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Titel Steuererklaerung
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Einkommensteuer

Geld vom Fiskus: Mit diesen Tipps erledigen Sie Ihre Steuererklärung ganz leicht

Wer eine Steuererklärung abgeben muss, empfindet das oft als lästige Pflicht. Nicht wenige Arbeitnehmer, die das nicht müssen, winken daher dankend ab. Ein Fehler. Denn in den meisten Fällen ist das Ganze gar nicht (mehr) so aufwendig und fast immer lohnt sich die Mühe. Oft haben nämlich gerade diejenigen, die nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind, zu viel bezahlt – und holen sich im Durchschnitt 1.000 Euro vom Fiskus zurück.

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ass Moritz bislang auf eine Steuererklärung verzichtet hat, hängt mit seinem Vater zusammen. Dessen Fluchen hat der 31-jährige Elektro-Ingenieur, seit vier Jahren Angestellter in einer Firma im Berliner Umland, noch genau im Ohr. „Jedes Jahr, wenn die Steuererklärung fällig war, hat er sich beim Ausfüllen der Formulare die Haare gerauft und wie wild in einem Stapel von Papieren herumgewühlt“, erinnert sich der gebürtige Wilmersdorfer. Doch als ihm kürzlich eine Bekannte erzählte, dass sie für ihre Steuererklärung – dank entsprechender Steuersoftware – gerade mal zwei Stunden gebraucht habe und die Erstattung schon auf ihrem Konto sei, beschäftigte sich auch Moritz zum ersten Mal mit der Materie.

Erstmal galt es festzustellen, bis wann seine Steuererklärung beim Finanzamt vorliegen muss. Moritz erinnert sich vage an eine Frist Ende Mai. Doch das ist Vergangenheit.

Mann Macht Steuer
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Bis wann muss die Steuererklärung beim Finanzamt sein?

Wer zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet ist, hat dazu seit 2018 zwei Monate länger Zeit: Bis Ende Juli 2020 muss die Steuererklärung 2019 beim Finanzamt vorliegen. Erstellt ein Steuerberater die Erklärung, muss sie erst bis zum 28. Februar 2021 vorliegen.
Wer freiwillig eine Steuererklärung macht, kann sich sogar vier Jahre Zeit lassen – für die Steuererklärung 2019 also bis Ende 2023. Und das ist die gute Nachricht für Moritz: Wenn er sich jetzt schon mal die Mühe macht, kann er auch gleich noch für 2016, 2017 und 2018 eine Steuererklärung einreichen.

Wer muss eine Steuererklärung machen?

Verpflichtet dazu sind Selbstständige, Gewerbetreibende oder Vermieter, wenn ihre Einnahmen 2019 über dem Grundfreibetrag von 9.168 Euro lagen. Außerdem muss eine Steuererklärung abgeben, wer Lohnersatzleistungen von mehr als 410 Euro bekommen hat. Dazu zählen Arbeitslosen- und Kurzarbeitergeld, Kranken- oder Elterngeld. „Diese Einnahmen sind zwar steuerfrei, unterliegen aber dem Progressionsvorbehalt. Das heißt, sie erhöhen den Steuersatz für die steuerpflichtigen Einkünfte“, heißt es dazu auf der Website des gemeinnützigen Verbraucher-Ratgebers Finanztip. „Die 410-Euro-Grenze gilt auch für steuerpflichtige Nebeneinkünfte, zum Beispiel aus einer freiberuflichen Tätigkeit“, erläutert Finanztip-Steuerexperte Udo Reuß.
Auch wer 2019 bei mehreren Arbeitgebern gleichzeitig beschäftigt war oder sich vorab einen Lohnsteuerfreibetrag auf seiner Steuerkarte eintragen lassen hat, kommt um die Steuererklärung nicht herum. Außerdem ist eine Steuererklärung fällig, „wenn ein Arbeitnehmer oder sein Ehepartner einen Arbeitslohn oder eine Pension erhalten hat und einer von beiden nach Steuerklasse V, VI oder IV mit Faktor besteuert wurde“, informiert die Verbraucherzentrale. Eine Abgabepflicht besteht außerdem für Anleger, die ausländische Erträge versteuern müssen oder auf ihre Kapitaleinkünfte noch Kirchensteuer nachzahlen müssen.

