netz zeigen selten alle Airlines an, sondern vergleichen nur ausgewählte Firmen“, so Buhl, die seit 1997 in der Reise-Branche arbeitet. „Und wir informieren unsere Kunden sofort über Flugzeitänderungen oder -streichungen, kümmern uns, falls eine Umbuchung notwendig wird.“

Ein weiterer Vorteil: Auf dem Computer der Reiseagentin werden nur die Angebote angezeigt, die tatsächlich vorhanden sind. Das spart Zeit und Nerven. Denn oftmals locken günstige Preise für Reisen, die gar nicht mehr buchbar sind. Dieses Problem kennen auch die Tester von Stiftung Warentest, die Ende letzten Jahres feststellten, dass bei den verglichenen Online-Reiseseiten rund jedes zehnte Angebot nicht verfügbar war.

So können Sie sparen

Für den Flugpreisvergleich im Internet empfiehlt Falk Murko unter anderem die Seiten www.billigflieger.de , www.swoodoo.de oder www.momondo.de . Diese Portale vergleichen ausschließlich Preise, bieten selbst aber keine Reisebuchungen an.

Günstige Unterkünfte finden Spontane etwa unter hrs.de , oder www.booking.com und können sich dort auch direkt die Nutzerbewertungen ansehen. www.trivago.de vergleicht wiederum viele Anbieter-Seiten.

Der Berliner Shoppingclub für Reisen www.tripjoker.de vermittelt vom Kurztrip nach Österreich bis zum Wellnessaufenthalt in Vietnam vielfältige Schnäppchen. Die Angebote sind allerdings nur begrenzt vorhanden.

Voreinstellungen bei der Online-Buchung beachten

„Die Qualität von Reiseportalen ändert sich permanent“, so Falk Murko. „Wer heute noch als besonders kundenfreundlich im Test bewertet wurde, kann morgen schon undurchsichtige Methoden nutzen.“ Er weist auf die klassischen Kostenfallen bei Online­portalen hin, wie etwa zusätzliche Gebühren oder tückische Voreinstellungen.

So ist beispielsweise bereits ein Häkchen für den Abschluss einer Reiseversicherung gesetzt, das der Nutzer eigenständig deaktivieren muss. Und für die Zahlung per Kreditkarte erheben einige Anbieter überteuerte Gebühren. Auch erst am Ende des Buchungsvorgangs aufgeführte Beratungskosten treiben die vermeintlich günstigen Preise in die Höhe. Ähnlich ist es bei sogenannten Billigfliegern: Hier werden in der Regel Bearbeitungsgebühren, Check-In oder Gepäckaufgabe zusätzlich berechnet.

„Verbraucher, die das Internet dem Reisebüro vorziehen, sollten in jedem Fall sehr aufmerksam sein – auch, wenn sie ihre eigenen Daten eingeben“, so Reiseexperte Murko. „Wird während der Buchung versehentlich ein Fehler gemacht, muss sie storniert werden – und das ist meist mit Kosten verbunden.“ Das Reiseziel sollte ebenfalls genauestens unter die Lupe genommen werden. Sonst kann es passieren, dass man ganz woanders landet, als gedacht – etwa in Sidney in den USA anstatt in der berühmten australischen Metropole.

Schnäppchen gibt es für Flexible

Wer bei Reiseziel und Zeitraum flexibel ist, kann im Netz allerdings wirkliche Angebote finden. Einige Seiten haben beispielsweise täglich wechselnde günstige Hotelzimmer im Programm, da sie mit den Anbietern spezielle Preise aushandeln. Auch Online-Shoppingclubs für Reisen funktionieren nach diesem Prinzip: Die Hotels bekommen kurzfristig ihre Räume vermietet und die Nutzer dafür einen ordentlichen Rabatt.

Ebenfalls flexibel sollten Verbraucher bei Last-Minute-Angeboten sein – denn die Auswahl an Reisezielen ist sehr begrenzt. War Last-Minute früher noch ein Synonym für besonders günstige Ferien, handelt es sich heute nicht immer um ein Schnäppchen. Früh­bucherrabatte sind zumeist die günstigere Variante, bestätigt Sibylle Zeuch vom Deutschen Reiseverband (DRV). Veranstalter gehen für Frühentschlossene gerne mit dem Preis runter, denn sie erhalten im Gegenzug Planungssicherheit.

Im Reisebüro können Urlauber immer nach solchen Angeboten fragen. Doch egal, für welche Variante man sich entscheide – im Netz oder via Agent – wichtig sei es, betont Pressesprecherin Zeuch, sich immer einen Sicherungsschein aushändigen zu lassen, der die Insolvenzversicherung des Anbieters bestätigt.

Und wenn dann alle Infos zu notwendigen Visa, Impfungen oder Sicherheitsmaßnahmen beisammen sind, steht einem erholsamen Urlaub nichts mehr im Wege.

Die Welt zu Gast in Berlin:

Die weltgrößte Reisemesse, die Internationale Tourismusbörse (ITB) findet jährlich im März auf dem Berliner Messegelände statt:

www.itb-berlin.de

„Hinter Katalogdeutsch verbergen sich unschöne Überraschungen.“

Die Berliner Reise-Expertin Jana Buhl hat Tipps für die clevere Urlaubsbuchung.

Jana Buhl
Hat Tipps für eine clevere Reisebuchung: Branchen-Kennerin Jana Buhl. Bild: Mike Auerbach

Worauf sollten Urlauber bei Schnäppchen unbedingt achten?
Damit es kein böses Erwachen gibt, sollten die tatsächlichen Leistungen des jeweiligen Angebots unbedingt vorab geprüft werden. Manchmal ist zum Beispiel der Transfer vom Flughafen gesondert zu zahlen. Bei Flügen kostet unter Umständen das Gepäck, eine Sitzreservierung oder vegetarisches Essen extra. Außerdem sollten Verbraucher auf die Flugzeiten achten. Hier lassen sich zum Teil zwei ganze Urlaubstage gewinnen – oder eben verlieren.

Gibt es weitere Fallstricke bei Urlaubsbuchungen – auch wenn es keine Schnäppchen sind?
Ja, zum Beispiel die berühmte Hotelkategorie: Handelt es sich um drei Sterne nach sogenannter Landeskategorie oder stammt die Einordnung vom deutschen Veranstalter? Hinter Katalogdeutsch verbergen sich oft unschöne Überraschungen: „Zentrale Lage“ heißt womöglich mitten auf der Partymeile und „Meerseite“ schließt den „Meerblick“ nicht automatisch mit ein. Bucht man im Internet, können Nutzerbewertungen hilfreich sein. Aber unbedingt auf das Alter der Bewertenden achten: 18-Jährige haben andere Urlaubs­vorstellungen als 30- oder 60-Jährige, Singles erwarten andere Unterhaltung als Familien mit Kleinkindern.

Wann buche ich online, im Reisebüro oder bei Ihnen?
Wer viel Zeit hat, zu recherchieren oder kurzfristig eine Reise sucht, bei der das Ziel egal ist, kann im Netz super Angebote finden. Pauschalreisende sind meist im Reisebüro gut aufgehoben. Sobald Flug, Hotel und Mietwagen individuell kombiniert werden sollen, können Urlauber vom Know-how unabhängiger Reiseagenten profitieren.

Die Reiseagentin Jana Buhl kann über ihre Webseite www.reiseagentin.de oder Tel. 29 77 28 20 kontaktiert werden

Clever reisen und shoppen

Rückvergütungen auf Reisebuchungen, kostenfreie Geldautomatennutzung und Versicherungsschutz: Infos zu den Kreditkarten der Berliner Sparkasse finden Sie unter berliner-sparkasse.de/karten

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