Schon Rentner und trotzdem noch Steuerzahler

Auch Rentner sind grundsätzlich zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, wenn ihr Einkommen den Grundfreibetrag übersteigt. Darauf weist die Verbraucherzentrale hin. Inzwischen ist nach Auskunft von Finanztip-Redakteur Udo Reuß etwa jeder vierte Rentner steuerpflichtig.

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Für wen lohnt sich eine freiwillige Steuererklärung?

Ein entscheidender Faktor sind die Werbungskosten – also die Ausgaben, die man berufsbedingt hatte. Pauschal billigt das Finanzamt Arbeitnehmern 1.000 Euro Werbungskosten ohne Kostennachweis pro Jahr zu. „Jeder darüber hinausgehende, für den Job investierte Euro senkt die Steuerlast“, informiert die Stiftung Warentest. (siehe hierzu: „Die 1000-Euro-Hürde überspringen“)
Darüber hinaus lohnt es sich aller Voraussicht nach, eine Steuererklärung zu machen, wenn jemand geheiratet, im Laufe des Jahres den Arbeitgeber gewechselt hat oder Kinderfreibeträge noch nicht berücksichtigt wurden.

Symbolbild Steuer
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Die 1000-Euro-Hürde überspringen

Vielen Arbeitnehmern gelingt das allein schon durch ihre Fahrten zur Arbeit. „Das ist zum Beispiel schon der Fall, wenn Sie mehr als 15 Kilometer von Ihrer Arbeitsstelle entfernt wohnen“, liest Moritz auf der Website der Stiftung. Da bei ihm zwischen Wohn- und Arbeitsort gute 30 Kilometer liegen, dürfte sich die Steuererklärung für ihn lohnen. Pro Kilometer kann er eine Entfernungspauschale von 30 Cent absetzen. „Die Pauschale gilt übrigens unabhängig vom gewählten Verkehrsmittel“, erklärt Finanztip-Experte Udo Reuß, „also auch für Fußgänger, Fahrradfahrer, Bahn- und Busnutzer“.
Auch seine Dienstreisen und die Fachliteratur, die er sich zur Weiterbildung gekauft hat, kann Moritz absetzen, ebenso seinen Gewerkschaftsbeitrag. „Steuern sparen auch Kosten für Fortbildungen, Bewerbungen, doppelte Haushaltsführung, beruflich bedingte Umzüge und das anerkannte Arbeitszimmer“, informiert die Stiftung Warentest.

Arbeitsmittel absetzen

Fachbücher, Laptop oder Handy, die jeweils maximal 952 Euro (inkl. Mehrwertsteuer) kosten, können Berufstätige oft sofort voll von der Steuer absetzen.

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Was kann ich sonst noch absetzen?

Die Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen bzw. Handwerkerleistungen gehören ebenfalls in die Steuererklärung. 20 Prozent der gezahlten Arbeits- und Fahrtkosten des Handwerkers, der in Haus oder Wohnung etwas saniert, repariert oder montiert hat, lassen sich als Steuerrabatt zurückholen, maximal 1.200 Euro pro Jahr, informiert Finanztip. Absetzbar sind auch die Schornsteinfegerkosten oder die Rechnung für die Wartung der Heizungsanlage. „Das betrifft ja nur meinen Vermieter“, denkt Moritz, der in einer Mietwohnung lebt. Falsch! Dazu noch einmal Udo Reuß: „Was Ihr Vermieter auf die Nebenkostenrechnung setzt, können Sie komplett in der Steuererklärung eintragen.“ Das betritt die Ausgaben für den Hausmeister ebenso wie die Treppenreinigung oder den Winterdienst.
Absetzbar sind zudem Sonderausgaben wie Kirchensteuer, Aufwendungen für die Altersvorsorge oder Kinderbetreuungskosten und Spenden. Auch die Kosten für die Putzfrau und für den Hunde-Sitter gehören in die Steuererklärung. Was kaum jemand weiß: Sogar die „Feierkosten“ zum Betriebsjubiläum lassen sich laut Finanztip absetzen.

Die Erbschaft beim Fiskus angeben

Nicht zur Steuererklärung verpflichtet und dennoch flattert die Aufforderung dazu vom Finanzamt ins Haus? Ja, das gibt’s.

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Steuererklärung auf Papier oder elektronisch?

Galt es früher, alle Daten von der jährlichen Lohnsteuerbescheinigung eigenhändig aufs Steuerformular zu übertragen, ist das heute nicht mehr nötig. Zahlreiche Informationen werden dem Finanzamt vom Arbeitgeber schon elektronisch übermittelt, darunter Bruttoarbeitslohn und Lohnsteuer, Beiträge zu Riester-Rente, Kranken- und Pflegeversicherung oder vermögenswirksame Leistungen. In den Papierformularen ist anhand von grün markierten Feldern ersichtlich, welche E-Daten der Fiskus bereits hat.
Papierformulare werden aber immer seltener genutzt. Selbstständige dürfen sie sowieso schon nicht mehr verwenden und bei Privatleuten setzt sich die elektronische Steuererklärung auch immer stärker durch. Apropos Papier: Quittungen müssen nicht mehr eingereicht, wohl aber aufbewahrt und nur auf Verlangen dem Finanzamt vorgelegt werden.

Wie sinnvoll sind Steuerprogramme?

Wer schon häufiger eine Steuererklärung ausgefüllt hat und weiß, wo er noch den einen oder anderen Euro herausgeschlagen kann, kommt mit dem Elster-Formular, der kostenlosen Software des Finanzamtes, vermutlich zurecht. Einsteiger sind nicht selten von Elster überfordert, weil es keinerlei Hilfen und Tipps beim Ausfüllen gibt. Das Elster-Formular, das lediglich die Steuervordrucke via Internet ans Finanzamt übermittelt, steht in diesem Jahr aber auch letztmalig zur Verfügung.

Moritz will daher lieber gleich eines der kostenpflichtigen Steuerprogramme nutzen. Da gibt es drei Möglichkeiten: Desktop-Programme, Online-Portale oder Apps fürs Smartphone oder Tablet. Portal-Lösungen und Apps sind stark im Kommen. Denn vielfach nutzen Arbeitnehmer nur noch mobile Geräte und haben gar keinen PC mehr, auf dem sie ein Desktop-Programm installieren könnten.

Steuerprogramme machen es vor allem für Anfänger einfach

Bei Online-Portalen wie „Smartsteuer“ oder „WISO Steuer:web 2020“ werden die Formulare direkt im Browser ausgefüllt und die Steuererklärung in der Cloud erstellt.
Zielgruppe von Apps sind meist junge Leute, deren Steuererklärung überschaubar ist. „Taxfit“ zum Beispiel, von den beiden Berliner Gründern Mathis Büchi und Lino Teutberg auf den Markt gebracht, hat den Prozess der Steuererklärung erheblich verschlankt. So beantwortet der Nutzer zunächst im Interviewmodus im Schnitt 70 von 3.000 möglichen Fragen zu seiner Wohn-, Arbeits-, Einkommens- und Gesundheitssituation, die für die Steuer relevant sind. Dann scannt der App-Nutzer seinen Lohnsteuerbescheid mit dem Smartphone ein, alle wichtigen Daten werden automatisch übernommen, dann berechnet die App die mögliche Steuerrückzahlung und ab damit über den Datenhighway zum Finanzamt. Innerhalb von 22 Minuten könne man so seine Steuererklärung erstellen, wirbt das Startup. Ein bisschen länger hat Moritz schon gebraucht. Aber ein Licht ist ihm auf jeden Fall aufgegangen: „Hätte ich gewusst, dass Steuersparen so einfach ist, hätte ich damit nicht so lange gewartet.“

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